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Hämorrhoiden Was hilft bei Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind grundsätzlich nicht gefährlich - aber unangenehm. Gefährlich wird es, wenn sie mit anderen Krankheiten verwechselt werden. Was Sie wissen müssen.

Stand: 13.07.2017

Ein Arzt berät einen Patienten in seiner Praxis. | Bild: mauritius-images

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind zunächst einmal nichts schlechtes - im Gegenteil. Oberhalb des Afters befinden sich kleine Ausstülpungen, die - wenn sie mit Blut gefüllt sind - den Darmausgang verschließen. Während des Stuhlgangs verkleinern sich die Hämorrhoiden, anschließend fließt wieder mehr Blut ein.

Wie entstehen Hämorrhoiden?

Die unangenehmen Hämorrhoiden entstehen häufig durch zu starkes Pressen während des Stuhlgangs. Aber auch in der Schwangerschaft werden Hämorrhoiden häufig zum Problem: Nicht nur das Pressen während der Geburt spielt dabei eine Rolle, sondern auch hormonelle Veränderungen.

Symptome Hämorrhoiden

"Die Schwellkörper fallen zum Teil nach dem Stuhlgang raus und die Patienten müssen sie dann wieder reinschieben, was natürlich lästig ist. Oder es blutet oder nässt und deswegen haben die Patienten dann Juckreiz", sagt Prof. Dr. Matthias Siebeck von der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie der LMU München.

Wer solche Symptome bei sich feststellt, sollte allerdings unbedingt zum Arzt gehen, um andere (oftmals gefährlichere) Leiden auszuschließen.

"Hämorrhoiden sind etwas Lästiges, sie sind nicht lebensbedrohlich."

Prof. Dr. Matthias Siebeck von der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie der LMU München

Welcher Arzt hilft bei Hämorrhoiden?

"Wenn Sie eine Erkrankung haben, die starkes Fieber oder starke Schmerzen am After verursacht, dann müssen Sie zu einem Arzt gehen, der rasch entscheiden kann, ob es etwas Ernstes ist", sagt Prof. Siebeck. Das heißt, es muss zunächst einmal abgeklärt werden, ob es sich nicht doch um eine Entzündung oder eine andere Krankheit handelt.

Lautet die Diagnose dann Hämorrhoiden, können verschiedene Ärzte helfen. Neben Proktologen, also Spezialisten für Enddarmerkrankungen, haben sich auch viele Hautärzte auf die Behandlung von Hämorrhoiden spezialisiert.

Behandlung: Was hilft bei Hämorrhoiden?

"Wenn man etwas Akutes ausgeschlossen hat, macht man heute eine stadiengerechte Therapie: Man guckt also erst einmal wie ausgeprägt das Ganze ist und macht dann eine Behandlung, die für den Patienten und das jeweilige Stadium angemessen ist", erklärt Prof. Siebeck.

Wer sich falsch ernähre und zu wenig trinke, habe häufig sehr harten Stuhl. Durch das starke Pressen während des Stuhlgangs können dann Hämorrhoiden entstehen. "Im Frühstadium muss man die Leute beraten, wie sie ihre Lebensgewohnheiten umstellen, das fängt mit der Trinkmenge an. Der zweite Punkt ist die Ernährung, der dritte die körperliche Aktivität", sagt Prof. Siebeck. In späteren Stadien müsse dann eventuell mit Abführmitteln nachgeholfen werden.

"Im Frühstadium lautet der Rat: Vermeiden Sie zu pressen und halten Sie Ihren Stuhlgang weich."

Prof. Dr. Matthias Siebeck von der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie der LMU München

Erst wenn diese Maßnahmen erfolglos bleiben, kommen in der Regel operative Methoden zum Einsatz. Eine Möglichkeit ist die Gummibandmethode: "Man sucht im Darm die Stelle auf, wo die Schlagader zum Schwellkörper verläuft und dann stülpt man einen kleinen Gummiring so auf die Schleimhaut, dass die Schlagader gedrosselt wird und dass die Durchblutung der Hämorrhoiden von oben massiv reduziert wird", erklärt Prof. Siebeck.

Wer aber seine Lebensgewohnheiten umstellt, sich gesund ernährt, ausreichend trinkt und sich bewegt, kann operative Methoden meist verhindern


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