Bayern 2 - radioWissen


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Für immer verloren

Von: Dorit Kreissl / Sendung: Iska Schreglmann

Stand: 12.11.2015 | Archiv

Mensch, Natur und UmweltRS, Gy

Erschossen, erschlagen, aus ihrem Lebensraum verdrängt - viele Tierarten wurden von Menschenhand ausgerottet, andere raffte ein Pilz dahin. Einige Arten überlebten nur in Zoos und werden dort weiter gezüchtet.

Gründe für das Aussterben


Vom chinesischen Flussdelphin bis zur Wandertaube: Der Mensch hat viele Tierarten oft auf brutale Art ausgerottet. Die einen wurden als Schädlinge verteufelt und vernichtet, andere als Delikatesse abgeschossen oder als Reiseproviant für Seefahrer geschlachtet. Manche Tiere wurden niedergeknüppelt, nur weil der Mensch sich abreagieren wollte. Der Mensch nahm Tieren ihren Lebensraum durch zunehmende Besiedelung und Versiegelung von Flächen und dem Ausbringen von Giften in die Natur. Endemische Tiere rottete er aus, indem er fremde Arten in ihren Lebensraum einführte. Aber nicht immer war der Mensch Schuld: zum Beispiel als Mitte der 80er Jahre Tausende von Amphibien starben. Auslöser war ein global agierender Krankheitserreger, ein Pilz.

Die Situation heute


Auch wenn heute viel mehr für den Tierschutz getan wird, geht das Artensterben weiter. Mitte der 90er-Jahre lebte zum Beispiel der chinesische Flussdelfin im völlig verschmutzten, durch Kunstdünger und Industrie-Abfälle vergifteten Yangtsekiang. Auf dem vielbefahrenen Fluss wurden die Delfine von Boten gerammt, gerieten in Schiffsschrauben oder verhedderten sich in Fischernetzen, weil ihr Ortungssystem nicht mehr funktionierte. Heute lebt keiner der Delfine mehr. So berichtete es der britische Autor Douglas Adams, der gemeinsam mit einem Zoologen um die Welt reiste, um vom Aussterben bedrohte Tiere aufzuspüren.

Die Rückkehr der Vermissten


Immer wieder werden Arten entdeckt, die als ausgestorben galten. So wurde eine verloren geglaubte Felsenratte einem Forscher auf einem asiatischen Markt als Lebensmittel angeboten. Der israelische Scheibenzüngler - ein Froschlurch - versteckte sich viele Jahrzehnte genau an der Stelle, wo er zuerst gefunden worden war und wurde damit ein zweites Mal entdeckt. Nicht immer weiß man genau, ob eine Tierart ausgestorben ist. Dann wird auf der Roten Liste für ausgestorbene Arten der Zusatz vermerkt "ausgestorben oder verschollen".

Weiterzüchtung in Zoos

Einige Tiere sind in freier Wildbahn ausgestorben, haben aber in Tiergehegen oder Zoos überlebt. Wisente, Auerochsen, Przewalski-Pferde oder den Waldrapp hat man rück- oder weitergezüchtet und in ihren ursprünglichen Lebensräumen wieder angesiedelt. Gentechniker wollen die DNA-Spur ausgestorbener Tiere nutzen, um sie zu klonen. Diese Idee ist unter Forschern sehr umstritten.


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