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Neue Verordnung bei Roaming-Gebühren Kann ich mein Smartphone im Urlaub wie daheim nutzen?

Am 15. Juni sind die Roaming-Gebühren in der EU endgültig weggefallen. Ob Sie am Strand mit dem Smartphone jetzt wie daheim auf dem Sofa surfen können und wo dennoch Kostenfallen lauern.

Stand: 13.06.2017

Eine Frau telefoniert mit ihrem Smartphone am Strand. | Bild: picture-alliance/dpa

EU-Roaming - was ist das?

Am 15. Juni trat in den EU-Ländern das "Roam like at Home"-Prinzip in Kraft. Gebühren für Telefonate, SMS und Datenroaming fallen dann im EU-Ausland weg. Für die Berechnung der Kosten ist es dann egal, ob Sie Ihr Handy zuhause oder im Urlaub nutzen.

In welchen Ländern gilt diese Regelung?

Die Verordnung gilt in allen EU-Ländern. Dazu kommen die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums Norwegen, Liechtenstein und Island.

Gibt es versteckte Kostenfallen?

Ja. Tatsächlich können die Anbieter eine Obergrenze für das Datenvolumen festlegen, wer dann weiter das mobile Internet nutzt, muss extra zahlen. Wenn es so eine Grenze gibt, muss Ihr Anbieter Sie darüber informieren.

Manche Anbieter bieten jetzt auch Tarife an, die nur in Deutschland genutzt werden können - wer dann doch verreist, steht ohne Handy da, die SIM-Karten funktionieren im EU-Ausland nicht.

Wird das EU-Roaming automatisch aktiviert?

Nicht bei allen Anbietern und nicht in allen Verträgen. Während einige Anbieter den Tarif automatisch umstellen, müssen Kunden bei anderen eine SMS an eine Servicenummer schicken, um Kosten im Ausland zu vermeiden.

Wer also eine Reise plant, sollte in jedem Fall vorher den Telefonanbieter kontaktieren und klären, ob eine gesonderte Aktivierung notwendig ist.

Wie hoch sind die Kosten, wenn ich außerhalb der EU Urlaub mache?

Der Wegfall der Roaming-Gebühren betrifft leider nur die EU. Wenn Sie also zum Beispiel in die Türkei fahren, können erheblich Kosten für die Handynutzung anfallen. Hier lohnt es sich beim Anbieter nach Auslandstarifen zu fragen oder vor Ort eine SIM-Karte zu kaufen.

Kann ich dann einen günstigeren Handyvertrag im Ausland abschließen?

Wer das Handy tatsächlich nur im Urlaub im EU-Ausland benutzen will, hat laut Gesetz keine Einschränkungen zu befürchten. Um aber zu verhindern, dass Kunden ihren Handyvertrag in einem günstigeren Nachbarland abschließen, gibt es Beschränkungen. Zum Beispiel wenn eine SIM-Karte häufiger im Ausland als im Inland genutzt wird. Der Provider ist in solchen Fällen allerdings in der Nachweispflicht und muss den Missbrauch über einen Zeitraum von vier Monaten belegen.

Wenn der Nutzer in dieser Zeit mehr als zwei Monate im Ausland verbringt oder das Handy häufiger dort als im Vertragsland nutzt, kann der Provider eine Warnung verschicken. Wer darauf nicht innerhalb von zwei Wochen reagiert, dem kann der Anbieter eine Gebühr in Rechnung stellen.

Welche Kosten fallen dann an?

Die Gebühren im Falle des Missbrauchs sind gedeckelt. Für Telefonate darf der Anbieter drei Cent pro Minute berechnen, pro SMS einen Cent. Die Kosten für die mobile Internetnutzung betragen 7,70 Euro pro Gigabyte. Im kommenden Jahr 2018 sinken sie auf sechs Euro, 2019 auf 4,50 Euro und ab 2022 betragen die Kosten pro Gigabyte nur noch 2,50 Euro.


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