Bayern 2 - Zeit für Bayern


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Rezept Krautwickerl genießen

Ein wunderbares Rezept im Herbst mit Ismaninger Kraut, gutem Hackfleisch und einigen Gewürzen. Ein wenig Zeit, ein Backofen und die Krautwickerl sind bald zubereitet.

Stand: 06.11.2011 | Archiv

Krautwickel | Bild: colourbox.com

Bayern genießen: Krautwickerl

Zutaten

1 Pfd. Hackfleisch gemischt, 2 Pfd. blanchierte Krautblätter, 150 g Zwiebelwürfel, 20 g Butter, 2 altbackene Semmeln, Milch, 2 Eier, 150 g Speckwürfel, 200 ml Brühe,  ¼ l dunkles Bier, Salz, Pfeffer, Kümmel, Muskat, Majoran, Stärke

Zubereitung

Die Zwiebel in Butter anschwitzen, zu den Semmeln geben und alles mit heißer Milch übergießen. Das Hackfleisch mit den Eiern vermengen und mit der abgekühlten Brotmasse verkneten. Alles mit den Gewürzen abschmecken. Mit den Krautblättern umwickeln. Die Krautwickerl in eine feuerfeste Form geben, die Brühe drübergießen und den Speck drüberstreuen. Im Ofen bei 190 °C ca. 50-60 Minuten garen.

Die im Bräter entstandene Specksoße mit dem Bier aufkochen und mit Stärke abbinden. Die Krautwickerl auf Tellern anrichten und mit der Sauce überziehen. Als Beilage Karoffelpüree mit Röstzwiebeln.

Zur Geschichte des Ismaninger Krauts

Die Geschichte begann, als die Ismaninger Bauern noch Leibeigene des Freisinger Fürstbischofs waren. Schon 1509 übertrug er ihnen seine Gemeindegründe als Eigentum – gegen 2.500 Krautköpfe, die sie ihm dafür alljährlich lieferten. Jede Familie erhielt nur ein paar schmale Beete, die aber höchst fruchtbar waren. So fruchtbar, dass es über Jahrhunderte möglich war, an derselben Stelle Kraut zu ziehen. Dank des besonderen Ismaninger Almbodens, der kalkreich und wasserspeichernd ist.

Die Ernte ist bis heute noch Handarbeit

Zahlreiche Sorten wurden angebaut, die beliebteste war das 'echte Ismaninger' Kraut. Im Herbst werden die großen festen bis zu bis zu zehn Kilo schweren Köpfe geernet. Stück für Stück, von Hand geschnitten, bis heute gibt es dafür noch keine Maschine. Früher hatte sich an dieser Schwerstarbeit die ganze Familie beteiligt. Es waren allesamt Kleinbauern, die sich im Jahre 1898 zur ersten Bayerischen Krautverwertungsgenossenschaft zusammentaten um unabhängig zu sein. Schon ein Jahr später gewannen die Ismaninger damit auf der Pariser Weltausstellung ihre Goldmedaille. Rund 15 Krautbauern gibt es heute noch.


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