Bayern 2 - Zeit für Bayern


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Dem Spuk auf der Spur Das "Ghosthunterteam Bayern"

Herr A. fühlt sich in seiner Wohnung nicht mehr wohl. Er hört unerklärliche Geräusche. Frau B. kommt sich beobachtet vor, obwohl niemand in der Nähe ist. Herr A. und Frau B. suchen Rat beim "Ghosthunterteam Bayern".

Von: Joseph Berlinger

Stand: 09.06.2014 | Archiv

Die "Geisterjäger" versprechen zu helfen. Der gemeinnützige Verein aus Kümmersbruck bei Amberg will parapsychologischen Phänomenen auf den Grund gehen. Und zwar auf technisch-wissenschaftlicher Basis. Personen, die Probleme mit nicht erklärbaren Erscheinungen haben, finden Gehör und erhalten Unterstützung.

High-Tech-Recherche

Die Geisterjäger rücken an - mit Kameras und Messgeräten: Geigerzähler, Magnetfeld-Checker und IR-Thermometer. Meistens gibt es für die ominösen Geräusche und angeblichen Stimmen von Geistern natürliche Ursachen und rationale Erklärungen. Aber „Hexana“ will mehr. „Hexana“ ist der „Nickname“, unter dem sich Doris Michl im Internet, auf der Website ihres Ghosthunterteams, präsentiert. Ihren Leitspruch hat sie bei Buddha gefunden: „Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt…“

Statements der Geisterjaeger

"Trasgu"

 „Trasgu“ Alex Wagner, 1. Vorsitzender im Ghosthunterteam Bayern e.V.:

Mein Lieblingsspruch heisst: Carpe Noctem - Nutze die Nacht. Ich will einfach wissen, ob es tatsächlich mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als bekannt ist. Angst habe ich nicht. Bisher hat sich noch kein Geist persönlich bei mir vorgestellt. Von okkulten Praktiken wie Ouija-Boards, Tischerücken oder Ähnlichem halte ich persönlich überhaupt nichts. Abgesehen davon, dass meistens der Carpenter-Effekt zu Tage tritt: nicht die gerufenen "Geister", sondern das Unterbewusstsein steuert alles. Okkulte Praktiken sind für psychisch nicht so stabile Menschen sehr gefährlich.

"Hexana"

 „Hexana“ Doris Michl, Teamleaderin, Schatzmeisterin im Ghosthunterteam Bayern e.V.:

Was geschieht mit der sogenannten "Seele", wenn der Körper stirbt? Wohin geht sie? Bleibt sie unter uns oder geht sie in eine höhere Dimension? Diese Fragen interessieren mich. Ich untersuche  mit den Mitgliedern des „Ghosthunterteams Bayern“ sogenannte "Spukorte“, um den ultimativen Beweis zu bekommen, dass es eine andere Daseinsform nach dem jetzigen Leben gibt. Bei einer Untersuchung auf der oberpfälzischen Burg Stockenfels wurde ich in den rechten Oberarm gezwickt. Obwohl niemand rechts von mir gestanden war. Und es bildete sich ein blauer Fleck. Da wurde ich sehr nachdenklich. Ich hatte einige Erlebnisse, die ich mir bis heute nicht erklären kann: ungutes Gefühl, Sichtungen von Silhouetten (es war niemand anders anwesend), Ahnung von Todesfällen usw.  Ich könnte einige Orte aufführen, die mich gefangen halten. Der spannendste Ort für mich ist Hinterkaifeck. Das Verbrechen dort begleitet mich schon seit meiner Jugendzeit, da ich in der Nähe aufgewachsen bin und die Geschichte über den sechsfachen Mord früh erfahren habe. Seitdem lässt mich dieser Ort nicht mehr los. Auch meine dortigen Erlebnisse treiben mich immer wieder dorthin.

"Harritor"

„Harritor“ Daniel Biersack, Techniker und 2. Vorsitzender im Ghosthunterteam Bayern e.V.:

Ich versuche, mit meinen speziellen Umbauten von Geräten die bestmögliche Überwachung bei einer Untersuchung zu gewährleisten. Der spannendste Ort, an dem ich bisher mit den Ghosthunters war, ist ein Sanatorium in Franken.

„Andastra“

„Andastra“ Anja Rosenhammer, Schriftführerin im Ghosthunterteam Bayern e.V.:

Mich interessieren vor allem die Locations mit spannenden Geschichten oder Sagen. Direkte Angst hatte ich noch nicht, aber ein unwohles Gefühl war schon mal dabei. Übernatürliche Wahrnehmungen hatte ich bis dato nicht.

Hinterkaifeck - das unaufgeklärte Verbrechen

Einödhof Hinterkaifeck am 5. April 1922 | Bild: Peter Leuschner zum Artikel 94 Jahre danach Der Mordfall von Hinterkaifeck

Vor über 94 Jahren sind auf einem Einödhof bei Schrobenhausen sechs Menschen ermordet worden, darunter zwei Kinder. Der Fall ist bis heute ungeklärt. Eine Ausstellung im Polizeimuseum Ingolstadt zeigt die Sicht der Polizei. [mehr]

Als ihre schlechteste Eigenschaft nennt Doris Michl die Ungeduld. Was sie jedoch nicht daran hindert, mit ihrem Team Jahr für Jahr sogar nach Hinterkaifeck zu fahren. Dorthin, wo 1922 ein spektakulärer Mord geschehen ist, der nie aufgeklärt wurde. An den Jahrestagen dieses brutalen Verbrechens will Doris Michl um Mitternacht Kontakt aufnehmen: egal, ob mit dem Mörder oder einem der sechs Opfer. Der Featureautor Joseph Berlinger hat sie begleitet.


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