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Hochbaufacharbeiter/-in mit Schwerpunkt Beton- und Stahlbetonbauarbeiten Mit Muskelkraft und Köpfchen

Mauern, schalen und armieren: Hochbaufacharbeiter/-innen mit Fachrichtung Beton- und Stahlbetonbauarbeiten müssen kräftig zupacken können. Wer sich gern bewegt, sich körperlich auspowern möchte und gern an der frischen Luft arbeitet, der ist auf der Baustelle richtig.

Stand: 02.11.2017

Arbeitsbeginn um sieben Uhr. So früh geht's für Daniele Serb und seinen Kollegen Alen Esmic auf der Baustelle jeden Tag los. Die beiden absolvieren ihre Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter mit Fachrichtung Beton- und Stahlbetonbauarbeiten bei der Nürnberger Baufirma Rödl. Auf der Großbaustelle in Fürth soll in sechs Monaten eine 2.000m² große Fertigungshalle entstehen.

Alen und Daniele haben einen Auftrag erhalten: Ein neuer Fundamentabschnitt soll am nächsten Tag betoniert werden. In der Fuge liegt bereits die sogenannte Bewehrung, das Drahtgerüst im Kern des Betonkörpers. Aus Kanthölzern bauen die Azubis jetzt die Schalung, eine Art Gussform für den Beton. Sie müssen genau arbeiten. Jetzt kommt's auf jeden Zentimeter an. Schließen die Hölzer nicht exakt ab, kann der Beton auslaufen. Das wäre Materialverschwendung. Die aufwendigen Nachbesserungen könnten den gesamten Zeitplan auf der Baustelle durcheinander bringen.

"So eine Schalung muss gerade sein, in Waage, schön ausgerichtet. Wenn wir Fehler machen, dann sieht man das im Nachhinein. Wenn der Beton rein kommt und die Bewehrung nicht genau passt, dann hält das nicht. Und das muss ja längere Zeit halten, da wollen ja Menschen drin wohnen."

Alen Esmic (17), 2. Lehrjahr

Safety first - Sicherheit zuerst

Polier Karl Josef Hofmann bleut seinen Jungs immer wieder ein, dass sie auf der Baustelle genau, schnell und umsichtig arbeiten müssen. Auf der Baustelle lauert eine Stolperfalle nach der anderen. Überall stehen Gerüste, auf denen die Kollegen arbeiten. Der Kran transportiert schwere Bauteile über den Köpfen der Arbeiter von hier nach dort. Helm und Sicherheitsschuhe sind Pflicht, oft auch Schutzbrille und Gehörschutz. Trotzdem: Blaue Daumen oder Beulen kommen schon mal vor.

Kein spezieller Schulabschluss

Wer Hochbaufacharbeiter werden möchte, braucht keinen bestimmten Schulabschluss. Meist stellen die Betriebe zwar Azubis mit Hauptschulabschluss ein. Noch mehr aber zählen Ehrgeiz, Fleiß und Engagement. Wer gern im Team arbeitet und wissbegierig ist, hat große Chancen, eine Lehrstelle zu finden. Der 24-jährige Maher Haj Hussein ist da ein gutes Beispiel. Zwar spricht er noch nicht so gut Deutsch, weil er erst vor drei Jahren mit seiner Familie aus Syrien kam. Beim Praktikum stellte er sich aber aufgrund seiner praktischen Erfahrung so geschickt an, dass ihn die Firma "Laise und Ruhm" als Auszubildenden einstellte. Mittlerweile ist Maher im zweiten Lehrjahr. Nach der Prüfung zum Hochbaufacharbeiter möchte er das dritte Lehrjahr dran hängen und Beton- und Stahlbetonbauer lernen. Und  in ein paar Jahren will Maher er seinen Meister machen!

"Für den Hochbaufacharbeiter braucht man keine bestimmte Schulausbildung. Also hat auch jeder die Chance diese Ausbildung zu bestehen, wenn er fleißig ist, wenn er ein langes Durchhaltevermögen hat und bereit ist zu lernen."

Andreas Wüsthoff, HWK für Mittelfranken

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Hochbaufacharbeiter/-in mit Schwerpunkt Beton- und Stahlbetonbauarbeiten
  • Ausbildungsdauer: Zwei Jahre. Das erste Jahr beinhaltet die Grundbildung für alle Auszubildenden zum/r Hochbaufacharbeiter/-in. Im zweiten Lehrjahr wird der Schwerpunkt (hier Beton- und Stahlbetonbauarbeiten) unterrichtet.
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung
  • Prüfung: Am Ende des ersten Ausbildungsjahres legen die Azubis eine Zwischenprüfung ab. Abschlussprüfung vor der Handwerkskammer oder der Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Berufsschule, Handwerkskammer (überbetriebliche Ausbildung) und Ausbildungsbetrieb (Baufirma)
  • Zugang: Für diesen Beruf ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Betriebe stellen überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein.
  • Eignung: Hochbaufacharbeiter sollten nicht zu kälte- und regenempfindlich, sondern ausdauernd und robust sein. Ein gewisses räumliches Vorstellungsvermögen und Genauigkeit sind wichtig.
  • Perspektiven: Ein drittes Ausbildungsjahr führt zum Abschluss Beton- und Stahlbetonbauer. Wer organisatorisches Geschick und Führungsqualitäten beweist, kann zum Vorarbeiter und dann zum Polier aufsteigen, also zum verantwortlichen Bindeglied zwischen Arbeitern und Bauleitung werden. Der Beruf ist vielseitig und eigentlich wird immer gebaut - deshalb haben Hochbaufacharbeiter gute Perspektiven.
  • Alternativen: Maurer/-in, Steinmetz/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Zollstock, Zimmermannswinkel und Wasserwaage hat ein Hochbaufacharbeiter immer griffbereit. Beim Schalung oder Bewehrung bauen und Mauern muss er schließlich ständig kontrollieren, ob alles im Lot ist.

Gefahr

Auf Baustellen lauert eine Stolperfalle nach der nächsten. Allein deshalb müssen die Arbeiter immer Sicherheitsschuhe tragen. Auch ein Helm ist Pflicht: Von links schweben Bauteile aus der Luft herbei, rechts wird auf dem Gerüst gewerkelt. Und beim Arbeiten fällt eben auch mal etwas runter. Gehörschutz und eine Brille gehören oft ebenfalls zum Arbeits-Outfit.

Kraft

Den ganzen Tag körperlich hart arbeiten, Balken tragen, Hölzer zusägen, Steine schlichten - das geht auf Dauer ins Kreuz. Umso wichtiger, dass Hochbaufacharbeiter körperlich belastbar sind. Nach einer besonders arbeitsintensiven Woche gibt's vielleicht trotz aller Fitness mal Muskelkater.


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