Bayern 2

radioWissen Weniger ist mehr

Fensterbank mit leeren Regalen und Blick in die Natur | Bild: colourbox.com

Donnerstag, 26.10.2017
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Raum für das Wesentliche
Minimalismus als Lebensstil

Immer mehr, immer schneller
Warum weniger für die Gesellschaft oft mehr ist

Das Kalenderblatt
26.10.1861
Johann Philipp Reis stellt Fernsprechgerät vor
Von Hellmuth Nordwig

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Raum für das Wesentliche - Minimalismus als Lebensstil
Autorin: Maike Brzoska / Regie: Frank Halbach
Minimalisten haben sich einem einfachen Lebensstil verschrieben. Sie wollen mit möglichst wenig Besitz auskommen. Deswegen sortieren sie Dinge aus, die sie nicht unbedingt brauchen und ersetzen Bücher- und CD-Regale durch ein Tablet, auf dem sie lesen und Musik hören können. Die digitalen Medien machen es heute einfacher, auf physischen Besitz zu verzichten. Das Ausmisten wird nicht selten in Internetcommunities zelebriert. Es gibt zum Beispiel Blogs, die die "100 Things Challenge" ausgerufen haben - Ziel ist es, nur noch 100 Dinge zu besitzen. Der Konsumverzicht ist für Minimalisten aber nur Mittel zum Zweck. Viele berichten, dass sie Zeit für das Wesentliche haben wollen, für Familie und Freunde etwa. Häufig spielt auch der ökologische Aspekt eine Rolle. Minimalisten wollen die Umwelt nicht durch ihren Konsum schädigen. Sie gehen deshalb in Repair-Cafés statt neu zu kaufen. Oder stellen Produkte selbst her, zum Beispiel Zahnpasta. Konsumverzicht ist aber kein gänzlich neues Phänomen. Im Gegenteil, in der Überflussgesellschaft hat es immer gegenläufige Trends gegeben. Die Vorreiter heißen "Voluntary Simplicity" oder "Small is beautiful". Was ist das Neue am Minimalismus? Und kann er unsere Gesellschaft dauerhaft verändern?

Immer mehr, immer schneller - Warum weniger für die Gesellschaft oft mehr ist
Autorin: Birgit Magiera / Regie: Sabine Kienhöfer
Wer bestimmt, wie schnell wir leben? Und warum haben so viele Menschen das Gefühl, ihr Leben habe ein zu hohes Tempo? Der Druck und die Hektik, die viele in der Arbeit empfinden, sind auch in der Freizeit zu spüren. Die Aufforderung zur Entspannung verursacht dabei oft nur noch mehr Stress und ein schlechtes Gewissen, eben das nicht zu schaffen. Forscher sehen die Ursache in unserem Wirtschaftssystem: eine durchökonomisierte Gesellschaft, die sich allein durch Wachstum und Dynamik stabilisiert, treibt nicht nur Produktion und Konsum an, sondern jedes Individuum. Effizienz-Denken ist der Motor, mit dem wir das Hamsterrad immer weiter beschleunigen. Soziologen, Volkswirte und Psychologen sind bei der Frage gefordert: wer kann den Fuß rausstellen und bremsen?

Moderation:Iska Schreglmann
Redaktion: Gerda Kuhn

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