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Von Infektionen bis zu unentdecktem Hautkrebs Tattoos: Schwere Folgen sind möglich

Beim Tätowieren entsteht eine Wunde. Infektionen sind eine häufige Folge. Aber es gibt noch andere Risiken, die erst als Spätfolgen auftauchen. Die Hautkrebsvorsorge zum Beispiel wird durch ein Tattoo erschwert.

Von: Marlene Mengue

Stand: 28.08.2020

Tattoos und Piercings | Bild: picture-alliance/dpa

Während oder nach dem Stechen können Bakterien, Pilze oder Viren in die Haut gelangen. Das Risiko wird erhöht, wenn die Tätowiergeräte nicht steril sind oder Tattoofarben mit Keimen belastet sind. Meist verläuft so eine Infektion unkompliziert. Die Schwere des Verlaufs hängt von der Immungesundheit des Tätowierten und vom Erreger ab - denn auch gefährliche Viren wie Hepatitis und HIV können per Tätowiernadel übertragen werden.

Hautkrebsvorsorge ist an tätowierten Stellen kaum möglich

Wenn Patienten Muttermale haben, die sie nicht schön finden, lassen sie diese oft bewusst unter Tattoos verschwinden. Die Muttermale sind danach für Dermatologen nicht mehr beurteilbar. "Wir achten da auf die Farbe und die Muster des Muttermals. Wenn das Muttermal durch Nadelstiche vernarbt wird, kann ich die Struktur nicht mehr erkennen. Da sagen zu können, ob das Muttermal gerade dabei ist, zu entarten, ist nahezu unmöglich", sagt der Dermatologe Philipp Babilas. Auch die Patienten selbst können ihre Muttermale nicht mehr richtig beobachten. Dazu kommt, dass je nach Farbstoff krebserregende Stoffe eingebracht werden, die eine Entartung vorantreiben.

"In der Hautkrebsfrüherkennung fluchen wir regelmäßig über Tattoos, weil sie uns die Kontrolle von Muttermalen unmöglich machen."

Prof. Dr. med. Philipp Bablilas

Manche Farbstoffe können Allergien auslösen

Tattoofarben können Allergien auslösen: Die tätowierte Stelle wird rot, schwillt an oder juckt. "Dann ist der Stoff aber schon im Körper drin und ich kann ihn nicht wirklich wieder herausholen." Betroffene können dann nur noch die Beschwerden lindern. Es ist möglich, mit einem sogenannten Patch-Test auf Allergien zu untersuchen, bevor man sich ein Tattoo stechen lässt - hundertprozentige Sicherheit gibt der aber nicht.  

Komplikationen im MRT

Wenn Radiologen eine Schichtaufnahme, zum Beispiel Magnetresonanztomographie machen wollen, ist die Hautoberfläche normalerweise nicht zu erkennen. Wenn ein Tattoofarbstoff aber Metallanteile enthält, reagiert er unter Umständen magnetisch. Das Tattoo leuchtet dann im MRT - eine Störquelle, die die Auswertung hinterher unmöglich macht.


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