Bayern 2

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Nervenarzt Alois Alzheimer | Bild: picture-alliance/dpa

Donnerstag, 15.02.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

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Bayern 2

Zellen fürs Labor
Wie Henrietta Lacks Medizingeschichte schrieb

Alois Alzheimer
Nervenarzt mit Mikroskop

Das Kalenderblatt
15.2.2005
Tag des Regenwurms
Von Isabella Arcucci

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Zellen fürs Labor - Wie Henrietta Lacks Medizingeschichte schrieb
Autor und Aufnahmeleitung: Lukas Grasberger
Als ein Klinikarzt der Patientin Henrietta Lacks an einem Wintermorgen des Jahres 1951 bösartiges Gebärmuttergewebe entnimmt, ahnt er nicht, dass diese Zellen die Welt der Wissenschaft verändern - und zahlreiche Leben retten werden. Die Zellen der US-amerikanischen Patientin sind die ersten menschlichen Zellen, die im Labor am Leben erhalten werden können: Sie verdoppeln sich sogar innerhalb von zwei Tagen. Von nun an experimentieren Forscher weltweit mit Lacks' Zellen: Sie entwickeln Krebs- und Aidstherapien, eine Impfung gegen Kinderlähmung, die moderne Gentechnik. "Extrem vieles, was wir heute über die Funktionsweise von Zellen wissen, wissen wir dank HeLa", sagt der Berliner Krebsforscher Claus Scheidereit. Doch dass Lacks Medizingeschichte schrieb, war ungewollt: Die farbige Frau, die bald darauf starb, hatte der Gewebeentnahme nicht zugestimmt. Vom HeLa-Erfolg erfuhren ihre Angehörigen zufällig, Pharmafirmen machten auf Basis von HeLa-Entwicklungen Milliardengewinne, während Lacks' Familie noch immer in Armut lebt. Die Geschichte der Henrietta Lacks wirft Fragen auf, die bis heute aktuell sind: Wie weit sollen Patienten Kontrolle über entnommenes Gewebe haben? Sollen sie finanziell an Geschäften beteiligt werden, die nur dank ihres Gewebes möglich wurden?

Alois Alzheimer - Nervenarzt mit Mikroskop
Autorin: Justina Schreiber / Regie: Sabine Kienhöfer
Man nannte ihn den "Irrenarzt mit dem Mikroskop", um ihn von den Psychoanalytikern abzugrenzen. Denn Alois Alzheimer war der Überzeugung, dass auffällige psychische Veränderungen ihre Ursachen in veränderten Hirnstrukturen haben und nichts mit traumatischen Kindheitserlebnissen zu tun haben müssen. Als er auf einer Tagung im Jahre 1908 über seine Patientin Auguste D. referieren will, stößt sein Beitrag auf höfliches Desinteresse. Dass das von ihm entdeckte Krankheitsbild und seine Beschreibung offiziell anerkannt wird, erlebt er nicht mehr. Inzwischen leiden weltweit 30 bis 40 Millionen Menschen an den heimtückischen, unheilbaren Symptomen der Alzheimer-Krankheit.

Moderation:Iska Schreglmann
Redaktion: Nicole Ruchlak

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