Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Ligeti und Science-Fiction

György Ligeti 2006 | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 19.09.2017
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

György Ligeti
Die Zukunft der Musik

Die Wahrheit von Visionen
Wenn Science-Fiction Recht hat

Das Kalenderblatt
19.9.1888
Wahl der ersten Schönheitskönigin
Von Isabella Arcucci

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

György Ligeti - Die Zukunft der Musik
Autor und Regie: Frank Halbach
"Den Erneuerer der Neuen Musik", nennt man Györgi Ligeti, einen der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Die jüdische Herkunft von Ligetis Familie prägte Györgis Schicksal. Sein Vater und sein Bruder starben in den KZs des Naziterrors. Ligeti hasste fortan Ideologien und Diktaturen, was auch seine Kunstauffassung prägte: "Ich habe keine Kunsttheorie. Ich habe keine message, die ich verkünde. Sondern ich versuche immer neue Dinge auszuprobieren." Und das tat er. Er erweiterte zunächst die musikalische Sprache seines Landsmanns Béla Bartók, komponierte dann elektronische Musik, verschmolz Melodie und Rhythmus und ließ sich von afrikanischer Musik inspirieren.
Sein Durchbruch war 1961 "Atmosphères" für großes Orchester. Jeder Cineast hat Ligetis Klänge schon gehört: im Kultsoundtrack zu "2001 - Odyssee im Weltraum". Ligeti kam dadurch zwar zu Ruhm, nicht aber zu Geld. Kubrick benutzte Ligetis Werk ohne zu fragen. Der Komponist wurde mit 3000 Dollar abgespeist.

Die Wahrheit von Visionen - Wenn Science-Fiction Recht hat
Autorin: Yvonne Maier / Regie: Susi Weichselbaumer
Der Flugpionier Orville Wright besucht im Jahr 1909 Berlin und stellt stolz seinen Motorflieger vor. Die gesamte Berliner Gesellschaft kommt, um sich dieses Wunderwerk der Technik anzuschauen. Nach den ersten Flügen wird er von einem Journalisten gefragt, wie es denn mit dieser Fliegerei denn weiter gehen wird. Orville Wright winkt ab und sagt, es werde nie eine Flugmaschine geben, die von Paris nach New York fliegt, die Luftströmungen über dem Atlantik sind nicht in den Griff zu bekommen. Diese Aussage geht um die Welt. Ihm glaubt man natürlich, er ist ja der Experte!
Oder eben gerade nicht. Herbert George Welles nämlich - der Autor der "Zeitmaschine" und "Krieg der Welten" - veröffentlicht im selben Jahr seinen Roman "Der Luftkrieg". In dem schildert Welles den modernen Luftkrieg, mit Jägern, Luftkämpfen und dem Bombardement von Städten. Im Roman wird auch wie selbstverständlich der Atlantik überflogen.
Und nur zehn Jahre später fechten die Europäer tatsächlich ihren Krieg im Himmel aus. Wie kann es sein, dass Experten so spektakulär daneben liegen, während Science Fiction Autoren Recht behalten? Für Literaturwissenschaftler und Zukunftsforscher ist klar: Nur, wer den Blick auf das große Ganze wagt, der kann auch Visionen entwickeln. Und genau das machen gute Science Fiction Autoren, wie wir heute am eigenen Leib erfahren können. Denn Roboter, das Handy und die virtuelle Welten des Internets sind in Science Fiction Maßstäben schon längst ein alter Hut.

Moderation: Leslie Rowe
Redaktion: Petra Herrmann

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