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Mütter des Grundgesetzes Fragen & Antworten

Stand: 26.04.2013 | Archiv

Frida Nadig | Bild: picture-alliance/dpa

Frage 1 bis 4

Frage 1

Wer waren die "Trümmerfrauen"?

Antwort 1

Deutsche Frauen räumten ab 1945, etwa 10 Jahre lang nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges ca. 400 Millionen Kubikmeter Schutt aus den zerbombten Häusern und Gebäuden der Innenstädte weg. Die alliierten Besatzungsmächte hatten befohlen, dass sich alle Frauen zwischen 15 und 50 Jahren an diesen Arbeiten zu beteiligen hatten.

Frage 2

Wann entstand das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland?

Antwort 2

Der Parlamentarische Rat, ein von den alliierten Besatzungsmächten eingesetztes Gremium, Vorläufer des späteren Bundestages, hat es in verschiedenen Ausschüssen entworfen, am 8. Mai 1949 beschlossen und Ende Mai 1949 von den Volksvertretungen der beteiligten deutschen Länder annehmen lassen.

Frage 3

Welche Frauen gelten als die "Mütter des Grundgesetzes"?

Antwort 3

Dem Parlamentarischen Rat gehörten unter den 65 Abgeordneten auch vier Frauen an: Elisabeth Selbert (SPD), Frieda Nadig (SPD), Helene Wessel (Zentrum, SPD) und Helene Weber (CDU).

Frage 4

"Männer und Frauen sind gleichberechtigt". Artikel 3, Absatz 2.

Antwort 4

Welcher Satz im Grundgesetz war der Juristin Elisabeth Selbert zu verdanken?

Frage 5 bis 8

Frage 5

Was war revolutionär an der gesetzlichen Gleichberechtigung von Mann und Frau?

Antwort 5

Vor dem Grundgesetz galt das Bürgerliche Gesetzbuch von 1900. Zwar besaßen die Frauen seit 1918 in der Weimarer Republik das aktive und passive Wahlrecht. Aber sie waren per Gesetz verpflichtet, den Haushalt zu führen, über Erziehung und Ausbildung der Kinder entschied der Ehemann. Sie durften über das Vermögen, das sie in die Ehe miteingebracht hatten, nicht selbst entscheiden und auch kein Bankkonto ohne Zustimmung des Ehemannes eröffnen.

Frage 6

Wofür setzte sich die Juristin Elisabeth Selbert vor allem ein?

Antwort 6

Elisabeth Selbert kämpfte für die Aufhebung des Schuldprinzips im Scheidungsrecht. Das wurde allerdings erst 1977 abgeschafft.

Frage 7

Was begünstigte den Kampf für die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Verfassung?

Antwort 7

1945 gab es sieben Millionen mehr Frauen als Männer, fast vier Millionen waren verwitwet oder alleinstehend. Als Wählerinnen hatten sie somit Gewicht.

Frage 8

Womit gewann Elisabeth Selbert ihren Kampf?

Antwort 8

Sie mobilisierte die Öffentlichkeit, erreichte durch eine Vortragskampagne und öffentliche Reden ein Zusammengehen der bürgerlichen Frauenbewegung mit der Arbeiterbewegung.


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