ARD-alpha - Ich mach's!


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Maurer/-in Vom Keller bis zum Dachgeschoss

Wohnungen, Häuser, Altbausanierungen - immer ist der Maurer im Spiel. Mit Kelle, Hammer, Mörtel und Stein errichtet er vor allen Dingen Rohbauten, die dann von Zimmerern, Stuckateuren und Heizungsbauern zu Wohnhäusern ausgebaut werden.

Stand: 18.06.2012

20 Kilogramm wiegen die Steine, die Tobias und Peter auf die entstehende Wand des Rohbaus wuchten. Einen nach dem anderen. Sie sind im zweiten und dritten Lehrjahr und arbeiten für einen Großbetrieb auf der Baustelle schon mit wie Facharbeiter. Ihre Hände sind kalkverschmiert und tragen Spuren des Mörtels, der die Steine zusammenhält. Richtschnur und Wasserwaage sind ihnen Orientierung, damit nichts "schief" läuft. Am Ende des Tages werden sie erschöpft sein wie an vielen solchen Tagen. Während hinter ihm der Kran schon Riesenverschalungen für Betonzwischenwände einschwenkt, mauert Tobias unverdrossen das erste Stockwerk aufs Kellergeschoss. Am Ende vieler solcher Tage werden die beiden Auszubildenden mit den Kollegen zusammen etwas Bleibendes geschaffen haben. Ein Bauwerk, das sie sich immer wieder anschauen können.

Auf vielen Baustellen im Einsatz

Stein für eine Natursteinmauer

René ist im zweiten Lehrjahr und arbeitet im väterlichen Kleinbetrieb. Zusammen mit Kevin, der im ersten Lehrjahr ist, kommt er auf vielen verschiedenen Baustellen zum Einsatz. Mal helfen sie, einen Altbau zu verputzen, mal pflastern sie einen Gehweg mit Granitwürfeln, mal hauen sie mit Hammer und Meißel die Steine aus dem Steinbruch zurecht für eine Natursteinmauer, mal verdrahten sie Bewehrungen für eine Betondecke. Kevin ist glücklich mit seiner Berufswahl und brennt darauf, nach der Ausbildung als Maurer arbeiten zu können.

"Die Vorstellung, ein eigenes Haus bauen zu können gefällt mir. Die Abwechslung natürlich auch - mal mauern, mal pflastern usw. Das ist einfach schön. Und immer draußen. So vorm Computer möchte ich nicht arbeiten. Das gefällt mir nicht!"

Kevin Schwiegler

Auf der Baustelle

Neben dem klassischen Werkzeug wie Kelle und Maurerhammer kommen auch moderne Hilfsmittel wie Laser-Nivelliergeräte zum Einsatz. Daneben helfen schwere Geräte wie Abbruchhammer, Steinsäge oder Rüttelplatte dem Maurer bei seinen Aufgaben. Das alles ist harte körperliche Arbeit, die mit Lärm und Dreck verbunden ist und bei der alle auch immer auf ihre Sicherheit achten müssen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Maurer/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Handwerks- oder Industriebetrieb und Berufsschule.
  • Zugang: Keine formale Zugangsvoraussetzung, Handwerk und Industrie stellen vorwiegend allerdings Maurer mit mindestens Hauptschulabschluss ein.
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer.
  • Ausbildungsorte: Baustellen in Gebäuden und im Freien, Berufsschule
  • Eignung: handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, gute Auffassungsgabe, körperliche Robustheit
  • Perspektiven: Maurer/-innen errichten nach Plänen von Architekten oder Statikern neue Gebäude, setzen bestehende instand und sanieren oder modernisieren sie. Je nach Ausbildung  zum Hochbaufacharbeiter kann im dritten Lehrjahr auch der Weg zum Betonbauer oder Schornsteinbauer eingeschlagen werden.
  • Weiterbildung: Vorarbeiter (Chef eines Arbeitsteams), Polier (Chef einer Baustelle), Meister (Betriebsführung möglich)
  • Ausbildungsalternativen: Beton- und Stahlbetonbauer/Beton- und Stahlbetonbauerin, Feuerungs- und Schornsteinbauer/Feuerungs- und Schornsteinbauerin, Bauwerksmechaniker/Bauwerksmechanikerin für Abbruch und Betontrenntechnik

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienst

Die Ausbildungsvergütung beträgt im Schnitt über die Jahre EUR 790,- im Monat. Später als Facharbeiter schwankt die tarifliche Bruttovergütung um EUR 15,- die Stunde. Als Jahresverdienst sind bis zu EUR 33.000,- möglich.

Genauigkeit

Beim Mauern kommt es auf Präzision an. Senkrechte und Waagerechte der Wände eines Rohbaus beispielsweise müssen exakt stimmen. Bei Ungenauigkeiten müssen die Teile wieder abgerissen werden. Korrekturen gehen sonst nicht.

Kraft

Die Steine eines modernen Hauses sind 20 bis 25 Kilogramm schwer. Sie werden in großen Mengen verarbeitet. Der Maurer hebt sie einzeln auf die entstehende Wand. Dazu kommen Arbeiten mit schwerem Gerät wie Bohr- oder Steinschneidemaschinen. Dazu gehört unbedingt Kraft und Robustheit.

Geschicklichkeit

Maurer müssen mit verschiedenen Materialien und Stoffen umgehen. Je nachdem, ob ein Haus gemauert, ein Gehwegpflaster gesetzt wird oder eine Wand verputzt wird, ob im Stehen, Knien oder auf dem Gerüst gearbeitet wird, handwerkliches Geschick gehört immer dazu.


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