Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Findelkinder

Mowgli aus dem "Dschungelbuch" wird von Wölfen großgezogen | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 18.09.2017
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Wolfskinder
Spekulationen über Wesen zwischen Mensch und Tier

Kulturgeschichte des Findelkinds
Ausgesetzt und aufgezogen

Das Kalenderblatt
18.9.1954
Grzimeks "Kein Platz für wilde Tiere" wird erstmals als Serie vorabgedruckt
Von Julia Zöller

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Wolfskinder - Spekulationen über Wesen zwischen Mensch und Tier
Autorin: Nicole Ruchlak / Regie: Christiane Klenz
Der Legende nach wurden Romulus und Remus von einer Wölfin gesäugt, der Autor Rudyard Kipling ließ sein Dschungelkind Mowgli in einem Wolfsrudel aufwachsen und auch der reale Kaspar Hauser soll durch wölfische Hilfe überlebt haben. Zahlreiche Geschichten und Erzählungen, aber auch fundierte Berichte ranken sich um die geheimnisvollen Wolfskinder. Wölfe sind bekannt für ihre hoch ausgeprägte Sozialstruktur, seit jeher stehen sie in besonderer Verbindung zum Menschen, sie sind der Urahn des Hundes, des besten tierischen Freundes der Menschen. Wurden sie so zum Symbol für das Urwüchsige, Wilde, Natürliche im Menschen? Zeigen diese unglaublich anmutenden Geschichten von ausgesetzten Menschenkindern, die von Wolfsfamilien aufgezogen wurden, mehr als ‚nur’ das Phänomen, dass der hochentwickelte Mensch von einem urwüchsigen Tier wie dem Wolf am Leben erhalten werden kann? Nicole Ruchlak berichtet über die uralte und immer noch faszinierende Sehnsucht nach dem Tier im Mensch und fragt nach, was an den heute noch erzählten Geschichten der Wolfskinder dran ist.

Kulturgeschichte des Findelkinds - Ausgesetzt und aufgezogen
Autorin: Rhia Imogen Herrad / Regie: Susi Weichselbaumer
Findelkinder gibt es heute fast nur noch in Legenden und Märchen: Romulus und Remus, Hänsel und Gretel. Doch vor der Entwicklung zuverlässiger Verhütung und Abtreibung, und in Zeiten, in denen oft Armut und Hunger herrschten, war das Aussetzen von Kindern keine seltene Praxis. In der Antike wurden solche Findlinge meist als Sklaven aufgezogen; später nahm die Kirche sich ihrer an. Im 18. Jahrhundert entstanden in allen größeren Städten Europas städtische Heime, wo die Findlinge eine Grundschulbildung erhalten sollten - "im Christenthum, im Catechismo und im Lesen, Schreiben und Rechnen". Vor allem aber sollten sie die Fähigkeit erlernen, sich als "nützliche" und produktive Bürger in eine zunehmend institutionalisierte und geordnete Gesellschaft zu integrieren.

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Thoams Morawtz

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