BR Fernsehen - Unter unserem Himmel


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Grün kaputt Landschaft und Gärten der Deutschen

Wie kaum ein anderer hat Dieter Wieland in "Unter unserem Himmel" die Veränderung des Landes Bayern dokumentiert und kommentiert. Anlässlich "50 Jahre Bayerisches Fernsehen" wird einer seiner Aufsehen erregendsten Beiträge gesendet.

Stand: 19.08.2014 | Archiv

Lange bevor ökologische Themen in der Mitte der Gesellschaft angekommen waren, hat Dieter Wieland in "Unter unserem Himmel" die Zersiedelung der Landschaft, die Verschandelung von Städten und Dörfern erkannt und eindringlich geschildert. Wie kaum ein anderer hat er die Veränderungen des Landes Bayern dokumentiert - und in seiner unnachahmlichen Art kommentiert. Jahrzehnte lang kämpft der Filmautor in seiner preisgekrönten Reihe "Topographie" für den Schutz unserer gewachsenen und gebauten Kulturlandschaft.

Information

Autor: Dieter Wieland
Erstausstrahlung: 23.10.1983
Sendelänge: 44 Minuten

Zum Jubiläum "50 Jahre Bayerisches Fernsehen" wird einer seiner Aufsehen erregendsten Beiträge gesendet: "Grün kaputt. Landschaft und Gärten der Deutschen". Zur Erstausstrahlung 1983 schrieb Dieter Wieland: "Ein Kahlschlag geht durchs Land. Aber es sind nicht nur die großen, auffälligen Aktionen wie Startbahn West oder Rhein-Main-Donau-Kanal, die das Grün in Deutschland dezimieren. Viel schreckender und folgenschwerer sind die tagtäglichen privaten Abholzungen mit der Motorsäge, die in der freien Landschaft kaum noch Flurgehölze oder Hecken, Streuobstanlagen, Einzelbäume oder Alleen übrig gelassen haben. Wir kennen kaum noch Bäume in der freien Flur. Noch nie standen Bauernhöfe und Dörfer so nackt und kahl in der Landschaft. Genauso erbarmungslos gehen Gartenbesitzer und Eigenheimbauer gegen jeden alten Baumbestand vor. Aus Angst vor Herbstlaub, Fallobst und vor Schatten sind in den letzten Jahren fast nur noch kniehohe Krüppelkoniferen gepflanzt worden - pflegeleicht, aber unfruchtbar und völlig wertlos als ökologische Basis für ein Tier- und Vogelleben und zur Verbesserung von Luft und Klima in unserem Wohnbereich. Es ist nicht damit getan, von der Industrie Maßnahmen gegen den Ausstoß von Schwefel zu fordern. In dieser Krise der Natur ist jeder Einzelne zum Handeln aufgerufen."


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