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Käthe Kruse Von der Kartoffelpuppe zum Welterfolg

Eine Kartoffel, ein Handtuch und etwas warmer Sand. Mehr braucht die junge Käthe Kruse nicht, um eine Puppe für ihre Tochter Maria zu basteln. Keine kalte, unnatürliche Porzellanpuppe, wie es sie um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu kaufen gab, sondern weich und warm. Die junge Mutter arbeitet weiter daran, ideale Puppen zu entwickeln - Kinder für Kinder.

Von: Judith Zacher

Stand: 09.10.2011 | Archiv

Genau vor 100 Jahren, im November 1910, zeigte sie ihre ersten Puppen in der Ausstellung "Spielzeug aus eigener Hand" im Berliner Kaufhaus Tietz - und wird über Nacht berühmt.

Die älteste Käthe-Kruse-Puppe im Spielzeugmuseum Nürnberg

Wenig später erhält sie einen Aufträge über hunderte Puppen aus den USA. In der heimischen Wohnung kann sie die nun nicht mehr herstellen. Sie findet eine Werkstatt in Bad Kösen bei Naumburg und produziert hier zunächst weiter ihre „Puppe I“, Modelle wie Träumerchen oder Schlenkerchen kommen dazu. Später stellt sie auch noch Soldatenfiguren, Puppenstubenfiguren und vor allem lebensechte Schaufensterfiguren her - auch damit hat sie viel Erfolg.

Jede Puppe ist Handarbeit.

Käthe Kruse schafft es, trotz schwankender Auftragslage, ihre Firma durch beide Weltkriege zu bringen. Als ihre Werkstätte in Bad Kösen beschlagnahmt wird, geht sie in den Westen - und kommt nach Donauwörth. Dort werden die Käthe Kruse Puppen bis heute traditionell in Handarbeit gefertigt: Doch Andrea Christenson, die gemeinsam mit ihrem Mann das Unternehmen seit 20 Jahren leitet, baut nun auf das Motto „Die Tradition im Herzen, der Zukunft entgegen“. Und so hat sie die Produktpalette ausgeweitet: Von Babyspielzeug und Spielpuppen über Schmusetücher bis hin zu Kinderkleidung. Potenziale, das Geschäft noch auszubauen, sieht sie derzeit vor allem in China - auch dorthin werden nun immer mehr Produkte von Käthe Kruse exportiert.


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