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Zwölfuhrläuten Schwindkirchen in Oberbayern

Ein kleines, bayerisches Dorf, eingebettet in die unaufgeregte, hügelige Landschaft des Isengaus. Mitten drin die Kirche mit ihrem hohen, schlanken Turm und rundherum der Friedhof.

Von: Regina Fanderl

Stand: 31.01.2016 | Archiv

Solch ein Anblick macht sich gut auf Postkarten oder Kalendern und Schwindkirchen – mit seinen rund 700 Einwohnern seit der Gebietsreform ein Ortsteil der Stadt Dorfen – hat mit seiner Teilnahme im Dorferneuerungsprogramm auch etwas dafür getan.

Pfarrer mahnt von Wolke

Schon in wenigen Jahren kann es aber vorbei sein mit der Idylle. Dann nämlich, wenn, wie geplant, die heiß umstrittene A 94 rund einen Kilometer Luftlinie entfernt an Schwindkirchen vorbeiführt - mit einer 17 Meter hohen und 300 Meter langen Brücke über die Goldach und gewaltigen Dämmen für die Trasse.
Eine Vorstellung, vor der man sich am besten in die helle, freundliche Kirche rettet. Von außen recht schlicht gehalten, eröffnet drinnen der Blick auf die Deckengemälde ein farbenfrohes, spätbarockes Schauspiel voller Kraft und himmlischer Dramaturgie. Das zentrale Bild zeigt die Krönung Mariens, umgeben von einer großen Zahl von Engeln und Heiligen. Mitten drin sitzt auf einer Wolke Pfarrer Johann Georg Wolfmiller und hebt mahnend die Hand. Er war 43 Jahre Seelsorger von Schwindkirchen und hat den Bau der prächtigen Kirche Ende des 18. Jahrhunderts maßgeblich vorangetrieben.

Fröhliches Glockenmotiv

Das Geläute von Mariä Himmelfahrt ist auch etwas Besonderes: Die Klangabfolge, ohne Sterbeglocke, bildet eine Melodie, die auch in den Anfangstakten des Volksliedes "Wie lieblich schallt durch Busch und Wald des Waldhorns süßer Klang" von Christoph von Schmid erklingt. Solch ein fröhliches Glockenmotiv gibt’s auch nicht oft.


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