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Das Zeitalter der Aufklärung

Von: Brigitte Kohn

Stand: 15.10.2012 | Archiv

Geschichte / Ethik und Philosophie / Deutsch und LiteraturHS, RS, Gy

Im 18. Jahrhundert, den Jahrzehnten vor der Französischen Revolution, entdeckt der Mensch sein Selbstbewusstsein. Er stellt überlieferte Autoritäten in Frage und verspricht sich von der Klarheit des Denkens eine grundlegende Besserung der Verhältnisse.

"Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!"

Immanuel Kant, Wahlspruch der Aufklärung

Die deutschen Aufklärer denken nicht an Revolution. Sie sehen vielmehr, dass erst in jedem einzelnen der Grundstock für eine langfristige Veränderung der Verhältnisse gelegt werden muss. Wer nicht selbst denken kann, kann auch nicht frei sein. In einer Zeit, in der noch Hexen verbrannt werden, es mancherorts noch Leibeigene gibt und Schule für viele ein Fremdwort ist, müssen praktikables Welt-Wissen erst vermittelt und Kritikfähigkeit erst geübt werden. Anders als in Frankreich kommen wesentliche Reformen in Deutschland erst "von oben", von aufgeklärten Fürsten wie König Friedrich dem Großen in Preußen. Mag uns vieles in dieser Zeit heute doch recht zögerlich und rückständig erscheinen, in der Aufklärung keimt der Beginn einer Denkweise, die unser Leben heute maßgeblich bestimmt.


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