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BR24-Wahlfahrt "Mein Mitarbeiter soll nicht abgeschoben werden"

Adolf Kugelmanns neuer Mitarbeiter ist fleißig und beliebt. Trotzdem muss er wahrscheinlich bald Deutschland verlassen, denn er kommt aus dem Senegal. Muss das sein, fragt der Bauunternehmer in der Wahlfahrt. Joachim Herrmann von der CSU, Florian Pronold von der SPD und Daniel Föst von der FDP antworten. Wer hat Euch überzeugt? Diskutiert mit!

Von: Mira-Sophie Potten

Stand: 09.08.2017 | Archiv

"Warum muss man trotz Fachkräftemangels Leute abschieben, die in Deutschland schon einen Job haben?" Adolf Kugelmann, Bauunternehmer aus Neusäß

Adolf Kugelmann beschäftigt in seinem Betrieb mehrere Asylbewerber. Einer von ihnen stammt aus dem Senegal und hat schlechte Chancen, in Deutschland bleiben zu dürfen. Der Bauunternehmer braucht allerdings dringend Nachwuchs und hätte als Arbeitgeber gern ein Mitspracherecht bei der Frage, ob seine Mitarbeiter Asyl bekommen oder nicht.

Alle Politiker, alle Antworten

Klaus Ernst, die Linke:

"Die Gesetzeslage würde es bereits heute zulassen, wenigstens bei solchen Migranten, die sich in Deutschland erfolgreich integriert haben, von der Durchsetzung einer Ausreisepflicht Abstand zu nehmen. Diese Menschen abzuschieben, ist aus unserer Sicht absolut widersinnig, sowohl aus humanitärer Sicht mit Blick auf die Betroffenen, als auch aus volkswirtschaftlicher Sicht. Wenn dennoch abgeschoben wird, ist das offenbar Duckmäusertum vor populistischen Stimmungen."

Claudia Roth, die Grünen:

"Jede Abschiebung ist mit großen menschlichen Härten verbunden, weshalb wir Grüne für all jene, die keinen Anspruch auf Asyl haben, die freiwillige Rückkehr stärken wollen. Mit Blick auf den Fachkräftemangel schließlich haben wir Grüne ein detailliertes Gesetz zur geordneten und gezielten Einwanderung vorgelegt – und fordern auch hier die Möglichkeit zum sogenannten Spurwechsel: Wer kein Anrecht auf Asyl hat, aber über die entsprechenden Qualifikationen verfügt, sollte eine Arbeitserlaubnis erhalten können."

Joachim Herrmann, CSU:

"Junge Asylbewerber, die einen Ausbildungsvertrag unterschrieben haben, bevor ihnen ein ablehnender Bescheid zugegangen ist, haben die Möglichkeit, nach der sog. 3+2-Regelung ihre Ausbildung in Deutschland abzuschließen und danach weitere zwei Jahre in dem Betrieb zu arbeiten.  Generell gilt aber, dass das Asylrecht kein 'Ersatzeinwanderungsrecht' ist."

Florian Pronold, SPD

"Mit der 3+2-Regelung hat die SPD für mehr Planungssicherheit bei Geflüchteten und Unternehmen gesorgt. Klar ist aber auch: Für Menschen, die bei uns in erster Linie Arbeit suchen, ist das Asylsystem der falsche Weg. Wir wollen ein Einwanderungsgesetz schaffen, mit dem wir den Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte nach Deutschland besser steuern können. Damit regeln wir transparent und verständlich, wer aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland einwandern darf."

Martin Hebner, AfD:

"Gesetze können nicht beliebig beiseite geschoben werden; das nennt man Rechtsstaat. Wenn jemand rechtmäßig, also nach Recht und Gesetz unseres Landes eingewandert ist, dann gibt es auch keine Frage. Wenn jemand außerhalb unseres Rechts hier leben will, dann geht das nicht." (AfD-Spitzenkandidat Martin Hebner wollte an der Aufzugfahrt zum Bedauern der Redaktion nicht teilnehmen, beantwortete aber – wie alle anderen – die Fragen schriftlich.)

Daniel Föst, FDP:

"Das ist in der Tat ziemlich dämlich und sinnlos. Wir müssen für gut integrierte und qualifizierte Flüchtlinge Möglichkeiten schaffen, unabhängig vom Ausgang ihres Asylverfahrens legal in Deutschland zu bleiben. Dafür brauchen wir ein Einwanderungsgesetz. Das wird eine der wichtigsten Aufgaben in der nächsten Legislaturperiode."

Und, wer hat Euch überzeugt?


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reminder, Donnerstag, 14.September, 00:45 Uhr

38. Die Redaktion ist hoffentlich zufrieden

Sind Sie von der Redaktion eigentlich stolz auf, das, was Sie hier in den Kommentaren erreicht haben? Dass sich die Leute hier kübelweise mit Gift und Galle überschütten? Ist das jetzt ein Erfolg für Sie? Finden Sie das vielleicht sogar amüsant, wie sich hier erwachsene Menschen auf völlig unzureichender (Schein-)Informationsgrundlage gegenseitig diffamieren und verunglimpfen? Dass es mal wieder so richtig abging? Der Informationsgehalt geht dabei jedenfalls gegen null, wenn man mal davon absieht, dass kaum ein Politiker den Mumm hatte, sich diesem unwürdigen Spiel zu verweigern und sich daher eigentlich alle Beteiligten als unwählbar dargestellt haben. Aber Hauptsache, Sie haben mal wieder etwasÖl ins Feuer gegossen. Und, wer / was verbrennt da drin jetzt? Das letzte bischen politischer Sachverstand, das wir eigentlich dringend zur Lösung der angesprochenen Probleme bräuchten? Ist das Qualitätsjournalismus, der seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gerecht wird?

  • Antwort von Mitleidende, Donnerstag, 14.September, 10:03 Uhr

    reminder
    Ich habe auch ein Riesenproblem mit solchen Kommentaren, Usern.
    Aber die Redaktion mache ich nicht dafür verantwortlich.
    Fragen Sie sich lieber, was in der Redaktion " abging" .
    Wieviele Kommentare gar nicht freigeschaltet wurden !
    Mir tun hier eher die Redakteure leid. Die Beschimpfungen und Beleidigungen bekommen die
    auch kräftig ab. Einmal " rutschte" ein Kommentar durch, der kurze Zeit später
    entfernt wurde, die Journalisten wurden darin mit wüsten Namen aus dem Rotlichtmillieu beleidigt.
    Ich würde mir auch sehr einen respektvollen Umgang und nivrauvolle, informative Kommentare,
    so wie Sie auch wünschen.
    Leider zeigt sich, wer im Forum in der " Überzahl" ist. Die User kann sich der BR leider nicht
    aussuchen.

  • Antwort von wm, Donnerstag, 14.September, 10:33 Uhr

    Mileidende
    Und die Kommentare mit beleidigenden,herabwürdigenden Inhalt von Truderinger flutschen auch so mal nebenbei durch,nicht wahr?
    Seine No-Go Kommentare werden augenscheinlich vor der Freischaltung (bewußt??)erst gar nicht bearbeit.
    Augen zu und durch!
    Überhaupt,ist die Redaktion kritikfähig?
    Wenn ja,müßte dieser kritische Kommentar freigeschaltet werden!

  • Antwort von wm, Donnerstag, 14.September, 10:45 Uhr

    Sieh an,sieh an,na so was,hätte ich nicht gedacht,kaum zu Glauben die Kritikfähigkeit hat sich mit der Freischaltung meines kritischen Beitrags bestätigt.

  • Antwort von reminder, Donnerstag, 14.September, 11:20 Uhr

    @Mitleidende: Ich fürchte, Sie machen sich da etwas vor und missverstehen mein Anliegen. Mir geht es nicht um das mitunter sehr dürftige Niveau der Kommentare. Ich stell mir die Frage, was sich die Verantwortlichen beim BR dabei gedacht haben, die diese Kommentare - mal wieder - provoziert haben. Diese Kommentare waren schließlich vorhersehbar. Für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den angesprochenen Themen stellte die Redaktion schließlich weder die nötige Informationsgrundlage zur Verfügung, noch bietet das Format genug Zeit dafür. Es ist an Oberflächlichkeit kaum zu überbieten. Da kann gar nichts Vernünftiges dabei heraus kommen. Die Redakteure sind insofern keine bemitleidenswerten "Opfer", wie sie es scheinbar sehen. Sie sind vielmehr "Täter", die diese auf Emotion und Kravallmacherei abzielende Sache selbst angezettelt haben, statt ihrem Informations-, Kontroll- und Bildungsauftrag auch nur ansatzweise gerecht zu werden.

  • Antwort von Mitleidende, Donnerstag, 14.September, 11:46 Uhr

    wm
    Dann gehen Sie halt mit gutem Beispiel voran.
    Es ist doch so, dass sich das alles hochschaukelt.
    Vorher überlegen, wie man sachlich auf Kritik eingeht.
    Ich selbst nehme mich übrigens nicht aus. Auch ich habe schon unsachlich reagiert.
    Nur wäre uns allen geholfen, vorher zu überlegen und nicht einfach immer gleich
    die Verbalkeule zu schwingen. Sie spreche ich jetzt an, weil Sie geantwortet haben.
    Ich meine aber nicht nur ausdrücklich Sie, sondern alle, die unsachlich werden.

  • Antwort von Mitleidende, Donnerstag, 14.September, 12:17 Uhr

    reminder
    Fast den gleichen Kommentar habe ich auch einmal bei einem Beitrag geschrieben.
    Übrigens noch eine Mail direkt an die Redaktion.
    Ob es die Redaktion nötig hat, mal wieder einen Beitag einzustellen, der als Magnet
    für unterirdische Kommentare dient.
    Diesen Beitrag sehe ich jetzt nicht so kritisch wie Sie.
    Je mehr Information um so besser, dieser Meinung von Ihnen schließe ich mich dennoch
    vorbehaltlos an.
    Den Usern unterstelle ich aber mittlerweile, dass sie die Beiträge gar nicht
    mehr lesen. Es wäre gut, wenn ich mich da täuschen würde.
    Die Kommentare sprechen allerdings dagegen.
    Deshalb meine Bitte an die User, Beiträge lesen, Gedanken darüber machen und
    Niveauvolle Kommentare schreiben. Man kann auch streiten, eine andere Meinung
    haben und dass in einem anständigen Ton vorbringen.

Agan, Mittwoch, 13.September, 21:22 Uhr

37. billige Hilfsarbeiter

Habe vor kurzem eine neue Wohnung gekauft. Fließenarbeiten wurden von ortsansässigen Betrieb gemacht. Tatsächlich ausgeführt von einem nicht deutsch sprechenden Ungarn und zwei Schwarzafrikanern ( Asylbewerber) als Hilfsarbeitern. Die Arbeiten waren Pfusch. Nachbesserung hat zwei Tage gedauert. 1/3 der Wohnungskäufer hat sich damit abgefunden und nicht reklamiert. Gutes Geschäft für die Firma.

Seppl , Mittwoch, 13.September, 21:01 Uhr

36. Asyl ist nicht zur Beschaffung von Arbeitskräften da

Für alle, die es noch immer nicht kapieren: das Asylrecht ist nicht dazu gedacht, Firmen mit Arbeitskräften zu versorgen. Es soll Schutz vor politischer Verfolgung gewähren, und zwar grundsätzlich auf Zeit. Wenn keine politische Verfolgung vorliegt, gibt es keinen Aufenthaltstitel und der Bewerber muß das Land wieder verlassen.
Der sparsame Unternehmer muß dann leider womöglich jemand anderen einstellen, der sich dann darüber freut.

  • Antwort von M. M., Mittwoch, 13.September, 21:17 Uhr

    100% Zustimmung, wenn der Herr Unternehmer vernünftige Löhne bezahlen würde hätten er auch keine Nachwuchssorgen.
    Das klingt vielleicht für den ein oder andere komisch, ist aber so.

  • Antwort von Karl, Mittwoch, 13.September, 22:44 Uhr

    Lieber M.M.,
    Beim Herrn Bauunternehmer stehen die Leute Schlange, die Maurer, Dachdecker oder Fliesenleger werden wollen? Genauso wie beim Bäcker und Metzger? Das Problem sind meist gar nicht so sehr die Löhne - das Problem ist, dass das alles Knochenjobs sind, die deutsche Schulabgänger nicht mehr gerne machen wollen. So wie lange Jahre Müllabfuhr und Straßenreinigung fest in türkischer Hand gewesen sind, weil sich der Einheimische zu gut für diese Drecksarbeit war. Mir ist jeder fleißige Syrer, Senegalese oder Afghane herzlich willkommen, wenn er nach unseren Regeln leben mag und durch seiner Hände Arbeit zum Fortkommen unseres Landes beitragen will.

  • Antwort von spunny, Mittwoch, 13.September, 23:00 Uhr

    und wenn der Kunde nicht immer alles super billig will, anstatt auf Qualität zu achten, braucht man sich auch nicht wundern, wenn Unternehmer nicht bessere Löhne zahlen können. vieles hat hat oft zwei Seiten.

  • Antwort von Sonja, Mittwoch, 13.September, 23:57 Uhr

    ,genau so ist es,aber ich habe das Gefühl,Leute die sich integrieren wollen,alles dazu tun (Sprache,einfach dabei sein wollen) werden nach Jahren,in der Schwebe,(Ja odert Nein) abgeschoben,Vergewaltiger und co.,bleiben hier(Gefängnis)wenn überhaupt,san mia debatt???? Die nicht wollen,ab nach Hause,die .Ehrlich wollen,sollen Hilfe bekommen.

Truderinger, Mittwoch, 13.September, 19:53 Uhr

35.

Nur noch mal zur Sicherheit: Gibt es noch irgendeinen Problembürger, der nicht kapiert hat, dass es in diesem Bericht nicht um Vergewaltiger geht, die heute abgeschoben werden? Die Aufnahmefähigkeit ist ja oft vor lauter Geifer und Hass stark beeinträchtigt, egal ob man im Chiemgau lebt oder - wow!! - sogar Zeitungen liest:-)

  • Antwort von Chiemgauer, Mittwoch, 13.September, 22:40 Uhr

    Nur noch mal zu Sicherheit: Mein erster Post bezog sich auf die Frau, welche die Abschiebkosten aufgelistet hat und dies so viel Steuergelder verschlingen würde. Ich sagte, ob es ihr das nicht Wert wäre, wenn rechtskräftig Verurteilte abgeschoben werden. Der zweit Post war auf die Frage einer Frau, wie es denn sein könnte, dass Flüchtlingsorganisationen gegen die Abschiebung von 8 rechtskräftig verurteilten Demonstrieren. Aber es gibt Menschen in München (besonders in Trudering) die können nicht sinnerfassend lesen und das macht mit Sorgen.

  • Antwort von Truderinger, Mittwoch, 13.September, 22:50 Uhr

    Hm, scheinbar hat der ein oder andere den Bericht tatsächlich gelesen und kapiert, dass er einfach mal nur so ins Blaue gehetzt hat! Naja, kann ja MAL passieren;-)))

Ludwig v.d. Tann, Mittwoch, 13.September, 19:35 Uhr

34. Überflüssig.

Der Zerfall hat begonnen, da hilft ein derartiges Schmierentheater auch nicht weiter... Prepare!

  • Antwort von Truderinger, Mittwoch, 13.September, 19:50 Uhr

    Die Offenbarung des Ludwig!