Bayern 2 - Zeit für Bayern


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Blutende Wasser Ein Porträt des geheimnisvollen Alatsees

Oberhalb von Füssen, am Ende des Faulenbacher Tals auf 868 Meter Höhe, liegt ein kleiner Gebirgssee: der sagenumwobene und mythenumrankte Alatsee.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 08.06.2014 | Archiv

Rund um den Alatsee

Der nur knapp 500 Meter lange und 300 Meter breite, aber 38 Meter tiefe Dolinensee birgt viele Geheimnisse geologischer, biologischer und mythologischer Art. So hat er den höchsten Schwefelwasserstoffgehalt aller Seen in Mitteleuropa und in rund fünf Meter Tiefe eine auch für Taucher undurchdringliche Schicht aus blutroten Schwefelpurpurbakterien, weshalb er auch der „blutende See“ genannt wird.

Im Zweiten Weltkrieg testeten Flugzeugentwickler am Alatsee

Hecht im Alatsee

1944 wurden im Alatsee von der Stuttgarter Forschungsanstalt Graf Zeppelin im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums Versuche durchgeführt, um einen neuen Abfangjägers zu testen – die Überreste sind noch heute zu sehen. Ein ehemaliger Hirte aus Füssen, der das Vieh auf der Saloberalm über dem Alatsee betreute und eine Ausnahmegenehmigung zum Passieren hatte, erinnert sich noch als Zeitzeuge an diese Versuche. Nach Ende des Kriegs war der Alatsee bis 1954 amerikanische Sperrzone, es gab Gerüchte um Nazigold.

Schauplatz von Kluftinger-Krimis

Der Alatsee ist auch Mittelpunkt des Kluftinger-Krimis „Seegrund“. Im Gebiet des direkt an der Grenze zu Tirol gelegenen Alatsees gibt es zudem noch viele alte Schmugglerpfade und Schmugglergeschichten. Früher wurden Pferde, Käse, Zigaretten, Kleidung und Nähmaschinen geschmuggelt.

Berühmt ist der See außerdem auch für seine Frühlingsflora. Andrea Zinnecker porträtiert den geheimnisvollen Alatsee in der Sendereihe „Zeit für Bayern“ am Pfingstsonntag.

Die Botanische Vielfalt erleben um den Alatsee


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