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Zwölfuhrläuten Donauwörth in Schwaben

Beim Durchstreifen der gut 18.000 Einwohner zählenden großen Kreisstadt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries fällt dem Besucher sogleich der wuchtige Turm des Liebfrauenmünsters auf.

Von: Georg Impler

Stand: 15.08.2014 | Archiv

Er steht am höchsten Punkt der Reichsstraße und trägt seit 1732 sein charakteristisches, stumpfes Helmdach. Man setzte es ihm auf, nachdem der Blitz die hohe, gotische Spitze zum zweiten Mal zerstört hatte.

Steinmadonna von 1425

Das Liebfrauenmünster wurde ab 1444 als gotische Halle errichtet, deren ausladendes Dach alle drei Schiffe überspannt. Deswegen gibt es keine Fensterzone über den Mittelschiff-Arkaden. Zu den bedeutendsten Kunstwerken gehören der Christus über dem Hochaltar von 1513, das 1503 von Burkhard Engelberger gemeißelte Sakramentshäuschen und eine aus der gleichen Zeit stammende Pieta. Die anmutige Steinmadonna über dem Sakristei-Eingang entstand schon um 1425. Die Fresken am Triumphbogen und in den Seitenschiffen, gemalt Mitte des 15. Jahrhunderts von unbekannten Meistern, zeigen Bibelszenen, Stifterwappen und farbzarte Blumenranken.

Kaputte Glocke neu gegossen

Fünf Glocken lassen zusammen die Choralmelodie des "Salve Regina" erklingen. Die älteste von ihnen, die eineinhalb Tonnen schwere, 1388 gegossene Marienglocke, stammt noch aus der Vorgängerkirche. Die mächtigste Glocke dagegen, die sogenannte Donauwörther Pummerin, läutet sozusagen in dritter Generation. Ihre Geschichte in Kürze: 1512 stiftete Bartholomäus Degenschmid, Abt des 1803 aufgelösten Donauwörther Benediktinerklosters Heiligkreuz, für die Stadtpfarrkirche eine Glocke mit um die sechseinhalb Tonnen Gewicht, die damals schon Pummerin hieß. 1676 bekam sie einen Sprung, wurde aus dem Turm geworfen, als Trümmergut nach Neuburg an der Donau verfrachtet und dort von Johann Schelchshorn neu gegossen. 1885 zersprang auch diese. Ihr folgte 1886 die dritte, auf as null gegossene, heutige Pummerin.


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