Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Orte wie ausgestorben

Burgruine Emmendingen | Bild: colourbox.com

Montag, 13.11.2017
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Burgen in neuem Licht
Mehr Protz als Trutz

Lost Places
"Verlorene Orte" zwischen Zerfall und Erinnerung

Das Kalenderblatt
13.11.1906
Grundsteinlegung für das Deutsche Museum
Autor: Thomas Morawetz

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Burgen in neuem Licht - Mehr Protz als Trutz
Autor: Matthias Hennies /Regie: Sabine Kienhöfer
Oft sind sie längst ein Teil der Natur geworden: Tief im Wald gelegen, die Mauern von Efeu überwuchert, Turmstümpfe in Dornenranken versteckt, regen Burgruinen unweigerlich die Phantasie an. Phantasie ist aber auch vieles, was man über die trutzigen Adelssitze zu wissen glaubt: Dass der Bergfried die letzte Zuflucht war, dass die Zinnen zum Schutz der Verteidiger erfunden wurden oder dass eine Burg im Mittelalter genauso grau aussah wie heute die zerfallenen Ruinen - das alles hat die Forschung widerlegt: Burgen dienten ebenso sehr der Repräsentation, ja der Protzerei wie der Verteidigung.
Zudem entdecken jetzt Archäologen zahllose Reste bisher unbekannter Burgen, Bauforscher bewerten die Entwicklung ihrer Architektur neu, und Historiker debattieren über die Bedeutung der Befestigungen für den machthungrigen Adel. Dank der interdisziplinären Zusammenarbeit korrigiert die Burgenforschung nicht nur weit verbreitete Vorurteile über Burgen, sondern ordnet den Anlagen auch neue Funktionen in der mittelalterlichen Gesellschaft zu.

Lost Places
"Verlorene Orte" zwischen Zerfall und Erinnerung
Autorin: Felicia Englmann / Regie: Martin Trauner
Eine Stadt, ein Dorf, ein Weiler - verschwunden. Von manchen bleibt ein Name, von anderen Mauerreste, von wieder anderen nur ein fernes Echo in der kollektiven Erinnerung und das Gefühl, dass etwas Schreckliches passiert sein muss. Feuer, Krieg, Pest, Mord, Spuk ... warum sonst würden Menschen einfach so einen Ort aufgeben? "Verlorene Orte" in Bayern sind etwa Lindelach in Unterfranken, Staucharting, Ramsee, Hinterkaifeck und Manching in Oberbayern und Fall in den Alpen. Solche sogenannten "Lost Places" faszinieren Einheimische und Besucher wegen der Geschichten, die in Jahren und Jahrhunderten wie Pflanzen über ihre Mauerreste über die wahre Geschichte gewachsen sind. Für die Archäologie sind aufgegebene Siedlungen Fenster in die Vergangenheit, denn die Orte sind so erhalten wie zu dem Zeitpunkt, als sie untergingen. Archäologen finden dabei oft heraus, dass die Schauergeschichten und Erinnerungen gar nicht stimmen, sondern die Fantasie mit den Menschen durchgegangen ist, während die wahren Gründe, eine Siedlung zu verlassen, sehr praktisch sein können.

Moderation: Florian Kummert
Redaktion Thomas Morawetz

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