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06:25 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 29.06.2016 06:25 Uhr

36 Menschen sterben bei Anschlag auf Flughafen Istanbul

Istanbul: Bei einem Anschlag auf den Atatürk-Flughafen sind mindestens 36 Menschen getötet worden. Mehr als 140 wurden verletzt. Die türkische Regierung vermutet die Terrormiliz Islamischer Staat hinter der Tat. Es gebe erste Hinweise, die darauf deuteten, sagte Ministerpräsident Yildirim am Anschlagsort. Nach bisherigen Stand sind die drei Angreifer mit dem Taxi zum Flughafen gekommen, haben mit Maschinengewehren um sich geschossen und sich dann in die Luft gesprengt. Unter den Opfern sollen auch Ausländer sein. Laut Auswärtigem Amt gibt es bislang keine Hinweise, dass Deutsche betroffen sind. Der Atatürk-Flughafen ist der größte der Türkei und ein wichtiges Drehkreuz für den interkontinentalen Luftverkehr, nach dem Anschlag wurden sämtliche Flüge gestrichen.

Merkel bezeichnet Brexit als "unumkehrbar"

Brüssel: Nach dem Brexit-Votum gibt die EU Großbritannien bis September Zeit, um offiziell den Austritt aus der EU zu erklären. EU-Ratspräsident Tusk erklärte in der Nacht nach dem Gipfel, die Staats- und Regierungschefs hätten zwar Verständnis dafür, dass etwas Zeit nötig sei, dennoch hofften alle weiter, dass die Austrittserklärung so schnell wie möglich erfolge. Bundeskanzlerin Merkel sagte, der Brexit sei unumkehrbar. Alle täten gut daran, die Realitäten zur Kenntnis zu nehmen. Heute Früh treffen sich die EU-Staats- und Regierungschefs zum ersten Mal ohne den britischen Premier Cameron. Sie wollen dabei über die Zukunft der EU beraten.

EU-Kommission will Glyphosat-Zulassung um 18 Monate verlängern

Luxemburg: Die EU-Kommission will die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat verlängern. Das kündigte Gesundheitskommissar Andriukaitis am Rande eines Treffens in Luxemburg an. Seine Behörde werde einer Verlängerung der Glyphosat-Genehmigung um bis zu 18 Monate zustimmen. Die endgültige Entscheidung darüber wird voraussichtlich bereits heute fallen, da die bisherige Zulassung morgen ausläuft. In den kommenden anderthalb Jahren soll nun die europäische Chemikalienagentur prüfen, ob Glyphosat krebserregend ist oder nicht. Die EU-Mitgliedsstaaten hatten sich trotz verschiedener Anläufe nicht auf eine gemeinsame Linie einigen können, daher fiel es der Kommission zu, eine Entscheidung zu treffen.

Niederlande und Italien wollen sich Sitz im UN-Sicherheitsrat teilen

New York: Die Niederlande und Italien wollen sich einen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen teilen. Nach fünf Kampfabstimmungen in der UN-Vollversammlung einigten sich die Außenminister der beiden Länder am Abend auf einen Kompromiss. Demnach soll Italien die auf zwei Jahre befristete Mitgliedschaft im höchsten UN-Gremium im Jahr 2017 wahrnehmen, 2018 folgen dann die Niederlande. Zu weiteren nicht-ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates wurden Schweden, Bolivien, Kasachstan und Äthiopien gewählt.

Österreichs Außenminister kritisiert europäische Flüchtlingspolitik

Wien: Österreichs Außenminister Kurz hat angesichts der Flüchtlingskrise vor einem Auseinanderbrechen Europas gewarnt. Kurz bezeichnete die Flüchtlingspolitik als "dramatischsten Fehler" der EU. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte er, das Thema habe die Menschen emotionalisiert und sei am Ende entscheidend für den Ausgang des Brexit-Referendums gewesen. Viele Probleme seien in Europa nicht gelöst und die Bürger mit "Durchhalteparolen" ruhig gestellt worden. Auch in Österreich erwartet man laut Kurz mehr von Europa, die Bewältigung der Flüchtlingsströme stehe für die Bürger ganz oben auf der Agenda. Von Deutschland wünscht sich Österreichs Außenminister mehr Verständnis für die Haltung seines Landes in der Flüchtlingsfrage.

Füchtlingshilfe bislang größter Inlands-Einsatz der Bundeswehr

Berlin: Die Arbeit von Soldaten in der Flüchtlingshilfe war der bisher längste und aufwändigste Bundeswehreinsatz im Inland. Das geht aus Zahlen des Verteidigungsministeriums hervor, die den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vorliegen. Die Bundeswehr sei rund 850 Hilfsanträgen der Länder und Kommunen nachgekommen. Seit Juni vergangenes Jahr wurden dem Bericht zufolge über 2,2 Millionen Arbeitsstunden geleistet. Die Soldaten hätten dabei unter anderem 170.000 Unterbringungsplätze aufgebaut und eine Million Mahlzeiten ausgeliefert. Noch heute helfen knapp 1.500 Soldaten aus, in Spitzenzeiten waren es 9.000.

Zentralrat der Juden warnt vor neuem Antisemitismus durch Zuwanderung

München: Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Schuster, hat vor neuem Antisemitismus durch die Zuwanderung von Flüchtlingen gewarnt. Bei einer Rede in München sagte Schuster, die Menschen, die seit dem vergangenen Jahr in so großer Zahl in Deutschland Zuflucht suchten, kämen ganz überwiegend aus Staaten, die mit Israel tief verfeindet seien. Nach Ansicht Schusters legen Menschen ihr Feindbild nicht einfach beim Grenzübertritt ab. Schon jetzt gibt es seiner Meinung nach unter jungen Muslimen in Deutschland einen ausgeprägten Antisemitismus. Schuster forderte: Migranten, die aus ihren Herkunftsländern keine Religionsfreiheit kennten, müssten verinnerlichen, dass die Menschenwürde universell gelte, auch für Juden.

SEK nimmt sieben Verdächtige in Bayreuth fest

Bayreuth: Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hat gestern Abend sechs Männer und eine Frau in der Nähe des Bayreuther Bahnhofs festgenommen. Sie stehen laut Polizei im Verdacht, eine schwere Straftat im Bereich Eigentumsdelikte geplant zu haben. Nach BR-Informationen geht es um Bandenkriminalität mit Erpressung oder Raub gehen. Die Bayreuther Kriminalpolizei hatte die Verdächtigen bereits seit längerem im Visier. Da die geplante Straftat offenbar kurz bevor stand und die Beamten mit Gegenwehr rechnen mussten, kam das SEK zum Einsatz. Heute sollen die sieben Verdächtigen dem Haftrichter vorgeführt werden. Dann will die Polizei voraussichtlich auch Einzelheiten zu dem Fall bekannt

Bauernpräsident Rukwied stellt sich zur Wiederwahl

Hannover: Bauernpräsident Rukwied stellt sich heute zur Wiederwahl. Rukwied steht seit 2012 an der Spitze des Verbandes. Vor den Vorstandswahlen will er eine Grundsatzrede halten. Das zweitägige Treffen steht unter dem Motto "Zukunft sichern, Bauern stärken". In diversen Foren wollen die Landwirte unter anderem über den Preisverfall auf dem Milchmarkt und die europäische Agrarpolitik diskutieren. Morgen werden Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und EU-Agrarkommissar Hogan zu den Delegierten in Hannover sprechen. Zum Ende des Bauerntages ist eine Demonstration mit mehreren tausend Landwirten geplant.

Das Wetter in Bayern: Wolken und Sonne bei Werten bis 26 Grad

Das Wetter in Bayern: Wechselnd bewölkt mit teils längerem Sonnenschein bei Höchstwerten zwischen 22 und 26 Grad. Vereinzelt Schauern an den Alpen. Nachts in Südbayern leichte Schauer möglich bei Tiefstwerten um 14 Grad. Morgen unbeständig mit Sonne, Wolken und teils gewittrigem Regen; 21 bis 25 Grad. Am Freitag überwiegend sonnig.


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