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Friedensnobelpreis geht nach Kolumbien Jetzt erst recht!

Jetzt erst recht, heißt die Entscheidung aus Oslo. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hat eine klare Botschaft: Es gibt kein Zurück bei den Friedensverhandlungen mit der Farc-Guerilla. Es ist die einzig richtige Botschaft, die genau im richtigen Moment kommt.

Von: Anne Herrberg

Stand: 08.10.2016 | Archiv

Juan Manuel Santios und seine Frau | Bild: picture-alliance/dpa

Als nach vier Jahren zähen Verhandlungen Präsident Santos und Farc-Kommandant alias Timoschenko vor gut zehn Tagen einen Friedensvertrag unterzeichneten, ganz in weiß – da durfte die ganze Welt endlich mal wieder an das Gute glauben. Kurz darauf der Schock: eine Mehrheit der Kolumbianer sagte: Nein.

Sie zeigten nicht nur Santos und den Farc die rote Karte, sondern auch den internationalen Delegationen, Garanten, den Vereinten Nationen. Weltweite herrschte Fassungslosigkeit. Was nun? Präsident Santos hatte im Vorfeld immer wieder betont, es gäbe keinen Plan B. Er hatte sein eigenes politisches Schicksal mit dem Erfolg des Friedensvertrages verknüpft. Viele Kolumbianer nahmen im genau das Übel. Und sie warfen ihm vor, alles nur zu tun, um den Friedensnobelpreis zu bekommen. Vielleicht hat sich Santos zu Beginn verpokert.

Doch dann ist über seinen eigenen Schatten gesprungen – wie er es schon einmal gemacht hat. Als er vom Kriegstreiber zu Friedensstifter wurde. Als ehemaliger Verteidigungsminister führte er als rechte Hand des Vorgängerpräsidenten Alvaro Uribe den militärischen Kampf gegen die Farc an.

Abschied von der Politik der harten Hand

Doch er verabschiedete sich von der Politik der harten Hand und von seinem Ziehvater Alvaro Uribe, den er sich dadurch zum härtesten Rivalen machte. Sich mit der Farc, seinen ehemaligen Todfeinden, an den Verhandlungstisch zu setzen, war mutig – doch es brachte ihm im Land keine große Popularität.

Er hat die Sache über politische Querelen gestellt und demonstriert, dass es für Versöhnung und Frieden keinen Ersatz gibt. Solche Einstellungen findet man derzeit nicht oft auf der Welt. Der Preis ist daher ein Appell, nicht nur an ihn, diesen Weg weiterzugehen. Er gibt den Zehntausenden Menschen Rückenwind, die in diesen Tagen auf Kolumbiens Straßen für den Frieden demonstrieren sowie den Opfern des Bürgerkrieges, die in großer Zahl für ein Ja im Referendum gestimmt haben.

Appell an Gegner des Abkommens

Und er ist ein Appell: an die Farc, ihrerseits an den Verhandlungen festzuhalten und dem bewaffneten Konflikt abzuschwören. Vor allem aber ist der Preis ein Appell an die Gegner des Abkommens, die großteils mit Fehlinformation Angst und Misstrauen gegen den Friedensvertrag geschürt haben – sich aber erst spät und auch jetzt nur zögerlich an einem konstruktiven Dialog beteiligen. Sie sind nun in Zugzwang.

Der Preis ist aber auch ein Appell an die Welt: Konflikte können nicht mit Waffen sondern nur mit Worten gelöst werden – und mögen sie noch so verworren sein, man muss es versuchen. Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg – diese Worte von Gandhi zitierte Santos am Tag des historischen Referendums. Und er hat beweisen, dass er verstanden hat, was diese Worte bedeuten. Damit hat er den Preis jetzt erst recht verdient. Applaus für die Entscheidung aus Oslo.


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Kommentare

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Eduard Schilling, Samstag, 08.Oktober, 01:35 Uhr

16. Merkel/ Friedensnobelpreis

Liebe Öffentlichen Rechtlichen Medien, schreibt ihr Morgen, Angelas Stern sinkt, da sie den Preis nicht bekommen hat! Wenn sie ihn gewonnen hätte, wärt ihr doch ausgeflippt! Jetzt konnte man sehen, das die Welt Angela, doch nicht so liebt, wie man uns Deutschen weismachen wollte!

Franz, Freitag, 07.Oktober, 19:32 Uhr

15.

Es geht hier um den Friedensnobelpreis für den kolumbianischen Präsidenten. So weit so gut, eine richtige Entscheidung.

Manche Kommentatoren haben leider nicht mal den intellektuellen Tiefgang, überhaupt zu erkennen, um was es im Artikel ging. Sie sind so monothematisch aufgestellt, dass sie wohl selbst beim Wetterbericht noch gegen die Bundeskanzlerin hetzen müssen. Deutschland ist aber stark genug, auch ein paar Irrlichter zu ertragen.

  • Antwort von chart67, Freitag, 07.Oktober, 21:35 Uhr

    Danke Franz, ein wirklich leider seltener sehr guter Kommentar.
    Die Meinungsäußerungen sind hier langsam unabhängig vom Thema zu einer geistigen Müllhalde verkommen, auf der alle Ihren Frust und Ihre Unzufriedenheit abladen können, manche trotz redaktioneller Bearbeitung an der Grenze zum Justiziablen. Die Feindbilder sind klar definiert, eine Reflexion findet nicht statt, und das Thema ist sowieso unwichtig. Hauptsache es gibt Schuldige. Von Intellektualität kann man nur träumen. Hoffentlich ist Deutschland so stark, diese Irrlichter zu ertragen. Langsam kommen mir allerdings Zweifel.

  • Antwort von PeterZä, Freitag, 07.Oktober, 21:38 Uhr

    "Manche Kommentatoren" stellen fest das Artikel beim BR im Laufe des Tages einer gewissen Wandlung unterliegen.
    Und nein, es geht nicht um Kolumbien , sondern um den Nobelpreis der am Vormittag noch ganz klar an Frau Merkel gehen musste... zumindest wenn man der deutschen Presse gefolgt ist.

  • Antwort von Zwiesel, Freitag, 07.Oktober, 21:39 Uhr

    @Franz:
    Kann ich nur zustimmen.

  • Antwort von chart67, Freitag, 07.Oktober, 22:31 Uhr

    @ PeterZä
    Sehr interessant, da hab ich wohl etwas überlesen. Natürlich haben heute Vormittag alle Kommentaren Ihrer so geschmähten, angeblich gleichgeschalteten, öffentlichen Presse behauptet das Frau Merkel den Preis bekommen muss.
    Ja, Sie stand wohl auf der Liste, die Leistung für die Sie ausgezeichnet werden sollte war nur Vermutung. Und was wäre gewesen, wenn Sie ihn bekommen hätte?
    Es wäre zumindestens ein Zeichen an die europäischen Regierungschefs gewesen für die "Lösung" der Flüchtlingspolitik auf humanitärer, christlicher Basis wieder näher zusammenzuarbeiten. Ob Sie ihn aufgrund der anderen zu Wahl gestandenen Kandidaten wirklich verdient hätte, bezweifle ich auch. Dazu gibt es wichtigere Themen und Probleme auf der Welt.

  • Antwort von @chart67, Samstag, 08.Oktober, 00:18 Uhr

    @chart67:Ich finde es, naja, schon etwas anmaßend, wenn Sie sich allem Anschein nach zu einem Art Oberrichter/Staatsanwalt ("trotz redaktioneller Bearbeitung an der Grenze des Justiziablen...")aufschwingen wollen. Ihre Aufgabe ist es sicher nicht zu bewerten, und Ihr Sprachduktus wirkt m.M.nach schon etwas befremdend..Das zum einen.
    Ansonsten finde ich es sehr erfreulich, dass es dann doch keiner der gehandelten Geheimfavoriten geworden ist, und erfreulicherw. keiner aus der westl.und/oder östl.Hemisphäre geworden ist. Die Preisverleiher scheinen daraus gelernt zu haben, denn etwa mit der Vergabe an Obama oder an die EU ist sicher ein gewisser Ansehensverlust dieser Auszeichnung eingetreten.
    Dass es etwa Fr.Merkel nicht geworden ist, ist für mich nicht überraschend. Ein Staatslenker, der seine "Politik" der Bevölkerung nur überstülpt, und diese lt.Umfragen nicht gut ankommt, weil sie letztl.auch diese "Politik" finanzieren müssen, kann nicht noch mit einer "Belohnung" rechnen.

  • Antwort von Die arme Anni, Samstag, 08.Oktober, 01:12 Uhr

    @ Franz: Wenn ich auf meinen Gehaltszettel, auf mein Sparbuch, auf meine Stromrechnung u.s.w. schaue frage ich mich, was ich noch alles ertragen muss? Aber die Politiker sagen uns ja, dass es ihnen gut geht. Na dann haben sie ja alles richtig gemacht. Nennt man das Demokratie, wenn man für sein Tun keine Verantwortung tragen muss?

  • Antwort von Truderinger, Samstag, 08.Oktober, 01:16 Uhr

    @Franz: Danke! Volle Zustimmung!
    @chart67: Wir sind stark genug. Wir schaffen DIE:-)
    @PeterZä: Schöner können Sie die Richtigkeit Franz' Kommentars nicht belegen. Eigentor des Tages!:-)

  • Antwort von Erwiderung auf den Kommentar von User "chart67", Samstag, 08.Oktober, 15:05 Uhr

    Sehr geehrte BR-Redaktion! Habe gestern sehr spät abends eine Replik auf den Beitrag von User chart67 geschrieben. Sachlich, konstruktiv etc., im Einklang mit Euren Kommentarrichtlinien usw., diese Feststellung kann ich als gründlich reflektierterr Mensch durchaus berechtigt treffen.
    Warum dauert es eine Ewigkeit mit der Veröffentlichung, immer wieder nachhaken, scheint wohl so eine Art Zermürbungstaktik zu sein, um Kommentatoren, die noch nicht die vorgegenene Sichtweise des BR verinnerlicht haben, von weiteren Beiträgen abzuhalten. Sorry, anders kann ich mir so eine Vorgehensweise nicht erklären. Naja, auf der Titelseite ein Artikel über "Lügenpresse" und dann einem nicht gefällige Beiträge dann nicht veröffentlichen...Was sagt uns das, da scheint mir ein Maßstab angelegt zu werden, der stark an Willkür erinnert.

PeterZä, Freitag, 07.Oktober, 18:02 Uhr

14. Perfekte Titelwahl : Jetzt erst recht!

"Jetzt erst recht! "
Genau, und wenn es uns alles kostet, "Wir schaffen das" .
Wir bringen Angela nächstes Jahr nach Oslo.
Schade das die Medien europaweit noch nicht gleichgeschalten sind, dann würden auch die letzten Bücherwürmer im Norden erkennen dass an Angelas Wesen die Welt genesen wird.

  • Antwort von Wolf, Freitag, 07.Oktober, 18:47 Uhr

    Mein Gott,,was soll jetzt der Schmarrn,es geht um Kolumbien,die hatten und haben wirkliche Probleme,nicht so ein Pipifax-Flüchtlingsdrama, daß Europa im Grunde aus der Portokasse zahlen könnte wenn es denn wollte. Wir haben hier Luxusprobleme im Vergleich. Und mal ganz im Ernst,daß einzig wahre wirkliche Problem in Deutschland sind die selbsternannten Retter des Abenlandes.

  • Antwort von wm, Freitag, 07.Oktober, 19:32 Uhr

    @PeterZa

    Richtig!

    Durch Angelas Wesen
    wird die Welt genesen:-D

  • Antwort von chart67, Freitag, 07.Oktober, 21:37 Uhr

    @Wolf
    Sehr gut, dem ist nichts hinzufügen!

  • Antwort von Zwiesel, Freitag, 07.Oktober, 21:40 Uhr

    @Wolf:
    Absolut richtig.

  • Antwort von Wolfsaufklärer, Samstag, 08.Oktober, 00:40 Uhr

    @Wolf: Wie gesagt, es ist alles letztlich relativ, und def.eine Frage des gesellschaftlichen, und sozialen Standpunkts. Bin daher weder dafür, dass wir unsere sozialen Standards absenken, noch dass wir uns an den Verhältnissen in Kolumbien diesbezgl.orientieren. Klar, wäre diese Zuwanderungsproblematik relativ einfach finanziell lösbar, indem die Regierung dies als Anlass nimmt, das soziale Koordinatensystem im Land neu auszurichten, dem Reichen nehmen, den Armen geben, um es etwas plakativ zu formulieren.Quasi eine Art Fonds schafft. Macht sie alles nicht.
    Die ungerechte Weltwirtschaftsordnung oder der weltweite Hyperkapitalismus, soziale Ausbeutung in den sog.Entwicklungsländern durch internat.Konzerne wären damit aber nicht beseitigt, oft die Ursache von Armutszuwanderung etc. So lange es wieder nur um Aktienkurse und Wirtschaftswachstum etc.geht, wird auch dieses heiße Eisen internat.nicht angepackt werden.

PeterZä, Freitag, 07.Oktober, 16:45 Uhr

13. Mehr Glück beim nächsten Mal

Auf gehts Angie, mit mehr Geld und mehr " wir schaffen das" , mehr Menschen retten und mehr medialer Unterstützung wirds nächstes Jahr bestimmt klappen.
Obwohl...
Wenn ich mir die Stimmung in der Bevölkerung so anschaue...
Wie hat der , heldenhaft vom BR enttarnte, Rechtsterrorist Dr Alfons Pröbstl mal so hetzerisch prophezeit:
„Wenn Sie mich fragen, ist das, was wir gerade erleben, das zweite große Menschenexperiment auf deutschem Boden. Diesmal aber wirklich mit Vollgas“
Hoffentlich hat er nicht recht.

Maria M., Freitag, 07.Oktober, 15:38 Uhr

12. Friedensnobelpreis

Wiedereinmal hat man Deutschland und Frau Dr. Merkel vor den Kopf gestoßen. Frau Dr. Merkel hat soviel für den Frieden getan und nun so was. Unfassbar.

  • Antwort von wm, Freitag, 07.Oktober, 19:25 Uhr

    @Maria M.

    So so,ein Kriegswaffen exportierendes Land tut soviel für den Frieden.
    Waffen exportieren,Kriegsflüchtlinge "importieren". So wird Frieden geschaffen,gell!

  • Antwort von Steinlaus, Freitag, 07.Oktober, 19:28 Uhr

    Ich bin erschüttert :-))