Bayerisches Fernsehen - Sehen statt Hören

Wochenmagazin für Hörgeschädigte

Sehen statt Hören Wochenmagazin für Hörgeschädigte

Auge | Bild: Stockbyte

Nächste Sendung am 04. Februar 2012, ÄNDERUNG: 12.00 - 12.30 Uhr! (Folge 1542)

"Ich war ein typischer Schwerhöriger"

Was ist das eigentlich, ein typischer Schwerhöriger? Und warum sagt der Diplom-Psychologe Dr. Oliver Rien, dass er einer "war"? Das Zitat geht so weiter: „Ich habe meine Schwerhörigkeit verheimlicht und versteckt, mich sogar dafür geschämt. Den Mut, zu sagen: ‚Schaut mich bitte an und sprecht langsam‘, den hatte ich nicht.“

Wie dieses Porträt zeigt, ist er heute das genaue Gegenteil davon: Während des Studiums an der Universität Hamburg entdeckte er die Welt der Gehörlosen und die Gebärdensprache, heiratete eine gehörlose Frau, hat eine gehörlose Tochter und einen hörenden Sohn, promovierte 2007 in Psychologie und betreut seit 2008 in der Klinik am Stiftsberg in Bad Grönenbach hörgeschädigte Patienten. Darüber hinaus ist er deutschlandweit ein gefragter Dozent und Trainer für Kommunikation, soziale Kompetenz und "Empowerment" Gehörloser und Schwerhöriger, auch an Schulen, in der Lehrerfortbildung oder an Universitäten, wie auch für Eltern hörgeschädigter Kinder. Ein Mann der "Totalen Kommunikation", könnte man sagen, einer der wenigen hochangesehenen Experten im Hörgeschädigtenbereich, der auch selbst betroffen ist.

Das Fernsehteam mit Autorin Barbara Galic und Moderator Jürgen Stachlewitz begleitet Oliver Rien bei seinen vielfältigen Aktivitäten nach Leipzig, an die LMU München, an seinen Arbeitsplatz in Bad Grönenbach und nach Hause zu seiner Familie in Ottobeuren.

VORSCHAU

Samstag, 11. Februar 2012

Mehr Teilhabe im Beruf durch Arbeitsassistenten (Beispiele aus Köln)

Sprung in die Selbständigkeit - Hilfen für gehörlose Unternehmer?

Sehen statt Hören - samstags um 9.45 Uhr

"Willkommen bei Sehen statt Hören" - der einzigen Sendereihe in der deutschen Fernsehlandschaft, die im Bild sichtbar macht, was man sonst nur im Ton hört! Nicht im "Off", sondern im "On" werden hier die Inhalte präsentiert - mit den visuellen Mitteln des Fernsehens, Gebärdensprache und offenen Untertiteln.

Zielpublikum sind vor allem die etwa 300.000 gehörlosen, spätertaubten oder hochgradig schwerhörigen Zuschauerinnen und Zuschauern in der Bundesrepublik, die ein solches Programm benötigen, das ihren Kommunikationsbedürfnissen entspricht und ihnen optimale Verständlichkeit ermöglicht, aber auch alle anderen, die sich von den Themen und der ungewöhnlichen Machart angesprochen fühlen.

In wöchentlich 30 Minuten bringt das vom BR produzierte und in allen Dritten Programmen ausgestrahlte Magazin Informationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, von Arbeitswelt, Familie, Freizeit, Sport über Kunst, Kultur, Bildung, Geschichte bis hin zu politischen, sozialen, rechtlichen und behindertenspezifischen Themen.