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Startrampe // ZiehGäuner Die Blechbläser-Vagabunden

Die ZiehGäuner lieben die Frauen und das Reisen – und sie hüten einen riesigen Anekdotenschatz. Aber wenn man als Straßenmusiker durch Südeuropa oder Südkorea tingelt, erlebt man eben mehr als im Bayerischen Wald.

Stand: 13.08.2012 | Archiv

Die wohl beste Story geht ungefähr so: Als drei der mittlerweile fünf Burschen mit ihren Blasinstrumenten mal irgendwo in Athen an einer Straßenecke aufspielten, wurden sie von einem reichen Mann für so gut befunden, dass er sie einlud, am selben Abend die Showband auf seiner Yacht zu geben. Die Performance auf dem Schiff taugte ihm dann aber doch nicht und er drückte den Jungs tausend Euro in die Hand, damit sie wieder aufhörten.

Damals waren sie noch gar keine richtige Band, nur lose verbandelte Musiker. "ZiehGäuner" war nur der Name eines Blogs, den ein Freund anlässlich ihrer Straßenmusik-Tour durch den Balkan für sie ins Netz gestellt hatte. Nach ihrer wilden Odyssee war die Band geboren, der Name praktischerweise bereits vorhanden.

Entweder schunkeln oder Pogo tanzen

Die ZiehGäuner sind laut Selbstbeschreibung: ein "Kamikazemusiker" (Bassist Stefan Pfeiffer), ein "umweltbewusster Revoluzzer" (Gitarrist Ben Treimer), ein "intellektueller Bledschmatzkönig" (Schlagzeuger David Wöhrer), ein "pflichtbewusster Oberziehgäuner" (Sänger und Trompeter Matthias Köckeis) sowie ein "todernster Bandpsychiater" (Posaunist Jakob Mayr). Allesamt studierte Musiker, aber da hören die Gemeinsamkeiten auch fast schon auf.

Die Musikgeschmäcker der fünf Jungs sind höchst unterschiedlich, was dazu führt, dass sie Einflüsse aus Ska, Funk, Balkan Beat, Reggae, Disco, Rap und Folk so "vogerlwild" miteinander verwursten, bis ein typischer ZiehGäuner-Song dabei rauskommt, zu dem man entweder schunkeln oder Pogo tanzen kann. Und auch auf einen gemeinsamen Wohnort konnten sich die Jungs noch nicht einigen. Ihre Heimatstädte sind Regensburg, Viechtach, Linz und Simbach - wobei sie sich in letzterer einen Proberaum und ein Studio eingerichtet haben.

Auf den Marktplätzen zwischen Zürich und Belgrad

Seit dem Erfolg von LaBrassBanda sind bayerische Texte kein Hindernis mehr, um höhere Chartpositionen zu erklimmen. Und so ist es kein Wunder, dass die ZiehGäuner ihr erstes Album "Negl mit Kepf" bei einem Sublabel von Universal veröffentlichen konnten. So langsam können sie also von ihrer Musik leben, wobei das nicht heißt, dass die ZiehGäuner mittlerweile eine zahme Band geworden sind. Am liebsten sind sie nämlich immer noch "On the Road" und spielen auf den Marktplätzen zwischen Zürich und Belgrad zum Tanz auf.


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