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DAS BAYERISCHE JAHRTAUSEND - 17. Jahrhundert Ingolstadt - Beamte, Forscher und Jesuiten

Ingolstadt ist seit 1472 Sitz der ersten bayerischen Universität, die später ein Hort der Jesuiten wird. Von dort aus entwickelt sich ein Zentrum der Naturwissenschaften und der Wandel Bayerns zum konfessionell geprägten Verwaltungsstaat.

Stand: 26.11.2012

Ingolstadt ist nicht nur seit 1472 Sitz der ersten bayerischen Universität, sondern auch eine Bastion des Glaubens. Von Ingolstadt aus entwickelt sich binnen weniger Jahrzehnte der Wandel Bayerns zum konfessionell geprägten Staat und zu einem der modernsten Territorien Europas.

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Hans-Michael Körner (links), Maximilian Lanzinner | Bild: BR zum Video Ingolstadt - Bayerns erste Uni Studieren im 17. Jahrhundert und heute

Warum wurden in Ingolstadt damals so viele Juristen ausgebildet? Aus welchen Schichten kamen die Studenten? Hans-Michael Körner, Fachberater der Serie, im Gespräch mit dem Historiker Maximilian Lanzinner, der zudem erstaunliche Parallelen zum heutigen Universitätsbetrieb zieht. (Spielszene aus "DAS BAYERISCHE JAHRTAUSEND, 17. Jahrhundert: Ingolstadt" und Ausschnitte aus der BR-alpha-Expertenrunde vom 2. Juni 2012, 7:37 min) [mehr]

In Ingolstadt wird das neue öffentliche Recht gelehrt. Die hier ausgebildeten Beamten realisieren die Neuordnung des Finanzwesens und tiefgreifenden Reformen in der Verwaltung nach dem Willen des Kurfürsten. Ihr Korpsgeist erleichtert es, die Anordnungen rascher umzusetzen - ein funktionierender Verwaltungsapparat. Die Jesuiten beleben nicht nur das spirituelle Leben in den Pfarreien neu, unter ihnen sind auch die bedeutendsten Wissenschaftler der Zeit. Adam Tanner (1572-1632) ist Theologe, Naturforscher, Philosoph und Astronom. Theologe und gleichzeitig Naturforscher zu sein, ist für ihn kein Widerspruch, denn die Erforschung der Welt ist ein Weg zu Gott: So erforscht Tanner Pflanzen, Tiere und fossile Funde im Dienste der Wissenschaft.

Festung hält im Dreißigjährigen Krieg

Dreharbeiten: Udo Wachtveitl mit dem Ingolstädter Schloss im Hintergrund

Seit 1618 tobt der Dreißigjährige Krieg in Europa, in dem Ingolstadt als schwer umkämpfte, aber uneinnehmbare bayerische Landesfestung eine bedeutende Rolle zukommt. Nach ihrer Bewährungsprobe im 16. Jahrhundert lässt Maximilian I. angesichts des Einmarsches der Schweden 1632 die Festung ausbauen. Tatsächlich hält die Festung Ingolstadt auch der Belagerung des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf stand und ist in der zweiten Hälfte des Krieges Zufluchtsort für unzählige Menschen.

1651 wird der sterbende Kurfürst Maximilian nach seinem Wunsch in die Stadt gebracht. Fast scheint es, als wollte er dadurch ein Zeichen setzen, was ihm das wichtigste ist und wofür Ingolstadt in seinen Augen steht: Glaube und Recht - und die Macht beides zu beschützen.


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