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Elektroroller ab Sommer wahrscheinlich auch bei uns Was Ihr über E-Scooter wissen solltet

In vielen Ländern flitzen E-Scooter schon durch die großen Städte, die meisten zum Leihen. Es ist ziemlich sicher, sie ab Sommer auch in Deutschland fahren dürfen. Wir haben die wichtigesten Fragen beantwortet.

Von: Tobias Krone

Stand: 08.04.2019 | Archiv

E-Roller | Bild: BR

Wenn alles glatt läuft, und auch die Bundesländer der neuen "Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge" zustimmen, dann könnten die neuen Roller mit Elektro-Antrieb im Frühsommer starten. Auch Start-Ups, die E-Scooter zum Mieten anbieten, wollen so schnell wie möglich in die deutschen Städte. Wir erklären euch, was wichtig ist, bevor Ihr losrollen könnt.

Was braucht man, um sich einen Elektro-Scooter auszuleihen?

Die gute Nachricht: Ein Führerschein ist nicht notwendig, zumindest nicht gesetzlich. In Bamberg, wo der Sharingdienst Bird zusammen mit den Stadtwerken die E-Roller testet, braucht man bis jetzt allerdings einen Führerschein. Allerdings soll gesetzlich eine langsame Version (Höchstgeschwindigkeit 12 km/h) schon ab 12 Jahren erlaubt werden, für den E-Scooter mit maximal 20 km/h muss man 14 Jahre alt sein. Vielleicht passen die Anbieter ihr Angebot in Zukunft an diese Regeln an.

Gehweg, Radweg, Straße - wo düsen wir mit E-Scootern?

Ein anderes Problem spricht der ökologische Verkehrsclub Deutschland an. Denn mit den E-Scootern werden die Fußwege (bei langsamen Modellen bis 12 km/h) bzw. die Radwege (bei den schnelleren) noch voller. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub ADFC, der prinzipiell nichts gegen die Elektroflitzer hat, fordert: Breitere Radwege. Zur Not müssten auch Parkplätze oder Autofahrspuren für Räder und E-Scooter geopfert werden.

Retten E-Scooter den Verkehr in unseren Städten?

Viele haben die Hoffnung, dass E-Scooter helfen, den Autoverkehr in Städten zu verringern. Das könnte klappen, allerdings nur in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Denn auf der so genannten "letzten Meile" zwischen U-Bahnstation und Uni oder Arbeitsplatz sind E-Scooter perfekt. Wer also zu faul ist, ganz mit dem Fahrrad zu fahren und gleichzeitig auch den Fußweg von der U-Bahn sparen möchte, für die oder den füllt der E-Scooter die letzte Lücke.

Verkehrsminister Andreas Scheuer spricht schon von einer "echten Alternative zum Auto". Doch dass das neue Gefährt den Autoverkehr stark verringert, bezweifeln Verkehrsexperten. Das Verkehrsproblem sind vor allem die Autos von Pendlern. In München pendeln zwei Drittel der Auswärtigen mit dem Auto – und nur 14 Prozent mit ÖPNV. Das liegt auch daran, dass sie oft keinen Bahnanschluss in ihren Wohnorten haben. Ihnen dürfte auch der E-Scooter in der Stadt wenig bringen.

Wie umweltfreundlich sind Miet-Scooter?

E-Scooter haben keinen Verbrennungsmotor und blasen deshalb auch keine Schadstoffe in die Luft. Annika Meenkens vom eher ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD) sagt, es hängt davon ab, welches Verkehrsmittel durch den E-Roller ersetzt wird.

"Wenn ich vom Auto verlagere, also eine PKW-Fahrt ersetzt wird, ist es natürlich eine bessere Ökobilanz. Wenn dadurch eine Radfahrstrecke, ein Fußweg verlagert wird, ist es natürlich eine schlechtere."

Anika Meenken, Referentin für Verkehrspolitik VCD, Rad- und Fußverkehr

Auch beim Strom kann E-Scooter-Fahren mehr oder weniger umweltfreundlich werden. In Bamberg, wo die Stadtwerke gerade einen Sharing-Dienst testen, sammelt die Stadt abends die Roller wieder ein und lädt sie mit Ökostrom wieder auf. Doch die Qualität der E-Scooter scheint nicht überall richtig gut zu sein. In den USA soll es schon massenhaft E-Scooterleichen geben – zum einen, weil es manchen offenbar Spaß macht, E-Scooter zu schrotten oder in den Fluss zu werfen. Abgesehen von diesem Vandalismus scheint aber auch bisher die Lebensdauer von Miet-Scootern im vergangenen Sommer relativ kurz gewesen zu sein. US-Newsportale sprechen von ein bis zwei Monaten. Da die Produktion von Akkus extrem umweltschädlich ist, ist hier fraglich, wie umweltfreundlich die Sharing-Dienste sind. Neuere Modelle sollen aber stabiler sein und länger laufen.   

Wie sicher sind E-Scooter?

Zahlen für Deutschland gibt es noch nicht, da offiziell ja noch gar keine E-Scooter unterwegs sein dürfen. In den USA aber gibt es schon Studien dazu – und die machen klar: Ein gewisses Risiko ist schon dabei. Los Angeles kamen E-Scooter-Fahrer häufiger ins Krankenhaus als Radler, hauptsächlich, weil sie sich den Arm gebrochen hatten. Teilweise waren auch Kopfverletzungen dabei. Die wenigsten Verletzten hatten einen Helm auf. Allerdings fahren die US-Miet-Scooter auch schneller als die demnächst in Deutschland zugelassenen 20 Kilometer pro Stunde. Insofern kann man noch keine direkten Vergleiche ziehen.

Helm oder kein Helm?

Wie bei den Fahrrädern will Verkehrsminister Scheuer keine Helmpflicht, denn die besteht nur für Zweiräder ab 20 km/h Höchstgeschwindigkeit. Trotzdem kann man nur hoffen, dass in Deutschland möglichst viele auf ihrem Scooter auch einen Helm aufziehen. Denn genauso wie beim Fahrrad fehlt dem Elektroroller bei einem Crash eben die Knautschzone.

Wie sieht's aus mit Alkohol und E-Scooter fahren?

Bei E-Scootern gilt dasselbe Alkohollimit wie fürs Autofahren: Also ab 0,5 Prozent gibt es Fahrverbot und ein Bußgeld. Grundsätzlich wird es eher schwierig werden, nach der Party überhaupt einen Miet-Roller zu finden. Denn über Nacht sammeln die Start-ups ihre Roller in der Regel ein, um den Akku aufzuladen.

Welche Erfahrungen haben andere Städte damit gemacht?

In Madrid zum Beispiel hat die Regierung inzwischen kapiert: Zu viele Anbieter machen das Straßenbild kaputt. Inzwischen darf jeder Sharing-Anbieter nur maximal 10.000 Roller ausgeben. Und: Nachdem eine 90 Jahre alte Fußgängerin mit einem E-Roller zusammengestoßen und gestorben ist, sind Gehwege tabu – genauso wie Busspuren und die meisten Straßen. Erlaubt sind E-Roller nur auf Radwegen und in 30-Zonen.

Werden Sharing Elektro-Roller auch bei uns erfolgreich?

Ziemlich sicher. Der Grund: Rollern macht Spaß. Mit dem E-Roller durch die Stadt cruisen ist Freiheit pur. Der Fahrtwind macht morgens wach, gleichzeitig kann man faul sein und muss nicht treten, ein bisschen Nervenkitzel ist auch dabei… Grundsätzlich können wir uns freuen.

Sendung: Filter 09. April 2019, ab 15 Uhr