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Elektroniker/-in für Betriebstechnik Technik-Experten auf Fehlersuche

Immer, wenn irgendwo in einem Kraftwerk, an einer Montagestraße oder an einer Produktionsanlage ein Fehler auftritt, ist das ein Fall für die Elektroniker für Betriebstechnik. Sie sorgen in Industriebetrieben dafür, dass Anlagen und Geräte rund um die Uhr laufen - vom Telefon über den Aufzug bis zum Roboter.

Stand: 17.11.2017

Es muss schnell gehen. Michael Kindsmüller eilt mit seinem Werkzeugkoffer durch die Produktionshallen. Eine Anlage hat einen Fehler gemeldet. Sie produziert nicht mehr. Jede Maschine, die steht, kostet das Unternehmen Geld. Michael ist Elektroniker für Betriebstechnik bei der Firma Jungheinrich. Die stellt Gabelstapler her - mit über 1000 Mitarbeitern und 60 Robotern. Michael und seine Kollegen sorgen dafür, dass die Maschinen Tag und Nacht laufen. Er ist ständig auf den Beinen und immer erreichbar. Michael wechselt an einer Maschine eine defekte Lichtschranke aus, repariert einen Schweißroboter und konfiguriert die Steuerung einer Lackieranlage. Er muss sich mit unterschiedlichen Systemen, Steuerungen und Programmiersprachen auskennen.

"Das Schöne ist bei diesem Job, dass man nie alles gesehen hat. Es kommt immer wieder was Neues raus, neue Steuerungen, man lernt nie aus."

Michael Kindsmüller, Elektroniker für Betriebstechnik

Strom, Steuerungen, Schaltungen

Elektroniker für Betriebstechnik lernen im Betrieb und in der Berufsschule. Dort erfahren sie, wie elektrische Anlagen funktionieren und wie sie in Betrieb genommen werden. Sie bauen Schaltungen auf und programmieren Steuerungen von automatisierten Systemen. Neben Mathe und Physik brauchen sie Sprachkenntnisse: Viele Handbücher gibt's nur auf Englisch.

Steil nach oben

Tristan Reicher macht gerade seine Ausbildung. Er ist im 2. Lehrjahr. Wie die meisten seiner Kollegen hat er einen mittleren Schulabschluss. In seinem Betrieb geht's steil nach oben: Er lernt bei der Firma Kone, einem der größten Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen. Dort kommt er in verschiedene Abteilungen, zur Zeit ist er in der Instandhaltung eingesetzt. Zusammen mit einem Servicemonteur ist er den ganzen Tag unterwegs zu Kunden, wartet Aufzugsanlagen und behebt Störungen. Die beiden prüfen  Antrieb, Bremsen und Seile. Außerdem fahren sie auf dem Dach der Kabine durch den Schacht und kontrollieren, ob die Türen gut schließen. Tristan muss alles genau und sorgfältig machen - an seiner Arbeit hängen im wahrsten Sinne des Wortes Menschenleben.

"Ich muss sehr genau arbeiten, denn ich habe eine wirklich hohe Verantwortung für die Personen, die mit dem Aufzug fahren. Deswegen: Lieber zwei Mal schauen, das ist immer besser!"

Tristan Reicher (19), 2. Lehrjahr

Strom und Wärme für eine ganze Stadt

Bildschirme, überall Bildschirme. Konstantin Thomas und seine Kollegen sitzen in der Zentralwarte des Heizkraftwerks Süd der Stadtwerke München. Von hier haben sie die gesamte Anlage im Blick, sehen Leistungsdaten und Fehlermeldungen. Im Heizkraftwerk wird Gas verbrannt, Strom und Wärme entsteht. Die Elektroniker für Betriebstechnik sorgen dafür, dass die Anlage immer läuft. Gibt es eine Störung, müssen sie die so schnell es geht beheben - immerhin versorgen sie einen großen Teil der Stadt mit Strom und Fernwärme.

"Meine Hauptaufgabe ist die Aufrechterhaltung des Betriebs, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Auch wenn die Leute schlafen, muss ja genügend Strom und Fernwärme für ganz München vorhanden sein."

Konstantin Thomas, Kraftwerksmeister Fachrichtung Produktion

Ein Job mit vielen Möglichkeiten

Elektroniker für Betriebstechnik haben mit ihrer Ausbildung zahlreiche Möglichkeiten. Sie sind gefragt in fast allen Industriebereichen mit Produktionsanlagen. Sie halten den Laden am Laufen, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Elektroniker/-in für Betriebstechnik
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: mittlere und größere Industriebetriebe mit Produktions- und Betriebsanlagen: von Kraftwerksanlagen und Umspannwerken über Montagestraßen der Automobilindustrie bis zu bahntechnischen Anlagen
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Die meisten Elektroniker/-innen für Betriebstechnik haben einen mittleren Bildungsabschluss.
  • Eignung: gute Noten in Mathe und Physik, Grundkenntnisse in Informatik, technisches Verständnis, Sorgfalt und Genauigkeit
  • Perspektiven: Spezialisierung auf bestimmte Bereiche oder Tätigkeiten (z.B. Montage, Instandhaltung); Prüfung zum Industriemeister/-in, z.B. Fachrichtung Elektrotechnik; Weiterbildung zum Techniker/-in; Studium, z.B.  Elektrotechnik oder Mechatronik
  • Alternativen: Im Bereich Energietechnik: Elektroanlagenmonteur/-in; Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik; Elektroniker/-in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik; Elektroniker/-in für Gebäude- und InfrastruktursystemeIm Bereich Mechatronik und Automatisierungstechnik: Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik; Mechatroniker/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Elektroniker für Betriebstechnik müssen sorgfältig und genau arbeiten. Sie haben eine hohe Verantwortung für die Maschinen und die Produktion. Wenn sie einen Fehler machen, kann das teuer werden.

Mathe

Wer sich für den Job interessiert, sollte sich in Informatik, Mathe und Physik auskennen. Auch Sprachkenntnisse sind wichtig, denn viele Handbücher gibt’s nur auf Englisch.

Gefahr

Der Job ist nicht ganz ungefährlich. Je nach Unternehmen haben es Elektroniker für Betriebstechnik mit hohen Spannungen, heißen Dämpfen und hohem Druck zu tun. Sie müssen sich an die Sicherheitsvorschriften halten.

Geld

Elektroniker für Betriebstechnik verdienen während der Ausbildung ziemlich gut – im Vergleich zu Azubis in anderen Berufen liegen sie im oberen Drittel, bekommen schon im 2. Lehrjahr um die 1000 Euro.


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