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Info j.ember aus Toronto geht mit "Parallel" (2018) auf Abenteuerreise. Der Track beginnt mit einem Hauch von Tash Sultana-Gitarrenriffs, geht über in einen Tame Impala-esken Psych und hinterlässt uns nach 4:18 Min hypnotisiert zurück.

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Ich lieb dich, ich lieb dich nicht Schluss machen oder nicht? 5 Tipps vom Beziehungscoach

"Es ist vorbei!“ – das ist leichter gesagt als entschieden. Für alle, die nicht wissen, ob sie gehen oder bleiben sollen, haben wir Rat von einem Experten eingeholt. Diese Fragen solltet ihr euch stellen.

Von: Janina Schrupp

Stand: 28.11.2018 | Archiv

Schlussmachen | Bild: BR

Paul und Steffi – ein hypothetisches Pärchen: Ein Freund hat die beiden auf einer Party einander vorgestellt. Paul sind als erstes ihre Grübchen aufgefallen, die immer auftauchen, wenn sie lächelt. Und die hartnäckige, blonde Haarsträhne, die sie sich ständig aus dem Gesicht pustet. Steffi muss heute noch grinsen, wenn sie daran denkt, wie unbeholfen Paul damals war. Sie haben sich auf Anhieb gut verstanden. Danach ist alles ziemlich schnell gegangen. Viele Monate später ist der Beziehungsalltag eingekehrt und Zweifel haben sich eingeschlichen. Mittlerweile denkt jeder heimlich über eine Trennung nach. Beide sind hin- und hergerissen.

Hier kommt Jörg Bernardy ins Spiel, Beziehungscoach an der School of Life in Berlin und Doktor der Philosophie. Er gibt Kurse, die jedem in so einer Situation helfen sollen, eine Entscheidung zu treffen: Schlussmachen oder bleiben? Es geht darum, sich selbst und die Beziehung zu überprüfen: "Weil wir ja oftmals von unseren Erwartungen ausgehen und hinter all diesen Erwartungen unsere Partner nicht mehr sehen und uns selbst auch nicht“, sagt Jörg Bernardy. Hier fünf Tipps vom Beziehungscoach:

Szenario eins: Deine Macken, meine Macken – unsere Macken?

Paul und Steffi streiten sich in letzter Zeit immer häufiger. Meistens geht es dabei nur um alltägliche Kleinigkeiten wie den Haushalt. Trotzdem eskalieren die Diskussionen regelmäßig. Vor allem Steffis Sturheit nervt Paul wahnsinnig. Nie kann sie nachgeben oder sich auch mal Schuld eingestehen. Er kann ihr Verhalten einfach nicht verstehen.

Tipp 1: Für so eine Situation rät der Coach erstmal Folgendes: hinsetzten und nachdenken. "Habe ich mich wirklich damit auseinandergesetzt, was mich so stört? Warum hat mein Partner diese schwierigen Seiten und was hat dazu geführt, dass mein Partner in gewissen Bereichen so kompliziert ist?“

Tipp 2: Das allein reicht aber noch nicht. Danach müssen noch die Perspektiven gewechselt werden: "Was könnten meinen Partner an mir am meisten stören? Denn der hat bestimmt auch den ein oder anderen Punkt, mit dem er wohl oder über klarkommen muss. Diese Selbstreflexion ist wichtig für den nächsten Schritt."

Tipp 3: Letztendlich geht es nämlich darum rauszufinden, wie viel Verständnis man dem Partner entgegenbringen kann – immer mit dem Hintergedanken: Mein Partner muss ja auch mit meinen Fehlern klarkommen. Also gilt es zu überlegen, was realistisch ist - und was nicht. "An diesem Punkt wird es natürlich knackig. Kann ich also vielleicht anders oder besser damit umgehen?“ Der Coach sagt also, die Frage ist: Mit welcher Macke kann man leben und mit welcher nicht?

Szenario zwei: Schöne fremde Person – und das Kopfkino

Gestern ist es schon wieder passiert. Einfach so, dabei wollte Steffi nur mal wieder mit ihren Freundinnen feiern gehen. Und dann stand er da und lächelte sie an. Obwohl sie keine Ahnung hatte, wer er ist, fühlte sie sich sofort von ihm angezogen. Er geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Genauso wie ihr schlechtes Gewissen gegenüber Paul. Steffi ist überzeugt: Das ist ein deutliches Zeichen. Irgendwas läuft ganz sicher schief in der Beziehung, sonst würde sie nicht an andere Männer denken. Das muss aber nicht unbedingt stimmen.

Tipp 4: Um rauszufinden was dahintersteckt, muss einem erstmal eine Sache bewusst werden. "In der Regel beschönigen wir ja vieles. Das bedeutet, dass wir eigentlich alle von falschen Bildern ausgehen: Wie eine Beziehung sein sollte, wie es idealerweise wäre, wie glücklich wir sein sollten“, erklärt der Coach. Weil keiner mit alltäglichen Beziehungsproblemen hausieren geht, denkt Steffi ihre Gedanken wären unnormal. Um aus diesem Gedankenkarussell rauszukommen, kann man andere ganz direkt zu den schwierigen Momenten ihrer Beziehung befragen. Oft stellt sich dabei heraus: Auch andere kämpfen mit denselben Gedanken und Problemen.

Tipp 5: Anschließend sollte Steffi herausfinden: "Wie anfällig bin ich dafür, mich in fremde Menschen einfach so zu verlieben? Dann kann man sich diese vermeintlich tollen Menschen anschauen und mal tiefer gehen und sagen: Okay jetzt stellen wir uns mal vor, ich bin mit dieser Person vier Jahre zusammen", so der Beziehungscoach. Vielleicht ist derjenige gar nicht so toll, wie man es sich gerade ausmalt. Und erfüllt bloß dieses eine Bedürfnis, welches wir gerade beim Partner vermissen. Eventuell gibt einem der eigene Partner doch mehr, als einem bewusst ist.

Herz und Hirn – zusammen kommt die Entscheidung

Eine Beziehung zu beenden ist keine reine Kopfsache. Deshalb kommen in der finalen Übung im Kurs des Coachs Jörg Bernardy Kopf und Bauch zusammen. "Das Wichtige bei dieser letzten Übung ist, dass man intuitiv antwortet“, erklärt Jörg. Das vorherige intensive Reflektieren über sich selbst bildet quasi die Grundlage für eine intuitive Entscheidung. Das funktioniert so: Eine Person des Vertrauens macht Aussagen nach dem A- oder B-Schema. Man selbst muss sich sofort, ohne groß darüber nachzudenken, für eine der beiden Optionen entscheiden. Die Aussagen sollten in etwa so aussehen:

A: Im Allgemeinen fällt es mir leicht, glücklich oder zufrieden zu sein.

B: Im Allgemeinen fällt es mir schwer, glücklich oder zufrieden zu sein.

A: In einem Jahr werde ich es nicht bereuen, meinen Partner verlassen zu haben.

B: In einem Jahr werde ich es bereuen, meinen Partner verlassen zu haben. 

A: Ich habe alles versucht, um meine Beziehung zu retten.

B: Es gibt ein paar Dinge, die man noch versuchen könnte.

A: Mein Bauch sagt mir ich soll gehen.

B: Mein Bauch sagt mir ich soll bleiben.

In diesem Beispiel steht A für "Gehen" und B für "Bleiben". Schon bei der Beantwortung sollte sich zeigen, ob man eher zu einem von beiden tendiert. Aber natürlich ohne Garantie! Letztendlich muss jede Person diese Frage für sich selbst beantworten und mit den Konsequenzen klarkommen.

In der neuen PULS-Reportage begleitet PULS-Reporterin Ariane Alter zwei Mädels, die genau das durchmachen und deshalb bei seinem Kurs dabei waren.