Bayern 2 - Zeit für Bayern


3

Auf den Spuren einer bayerischen Kreatur 200 Jahre Frankenstein

Das hätte sich Mary Shelley auch nicht träumen lassen. Als 1818 ihr Roman "Frankenstein" veröffentlicht wurde, hatte sie einen Fantasy-Klassiker geschrieben und den Prototyp aller späteren Horrorfiguren geschaffen. Die Kreatur tat ihren ersten Atemzug mitten in Bayern, in Ingolstadt.

Von: Tanja Gronde

Stand: 09.01.2018 | Archiv

Warum ausgerechnet Ingolstadt? Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war die naturwissenschaftliche Fakultät der Universität die Hochburg der Medizinerausbildung. Davon hatte auch die junge Engländerin Mary Shelley gehört. Also ließ sie ihre Romanfigur, den Studenten Viktor Frankenstein, in den Kellern der Ingolstädter Anatomie eine Kreatur aus Leichenteilen zusammenflicken. Das Monster ist ein Bayer.

Das Gebäude der Alten Anatomie in Ingolstadt, aufgenommen 1980. Dort ist seit 1971 das Deutsche Medizinhistorische Museum untergebracht.

Die Faszination des Grauens

Bis heute regt die Schöpfung der Mary Shelley die Phantasie der Filmbranche an. Ein knappes Jahrhundert nach der Romanveröffentlichung wurde der erste Frankenstein-Stummfilm gedreht. 1931 folgte die berühmte Hollywoodverfilmung mit Boris Karloff. Kultcharakter haben Gruselserien wie die Addams-Family und The Munsters. Die vorläufig jüngste Verfilmung mit Daniel Radcliffe und James McAvoy lief 2016 in den Kinos.

Natürlich feiert auch Ingolstadt das Jubiläum 200 Jahre Frankenstein. Das Deutsche Medizinhistorischen Museum lädt zu Vorträgen ein und zeigt Exponate aus der frühen Zeit der Anatomie. Der Bayerische Rundfunk veröffentlicht im Frühjahr ein neues Frankensteinhörbuch, gelesen von den Schauspielern August Zirner und Stefan Wilkening. Ausschnitte davon hören Sie am Samstag in der Zeit für Bayern, die sich auf die Spuren der 200 Jahre alten Kreatur macht.


3