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Geld und Studium Wenn Student*Innen zu lange aufs Bafög warten

Bald ist das Semester rum, für viele Student*innen, die Bafög beziehen, heißt es jetzt erst mal warten. Denn die Bafög-Anträge werden manchmal nicht schnell genug bearbeitet. Warum ist das so und was könnt ihr dagegen tun?

Author: Cosima Weiske

Published at: 19-6-2020 | Archiv

Grafik | Bild: BR

Bafög ist ja eigentlich eine Super-Sache: Finanzielle Unterstützung für Leute, deren Eltern nicht so viel verdienen. Klar, das Geld ist oft zu wenig, das kann man kritisieren. Aber es gibt auch noch ein anderes Problem mit dem Bafög: Es kommt manchmal einfach viel zu spät an.

Liliana Düstersiek hatte dieses Problem jetzt schon zwei mal: Ihr Bafög-Antrag war abgeschickt, aber das Geld ist kam einfach nicht. Sie studiert an der LMU in München, ihre Anträge gehen über das Münchner Studentenwerk. Bis zu drei Monaten hat Liliana jedes Mal auf ihr Geld warten müssen. Manchmal ist eine Kleinigkeit beim Antrag falsch ausgefüllt - einen Grund, warum Liliana schon wieder warten muss, findet sich immer, so kommt es ihr zumindest vor. Für die 21-Jährige ist das eine richtig belastende Situation. Beim letzten Mal dauerte es Wochen, sagt sie, bis sie überhaupt erfahren hat, dass man etwas nachreichen muss. “Und dadurch hab ich halt auch wieder fast drei Monate gewartet, bis ich überhaupt mal ein Schreiben bekommen habe, wo drin stand, wie viel ich bekomme und ob ich was bekomme und das ist halt furchtbar.”

Das Geld fehlt, wenn es am dringendstend gebraucht wird

Liliana hat Glück. Ihre Eltern können ihr manchmal ein bisschen Geld vorstrecken und sie wohnt in einer sehr billigen Mietwohnung. Trotzdem muss sie in dieser Zeit nach weiteren Einnahmequellen suchen. Sie hat sich als Testperson beim Labor gemeldet, ihre Sachen verkauft und war babysitten - zusätzlich zu ihrem normalen Nebenjob. Denn gerade der Semesterstart geht ins Geld: Bücher, Studienbeitrag, Semesterticket - das läppert sich. Liliana sagt, dass ihre Mitbewohner sie teilweise mit durchfüttern mussten. Drei Monate im Jahr heißt es für sie: Jeder Cent wird umgedreht, einfach mal ausgehen oder mal auf einen Kaffee mit den Kommiliton*innen ist nicht drin. Sie sagt: “Es ist halt einfach sehr stressig – es ist auch was, was sich insgesamt auf die Stimmung auswirkt. Also, jeden Tag der Blick aufs Konto und immer der Gedanke: Scheiße, wie schaff’ ich diesen Monat noch?”

Woran liegt’s?

Das Studentenwerk München, das die Bafög-Anträge bearbeitet, hat online viele miese Bewertungen. Auch eine weitere Münchner Studentin, mit der wir gesprochen haben, bestätigt Lilianas Erfahrungen. Ist Liliana also kein Einzelfall? Gespräche mit Studierenden an anderen bayerischen Hochschulen deuten darauf hin, dass die Wartezeiten beim Münchner Studentenwerk außergewöhnlich lang zu sein scheinen. Über kleinere Studentenwerke hört und liest man weniger Beschwerden.

Markus Göttfert sitzt als studentischer Vertreter im Verwaltungsrat des Studentenwerk München. Der Verwaltungsrat ist das oberste Organ vom Studentenwerk. Er sagt, dass das Antragsverfahren bis heute noch sehr umständlich ist. So gibt es beispielsweise eine App vom Studentenwerk München, bei der man seinen Antrag digital einreichen kann, aber: “Die Akten werden tatsächlich noch von Standort zu Standort auf dem Postweg geschickt”. Dieses merkwürdige Prozedere sei aus Datenschutzgründen im Moment so vorgeschrieben, sagt Markus, der darüber nicht glücklich ist. Ein anderes Problem ist der Personalschlüssel: “Die Mittel für das Personal, die sind auf den Personalbedarf fürs ganze Jahr bemessen und zum Semesterbeginn gibt es entsprechend mehr Arbeit sodass die Sachbearbeiter*innen in der Verwaltung überlastet sind.“

Markus wünscht sich darum mehr Personal zu den Stoßzeiten und auch mehr Möglichkeiten, Anträge digital zu bearbeiten. Den Studierenden rät er, den Bafög-Antrag so früh wie möglich vorzubereiten und natürlich: fragen, fragen, fragen. Auch die Fachschaften können helfen, sei es mit Infos zu Stipendien, gut bezahlten Nebenjobs oder auch Überbrückungskrediten.

Das könnt ihr tun, um lange Wartezeiten zu vermeiden

  • Macht euch schlau und sammelt alle Unterlagen so früh wie möglich. Wenn ihr noch nicht wisst, an welcher Uni ihr studieren werdet, könnt ihr euch auch an die Bafög-Beratung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wenden
  • Wenn ihr schon eingeschrieben seid, schickt die Unterlagen schon im Juli ab.
  • Wendet euch an die Beratungsstellen eures Studentenwerks, auch die Fachschaften eurer Uni können euch helfen.
  • Wer auch die 10 Wochen Wartezeit nicht überbrücken kann, hat Anspruch darauf, in der Zwischenzeit vom Jobcenter gefördert zu werden.

Sendung: PULS am 22. Juni 2020 - ab 15 Uhr