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Steinmetz/-in und Steinbildhauer/-in In Stein gemeißelt

Der Steinmetz und Steinbildhauer erschafft aus groben plumpen Steinquadern Skulpturen und Grabsteine, verlegt Bodenplatten in Häusern und kleidet ganze Bäder mit Natursteinen aus. Je nach Betrieb unterscheiden sich die Arbeiten stark.

Stand: 13.01.2014

Noch ein paar gezielte Schläge mit Hammer und Meißel, dann ist Julias Kunstwerk fertig. Eine Taube aus Marmor. Ein Eichhörnchen kommt jetzt noch dazu. Am Anfang steht nur ein schlichter Steinblock vor Julia, kaum vorzustellen, dass einmal ein Tier daraus wird. Abmessen und anzeichnen - ohne diese Vorarbeit würde die 18jährige nicht die richtigen Proportionen hinbekommen. Mit ganz unterschiedlichem Werkzeug nimmt sie hier eine Ecke weg und schlägt dort eine Kerbe ein. Räumliches Vorstellungsvermögen braucht Julia, die gerade die Ausbildung zur Steinmetzin und Steinbildhauerin macht. Ihr liegt das Künstlerische- aus einem steinharten Material kleine Kunstwerke zu erschaffen, liebt sie. Konzentration ist immer gefragt, denn Fehlschläge muss sie vermeiden, sonst heißt es: von vorne anfangen.

Natursteinplatten als Innenausstattung

Waschbecken wird eingepasst

Während Julia meist in der Werkstatt arbeitet, ist Marcel ständig unterwegs, immer auf einer anderen Baustelle. Heute verkleidet er mit seinem Kollegen ein Badezimmer mit Natursteinplatten - die sind unhandlich und schwer, müssen exakt in den Raum passen. Marcel hat auch die Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer gemacht. Genau und exakt Arbeiten muss auch er. Manchmal bestellen Kunden Arbeitsplatten aus Naturstein für die Küche oder wollen den Boden mit Steinplatten verlegt haben. Klassische Handwerksarbeit eben, die Marcel schnell und gewissenhaft erledigt.

Denkmäler erhalten

Steinmetzarbeiten am Dom

Immer wieder ein faszinierender, imposanter Anblick: Fast 800 Jahre ist er alt der Regensburger Dom und deshalb gibt es hier auch immer etwas zu arbeiten. Zumindest für Steinmetze wie Benjamin. Hartnäckigen schwarzen Dreck vorsichtig von der Fassade entfernen, die heiligen Figuren restaurieren und wenn es nicht anders geht, ersetzen durch neue. Originalgetreu versteht sich, die eigene Kreativität muss man etwas zügeln, denn hier ist kopieren angesagt. Benjamin arbeitet teils im Freien, teils in der Werkstatt. Sein Ziel: das steinerne Denkmal Dom in seiner ganzen Pracht zu erhalten.

"Also das war schon das Aufregendste, weil da haben wir das Gerüst gebaut, da kommt man normal nie hin und da sind wir dann auf 105 Meter oben gestanden und das werde ich wohl das ganze Leben nicht mehr. Wir haben vom Turmhelm die Grappen teilweise erneuert, das sind die Verzierungen, die entlang laufen und die Kreuzblume ist komplett neu aus Muschelkalk gemacht worden."

Benjamin, Geselle

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Steinmetz/-in und Steinbildhauer/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Handwerksbetrieb und Berufsschule
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Zugang: Offiziell ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Viele Betriebe verlangen einen guten Quali.
  • Eignung: Steinmetze und Steinbildhauer müssen ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben, exakt arbeiten, handwerklich geschickt und kreativ sein
  • Ausbildungsorte: Ausbildungsplätze gibt es bei kleinen und mittleren Steinmetz- und Steinbildhauerbetrieben.
  • Weiterbildung: Meister/-in, Techniker/-in, Studium, Spezialisierung im Bereich Denkmalpflege möglich.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Exaktes Arbeiten ist ganz wichtig, denn wer zu viel vom Stein weg schlägt, der muss im schlimmsten Fall noch einmal von vorne anfangen.

Geschick

Eine Engelsfigur aus Stein herausschlagen - Steinbildhauer müssen Geschick mitbringen. Zwei linke Hände kann sich hier niemand erlauben.

Kraft

Ganze Steinquader muss zwar niemand herumtragen, dafür gibt es Gabelstapler oder sonstige Hilfsmittel. Trotzdem: den Stein von einer Seite auf die andere drehen oder eine Marmorarbeitsplatte in den ersten Stock tragen, das kommt immer mal wieder vor - und dafür braucht man Kraft.


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