Bayern 2 - Hörspiel


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Jan Peters Lost Tapes Found

Stand: 05.09.2016 | Archiv

Jan Peters | Bild: Marcus Winterbauer

Ein unerwarteter Anruf: V. sagt, er habe die Liebe seines Lebens gefunden, seine Arbeit als wissenschaftlicher Assistent schon gekündigt und in Kürze werde er fortziehen, in eine andere Stadt in einem anderen Land, wo seine Liebe lebt. Was das alles mit ihm zu tun hat, begreift Jan Peters, der Autor dieses Hörspiels, erst als V. die Auszahlung des Kautionsanteils für die damals gemeinsam angemietete Wohnung davon abhängig macht, dass die Garage im Hof entrümpelt wird.

Der für die Filme und Hörspiele von Jan Peters typische autobiographische Ausgangspunkt ist in Lost Tapes Found 1, 2, 3 ein Garagentor, mit dem sich plötzlich eine fast vergessene Welt öffnet. Mitten im Durcheinander von unzähligen Filmdosen, Tüten voller Audiotapes, Kisten ungeordneter Videobänder und Stapeln selbstentwickelter Fotos findet sich ein Exemplar des Manifests Das Recht auf Faulheit von Paul Lafargue aus dem Jahr 1883, erschienen 1978 als Raubdruck in der Edition Sonne und Faulheit.

Es ist der Satz "Die einzige akzeptable Wirtschaftsform in dieser Gesellschaft ist die Sperrmüllabfuhr" im Vorwort von Aslan V. Grimson, der den Hörspielautor davon abhält, den Inhalt der Garage in Gänze zum Recyclinghof zu bringen. Stattdessen wird alles in sein Atelier verfrachtet und Stück für Stück auf (ökonomische) Auswertbarkeit überprüft. Mit viel Witz und (Selbst-)Ironie sucht Jan Peters in seinem unverhofft wiederentdeckten Bild-, Ton- und Textarchiv nach Antworten auf die großen (und kleinen) Lebensfragen. Dabei heraus kommen die drei 8-minütigen Videos Lost Tapes Found 1, 2, 3.

Jan Peters: Lost Tapes Found (1-3)

Mit Jan Peters, Silke Fischer, Peter Ott, Stéphane Riethauser, Marie-Catherine Theiler
Komposition: Pit Przygodda
Realisation: Jan Peters, Pit Przygodda


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