Bayern 2

Zündfunk Generator Wie wollen wir in Zukunft lieben?

Sonntag, 12.02.2017
22:05 bis 23:00 Uhr

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Bayern 2

Wie wollen wir in Zukunft lieben? Zu Besuch bei der Publizistin Antje Schrupp
Von Barbara Streidl
Diese Sendung zum Nachhören unter www.bayern2.de/zuendfunk
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

"Treat you better" war 2016 ein Hit: Shawn Mendes besingt darin eine Frau, zu ihm zu kommen, weil er sie besser behandelt als ihr aktueller Freund. Es geht also um ein rationales Abwägen, wer der bessere Versorger ist - nicht darum, in wen sie verliebt ist. Sind wir wieder bei der archaischen Form von Liebe angekommen, quasi im Tierreich, wo der stärkste Gorilla die Weibchen bekommt? Die Liebe ist in Zeiten von Tinder und Debatten über die gerechte Aufteilung der Fürsorgearbeit im Wandel, bestätigt die Frankfurter Politologin, Publizlistin und Bloggerin Antje Schrupp: "Liebe gibt es eigentlich nicht, sondern Liebe ist ein extrem stark von gesellschaftlichen Konventionen und Diskursen beeinflusstes Gefühl. Und das Erstaunliche ist, dass die Gefühle den Diskursen folgen. So wie wir über die Liebe reden, so empfinden wir auch." Wir können uns einen Partner oder eine Partnerin aus dem Katalog wählen, müssen mit dieser Person nicht mehr lebenslang zusammenbleiben - jede zweite verheiratete Person wird eh geschieden - , und viele Kinder werden bei Alleinerziehenden und in Patchworkfamilien groß. Manchmal sogar aus bewusster Entscheidung: der Berliner Autor Jochen König hat seine beiden Kinder mit drei Müttern - mit keiner ist er zusammen. "Ich will ein Kind haben, ich hab total Lust auf Familie, familiären Zusammenhalt, familiäres Füreinander-Verantwortung-Übernehmen, aber ich hab keine Lust, das mit so einer komischen klassisch-traditionellen Vorstellung aufzuladen, dass das mit der einen großen Liebe passieren muss." Wenn die Liebe nicht mehr die Basis von Fürsorge ist, müssen wir neue Ideen finden, wie wir Kindern betreuen und Kranke und Alte pflegen. Antje Schrupp möchte die Liebe in die Öffentlichkeit zurückholen - ihrer Ansicht nach ist Liebe nichts rein Privates, sondern auch etwas sehr Politisches. "Liebe gibt es eigentlich nicht, sondern Liebe ist ein extrem stark von gesellschaftlichen Konventionen und Diskursen beeinflusstes Gefühl. Und das Erstaunliche ist, dass die Gefühle den Diskursen folgen. So wie wir über die Liebe reden, so empfinden wir auch", sagt Antje Schrupp. Ein Generator über die Frage, wie wir in Zukunft lieben wollen.

Ein genauer Blick auf die Welt

Die Welt, in der wir leben, wird immer schnelllebiger und komplexer. Was in der einen Woche unsere Schlagzeilen bestimmt hat, ist in der nächsten schon wieder von den Titelblättern und damit auch von unserem Aufmerksamkeitsradar verschwunden.

Der ZÜNDFUNK Generator setzt dieser Entwicklung bewusst eine andere Stimme entgegen. Er nimmt sich Zeit, Themen, die ihm wichtig sind, genauer zu betrachten.

In Serien und monatlichen Schwerpunkten können einzelne Entwicklungen in einen größeren Zusammenhang eingeordnet und diskutiert werden. Dabei stellt der ZÜNDFUNK Generator Autoren, Künstler, Aktivisten und Philosophen vor und greift aktuelle gesellschaftliche Debatten auf, vertieft und beleuchtet sie aus verschiedenen Perspektiven. Es geht um Literatur und Gesellschaft, Pop und Politik, das Universum und dem ganzen Rest.

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