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Rezept für Cascara-Butter-Toast Kaffee!! Ich brauch mehr Kaffee aufs Brot!

Das Coffee-to-go-Becherproblem könnte bald passé sein: In Brooklyn wird der Kaffee nämlich seit kurzem aufs Brot geschmiert. Und wir wissen ja, wo die Trends entstehen. Aber schmeckt und kickt das echt? Wir haben's ausprobiert.

Von: Christina Metallinos

Stand: 02.09.2016 | Archiv

Honig auf dem Brot war gestern – in der Food-Metropole New York zumindest. Dort erobert Cascara-Butter-Toast die Frühstücksgewohnheiten und Instagram-Accounts der Foodies.

Cascara? Heißt so nicht ne Band?

Naja, fast. Cascara werden die Schalen von Kaffeebohnen genannt, die bei der Produktion übrig bleiben. Kaffeefetischisten haben das Zeug schon länger für sich entdeckt und brauen daraus sogenannten Kaffeekirschentee, auf Englisch: Cascara. Zero waste und so, aber tatsächlich riechen die Schalen nach einer Mischung aus Kirsche, Früchtetee und Zartbitterschokolade. Nur eben nicht nach Kaffee. Koffein ist dafür trotzdem noch drin.

Und wie kommt das Zeug auf den Toast?

Das Blue Bottle Café hat vor kurzem Foodjournalisten das Rezept verraten – der Tee wird mit einer ordentlichen Portion Zucker zu Sirup eingekocht, und der kommt mit Butter auf getoastetes Brot. Sie empfehlen Sauerteigbrot, in den USA noch eine Besonderheit, bei uns vor allem: Das Zeug, das zu 99 Prozent sowieso in eurem Brotkasten liegt.

  • 15 g Cascara (Kaffeekirschentee, gibt es z.B. in Onlineshops zu kaufen)
  • 150 g weißer Zucker
  • 75 ml Wasser

Gemeinsam in einem kleinen Topf aufkochen und unter Rühren einkochen, bis ein Sirup entstanden ist. Nicht zu lange, sonst wird die Masse danach zu fest! Abkühlen lassen und Cascara raussieben.

Brotscheiben toasten und mit Butter bestreichen, danach Cascarasirup darauf verteilen. Mit Zimt bestreuen und warm servieren.


Kickt das wirklich?

Über den genauen Koffeingehalt in einer Tasse Cascara-Tee wird gestritten, mal liest man von so viel wie in einem Espresso, mal von vielleicht einem Fünftel. Für den Sirup werden die Kaffeeschalen länger gekocht als für eine normale Tasse Tee. Je länger sie kochen, desto höher der Koffeingehalt. Zusammengefasst: Irgendwas ist drin. Allerdings bräuchte man ganz schön viele Sirupbrote, um auf Speedy-Gonzales-Level zu kommen.

Schmeckt's denn wenigstens? 

Ooooh yeah! Hat ein bisschen was von Honigbrot, ein bisschen was von Kirsche und von Weihnachten. Dank der sogenannten Maillard-Reaktion tanzen unsere Geschmacksknospen Tango, wenn sie in eine Scheibe Cascara-Toast beißen. Gleiches gilt übrigens auch für anderes Soulfood wie Steak oder Pommes – durch die Hitze beim Backen, Braten und Toasten verändern sich die Moleküle und werden schlichtweg leckerer.

Die Kombination aus Butter und süßem Cascara-Sirup ist eine Bombe, die fast schon süchtig macht – denn wer kann schon leicht Nein zu Fett und Zucker sagen? Kalorienzählen ist was für die Neuzeit – der Urmensch in uns will vor allem schnelle Energiezufuhr. Und die bekommt er mit diesem Toast garantiert.


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