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Ich Koch Dokumentarfilm von Bettina Timm

Kochen ist mittlerweile im Fernsehen zu Hause. TV-Küchen-Studios und Food-Stylisten setzen das, was auf den Tisch kommt, in Szene und machen aus denen hinter den Induktionsherden Stars Hauben tragen sie schon lange nicht mehr. Bettina Timm geht mit ihrem Dokumentarfilm den umgekehrten Weg: sie bringt die Kamera zurück in die Küche und setzt sie echtem Dunst aus.

Stand: 07.06.2011

Filmklappe | Bild: Getty Images

07 Juli

Donnerstag, 07. Juli 2011, 15:54 Uhr

Pressekontakt: Sandra Vogell

Sandra.Vogell@br.de

In "Ich Koch" folgt die preisgekrönte, junge Regisseurin Bettina Timm zwei jungen Männern, die ihren Traumberuf von der Pike auf erlernen. Zwei Restaurants und Arbeitswelten, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten: Julien arbeitet in der modernen Großküche des Münchner Ratskellers, wo schon mal 3000 Gerichte an einem Tag zubereitet werden; Georg auf dem Land im Feinschmeckerlokal "Christians Restaurant" - inmitten bayerischer Dorfidylle verteidigt das Team dort täglich den Michelin-Stern.

Ich Koch: Produktionsdaten

Buch & Regie: Bettina Timm

Koproduktion von Pelle Film mit dem Bayerischen Rundfunk, Red. Petra Felber (Federführung), Serie, Volksstücke, Literarische Filmerzählung und Natalie Lambsdorff, Film und Teleclub, und der HFF München

Gefördert vom FFF Bayern; Abschlussfilm an der HFF München
Gedreht auf Super16; Filmkopie 35mm; im TV Digi-Beta 16:9
Uraufführung Hofer Filmtage 2010

Durch präzise Beobachtung und ungewohnte Blickwinkel entfalten die alltäglichen Arbeitsabläufe ihre ganz eigene Poesie: in der Großküche funktioniert das Zusammenspiel so reibungslos wie in einem Orchester, das vom Küchenchef durch Lautsprecher-Ansagen dirigiert wird. Gefragt sind Konzentration, Geschick und Muskelkraft. Ein faszinierender Kraftakt, von dem der hungrige Gast nicht mehr mitbekommt als das Klingeln an der Ausgabetheke. Nicht weniger mühsam ist die Ausbildung in der nostalgischen Wohnküche beim Sternekoch. Hier beginnt der Arbeitstag des Lehrlings damit, den Ofen anzufeuern.

Sendedatum

Bayerisches Fernsehen
Samstag, 2. Juli 2011, 22.00 Uhr

Alles wird noch selbst und von Hand gemacht. Um zu begreifen, was er in den Händen hält, bekommt der Novize beim Fleischer erst mal eine Einweisung in die Anatomie des Schlegels. Geheimnisvoll und unzeitgemäß erscheint einem dieses Handwerk, dessen Werkzeug sich in 100 Jahren kaum verändert hat. Ohne Effekthascherei macht Bettina Timm in Szenen wie diesen die Faszination des alten Berufsstands sichtbar.

Eher Charles Dickens als Jamie Oliver

Der Traum vom eigenen Lokal treibt Julien an. Doch wenn er in der Großküche den vierhundertsten Knödel dreht, kommen schon Zweifel auf, ob er es wirklich bis Paris schaffen wird. Und Georg im Sternerestaurant wird zwar bald perfekt Hummer zerlegen können, seinem Karriereziel Kreuzfahrtschiff kommt er aber kaum näher. Koch sein: ein Knochenjob, in dem man auch 50 Jahre lang nur Soßen binden kann. Die nötigen Handgriffe und chemischen Zusammensetzungen lernen die Lehrlinge im Kochlabor der

Berufsschule. Geschmack, Charakter und Durchsetzungsvermögen müssen sie sich selbst erarbeiten. Denn wenn man sich strikt ans Lehrbuch hält, schmeckt das Resultat manchmal einfach nur nach nichts...

Haben Julien und Georg das Zeug dazu, die ersten Hürden zu nehmen - vielleicht sogar eines Tages Chefkoch zu werden? Mit Neugier, Sympathie und Humor begegnet die Regisseurin ihren Protagonisten. Zwei Träumer, die ernst machen. Allein das verdient Bewunderung. So eröffnet die Regisseurin in ihrem Abschlussfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film beiläufig auch Einsichten in die Lebens- und Gedankenwelt zweier Jugendlicher, die dem Klischee der Generation Facebook so gar nicht entsprechen. Statt ihr virtuelles Profil zu pflegen, stehen die zwei angehenden Köche mit beiden Beinen in einer Arbeitswirklichkeit, die eher an Charles Dickens erinnert als an Jamie Oliver.

Bettina Timm: Biografie

"Ich Koch" ist der Abschlussfilm von Bettina Timm an der Hochschule für Fernsehen und Film in München, seine Premiere feierte er 2010 bei den Hofer Filmtagen. Für ihren 2008 ebenfalls an der Hochschule entstandenen Kurzdokumentarfilm "Cosmic Station“ gewann die Regisseurin zahlreiche Preise auf internationalen Festivals, darunter auch den Deutschen Kurzfilmpreis in Gold. Mit "Ich Koch" kehrt sie thematisch zu ihrem eigenen Berufswunsch zurück: nach dem Abitur absolvierte Bettina Timm zuerst ein Praktikum in einem Restaurant mit französischer Küche - ein Jahr später ein Regie-Praktikum am Set von Helmut Dietls "Rossini".

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