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Info Ganze sieben Jahre lang haben Fabian Fenk, Anton Feist und Alex Stolze keine Musik als Bodi Bill veröffentlicht. Das Comeback der Berliner 2019 mit hymnischen Songs wie "What If" ist umso beeindruckender.

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Sicherheit im Netz Wo liegen eigentlich unsere Daten in der Cloud?

Urlaubsfotos abspeichern: Früher sicher auf der externen Festplatte, heute gibt es dafür die Cloud. Dropbox, Google Drive oder per WeTransfer gleich an die Freunde schicken. Aber: Wo liegen unsere Daten dann eigentlich?

Stand: 03.09.2019 | Archiv

Wo liegen unsere Daten in der Cloud? | Bild: BR

Natürlich: Cloud heißt übersetzt "Wolke", trotzdem schweben unsere Daten nicht irgendwie im Himmel rum. Sie sind auf Computern abgespeichert. Aber so falsch ist der Gedanke gar nicht, sagt einer, der sich damit auskennt:

"Man kann schon sagen, dass die ein bisschen rumschwirren, diese Daten in der Cloud, weil sie natürlich auch nicht in einem Rechenzentrum auf einem bestimmten Rechner gespeichert sind. Diese Daten werden repliziert und dupliziert und im Endeffekt lagern sie in vielen Rechenzentren über die ganze Welt verteilt."

- Ilya Piskarev, Cloud Security Experte aus München

Solche Rechenzentren kann man sich vorstellen wie große Hallen, gut gekühlt, in der sehr viele Computer laufen. Auf diesen Rechnern werden die Daten gespeichert, die wir in unsere Clouds hochladen. Auch in Bayern gibt es ein paar dieser Hallen, ein besonders großer Standort für Rechenzentren in Deutschland ist Frankfurt. Dort befindet sich ein großer Knotenpunkt für den Zugang zum weltweiten Internet.

Datenschutz-Hochburg Deutschland

Wenn unsere Daten auf deutschen Servern gespeichert werden, dann sind sie da auch ziemlich sicher.

"Das setzt auch Vertrauen in das ganze System voraus, denn natürlich kann jetzt keiner ins Rechenzentrum fahren und nachprüfen, auf welchem Rechner genau seine Daten liegen. Aber grundsätzlich kann man sich darauf verlassen, dass wenn ein Anbieter sagt, die Daten werden in Deutschland gespeichert, dass das auch so ist."

- Ilya Piskarev

Clouds, die Daten auf jeden Fall in Deutschland speichern, gibt es genügend: Die "Leitz Cloud" zum Beispiel, eine Firma, die eigentlich eher für Aktenordner bekannt ist. Auch die E-Mail Anbieter GMX und web.de bieten Cloud-Dienste an, genau wie "HiDrive" von der Telekom: deren Server stehen in verschiedenen deutschen Großstädten wie Karlsruhe oder Berlin. Und auch bei WeTransfer bleiben unsere Daten in Deutschland.

Was sollte in die Cloud?

Die bekannteren, großen Cloud-Anbieter wie Amazon Drive, Google Drive, die iCloud und auch Dropbox lagern unsere Daten nicht in Deutschland. Sie haben ihre Server vor allem in den USA - und dort gelten auch nicht so strenge Datenschutz-Regeln wie in Europa. Mit der Privatsphäre und der Sicherheit unserer Daten sieht es in diesen Clouds also weniger gut aus. Aber was wir in der Cloud ablegen - und was lieber nicht – sollte sowieso jeder von uns ganz bewusst entscheiden.

"Will ich das, oder ist es mir zu privat. Jeder hat so seine eigene Grenze, wo er sagt: Diese Daten kann ich mit anderen teilen. Die würde ich dann auch bedenkenlos in der Cloud speichern. Allerdings ist das immer eine persönliche Geschichte."

- Ilya Piskarev

Ganz grundsätzlich gilt natürlich: Richtig sensible Daten, Tagebücher oder Kontoinformationen gehören nicht in die Cloud! Egal ob USA oder Europa. Cloud-Experte Ilya Piskarev nutzt privat übrigens Google Drive, weil es einfach bequem zu benutzen ist. Dafür nimmt er sogar in Kauf, dass eventuell Dritte Zugriff auf die Daten haben.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass da was passiert, schätze ich für relativ gering ein. Wenn es irgendwelche sehr privaten Fotos sind, würde ich die nicht in die Cloud schieben und da würde ich jetzt wahrscheinlich als privater Nutzer erst mal keinen Unterschied zwischen einer rein deutschen und einer USA-, beziehungsweise weltweiten Cloud sehen."

- Ilya Piskarev

Kalte und warme Speicherung

Auch bei der Art und Weise der Datenspeicherung in den Rechenzentren gibt es Unterschiede zwischen der sogenannten "Warm Storage" und "Cold Storage".

Warm Storage bedeutet: Schneller Zugriff auf die Daten für die Nutzer, allerdings auch teuer für die Anbieter. Denn Warm Storage Datenspeicherung benötigt mehr Strom und mehr Rechenkapazität. Cold Storage wiederum wird für Daten verwendet, die eher selten abgerufen werden. Dropbox hat das jetzt gerade neu eingeführt.

"Man hat zum Beispiel ein Foto nicht innerhalb von einer Sekunde offen, sondern innerhalb von zehn Sekunden. Es kostet aber im Unterhalt für den Anbieter ein ganzes Stück weniger."

- Ilya Piskarev

Für Experten: Die Privat-Cloud

Wer wirklich ganz sicher mit seinen Daten sein will, kann sich übrigens auch seine eigene Cloud einrichten – wenn man das nötige Kleingeld dafür hat. Entweder durch virtuelle Instanzen - das sind quasi viele virtuelle Rechner, die auf einem großen Hardware-Rechner laufen. Oder man mietet einen kompletten Server bei einem Anbieter. Wenn man dann eine bestimmte Software installiert, kann man sich in diesem Rechenzentrum eine private Cloud bauen, wo man seine Daten aufbewahrt und dann von überall auf der Welt zugreifen kann.

"In den letzten Jahren ist das schon ein bisschen einfacher geworden. Allerdings sind bei solchen Geschichten eher nicht die privaten Anwender eine Zielgruppe, sondern tatsächlich Menschen, die sich mit IT auseinandersetzten. Also um so ein System aufzusetzen, braucht man schon ein gewisses Knowhow. Also es ist jetzt nicht in zwei oder drei Klicks erledigt."

- Ilya Piskarev

Sendung: PULS am 02.09.2019 - ab 10 Uhr