Bayern 2 - radioWissen


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Friedensentwürfe der Philosophie

Von: Petra Best / Sendung: Michael Conradt

Stand: 26.08.2015 | Archiv

Ethik und PhilosophieRS, Gy

Angeblich ist der Krieg der Vater aller Dinge. Doch die Menschheit träumt von einem weltumspannenden, ewigen Frieden. Seit mehr als 2.000 Jahren versucht die Philosophie, diesen Traum als realisierbare Vision zu denken und Konzeptionen für einen institutionell gesicherten Frieden zu entwickeln, der mehr ist als ein bloßer Waffenstillstand.

Der Traum vom Frieden ist einer der ältesten Wünsche der Menschen. Und doch führen sie Kriege, verstricken sie sich in erbitterte Kämpfe, in Hass und Gewalt. Der Versuch, Frieden zu stiften, erweist sich als ein schwieriger, holpriger Weg, auf dem sich Ideale und Ideologien stets aufs Neue unversöhnlich gegenüber stehen. Was aber bedeutet Frieden? Wie soll ein Frieden aussehen, der gleichermaßen alle Menschen befriedet und zufrieden stellt? Seit der Antike zerbrechen sich Philosophen aus verschiedensten Denkrichtungen darüber den Kopf. Ihre Vorstellungen und Utopien reichen vom inneren Frieden des Menschen über die Aussöhnung des Menschen mit Gott bis hin zu einer gesellschaftsvertraglich und völkerrechtlich begründeten Friedensordnung. Die Friedensforschung heute schließlich begreift Frieden als einen weltweit politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Prozess. Auf dem Weg dorthin geht es ihr im weltweiten Gefüge nicht nur um die Abkehr vom Krieg, sondern auch und besonders um die Förderung von politischer und sozialer Gerechtigkeit, für Einzelne und für soziale Gruppen.


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