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03:14 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 31.07.2016 03:14 Uhr

Erdogan will Geheimdienst und Generäle kontrollieren

Ankara: Nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei will Präsident Erdogan die Generäle und den Geheimdienst unter seine direkte Kontrolle stellen. Wie er am Abend in einem Fernsehinterview sagte, wird er vorschlagen, die Verfassung zu ändern. Bisher beaufsichtigt der Ministerpräsident den Geheimdienst. Das Militär genießt Unabhängigkeit. Vor zwei Wochen hatten Soldaten versucht, Erdogan zu stürzen. Seitdem geht die Regierung rigoros gegen ihre Kritiker vor. Tausende Soldaten, Richter und Journalisten sitzen in Haft.

Verfassungsgericht verbietet Erdogan-Schalte nach Köln

Köln: Das Bundesverfassungsgericht hat verboten, dass der türkische Präsident Erdogan am Nachmittag zu seinen Anhängern in Köln spricht. Es bestätigte das Verbot der Polizei. Sie hatte eine Live-Übertragung aus der Türkei untersagt, damit die Stimmung zwischen Erdogans Anhängern und Gegnern nach dem gescheiterten Militärputsch nicht weiter aufgeheizt wird. Nach Ansicht der Verfassungsrichter schränkt das Verbot nicht die Grundrechte der Demo-Veranstalter ein. Zudem sei ihr Antrag formal nicht zulässig. Zu der Demonstration werden 30.000 Menschen erwartet. Die Polizei ist mit 2.700 Beamten im Einsatz.

SPD findet Seehofers Kritik an Merkel deplatziert

Berlin: SPD-Fraktionschef Oppermann kritisiert CSU-Chef Seehofer, weil er in der Flüchtlingspolitik wieder auf Distanz zu Kanzlerin Merkel gegangen ist. In der "Bild am Sonntag" nennt er "deplatziert", dem alten Streit wieder aufzuwärmen. Wörtlich sagt Oppermann: "Jeder muss aufpassen, dass der dem IS nicht auf den Leim geht und Muslime, Flüchtlinge und Terroristen in einen Topf wirft." Seehofer hatte gestern gesagt, er mache sich den Merkel-Satz "Wir schaffen das" nicht zu eigen.

Papst wünscht sich unbequeme Jugendliche

Krakau: Papst Franziskus hat beim Weltjugendtag in Polen Jugendliche aufgerufen, unbequem zu sein. Bei einer Nachtandacht mit 1,6 Millionen Besuchern sagte er wörtlich: "Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um aus dem Leben ein Sofa zu machen. Wir sind gekommen, um eine Spur zu hinterlassen." Jesus sei der Herr des Risikos und nicht der Herr des Komforts. Morgen feiert der Papst die Abschlussmesse des Weltjugendtags.

Tunesiens Regierungschef Essid verliert Vertrauensabstimmung

Tunis: Das tunesische Parlament hat Regierungschef Essid das Vertrauen entzogen. Nur drei Abgeordnete stimmten am Abend dafür, dass er im Amt bleibt. Ihm wird vorgeworfen, die Wirtschaftskrise des Landes nicht in den Griff bekommen zu haben. Außerdem erschütterten Terroranschläge das Land. Tunesiens Präsident will jetzt in Absprache mit den Parteien im Parlament einen Nachfolger ernennen.

Vermutlich 16 Menschen sterben bei Absturz eines Heißluftballons in Texas

Austin: Im US-Bundesstaat Texas laufen nach dem Absturz eines Heißluftballons die Ermittlungen. Die Polizei geht davon aus, dass alle 16 Insassen ums Leben gekommen sind. Augenzeugen berichten, dass der Ballon erst Feuer gefangen hat und dann auf ein Feld aufschlug. Dort sollen Starkstromleitungen verlaufen. Der Himmel sei zum Zeitpunkt des Unglücks klar gewesen.

Polizeieinsatz in München-Pasing ist beendet

München: Die Polizei hat nach einem Großeinsatz im Stadtteil Pasing Entwarnung gegeben. Es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt. Am frühen Abend waren nach einem Warn-Anruf vorsorglich das Einkaufszentrum "Pasing Arcaden" und der angrenzende Bahnhof gesperrt worden. Ein Polizeisprecher erklärte, man habe bei der Durchsuchung auch Sprengstoffhunde eingesetzt, es sei aber nichts Verdächtiges gefunden worden. Aktuell gehe man von einem Trittbrettfahrer aus. Für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Gefahr bestanden.

IOC schickt Russen vor Olympia zu weiterem Test

Rio de Janeiro: Das Internationale Olympische Komitee will russische Sportler vor ihrem Start in Rio jetzt doch nochmal persönlich prüfen, ob sie frei von Doping sind. Drei Mitglieder der IOC-Exekutive sollen das letzte Wort haben. Davor hatte das Komitee noch die Fachverbände beauftragt, die sauberen russischen Sportler auszuwählen. Die Verbände der Gewichtheber und Leichtathleten haben ihre Athleten komplett ausgeschlossen.

Das Wetter in Bayern: teils klar, teils bewölkt, morgen wechselhaft

Das Wetter in Bayern: In der Nacht teils klar, teils bewölkt. Von Südwesten kann es zu einzelnen heftigen Gewittern kommen, lokal mit Hagel und Starkregen. Tiefstwerte 19 bis 13 Grad. Am Tag wechselhaft mit Wolken, sonnigen Abschnitten, Schauern und Gewittern. 21 bis 26 Grad. Die weiteren Aussichten: Montag und Dienstag teils sonnig, teils wolkig. An den Alpen und in den Mittelgebirgen einzelne Schauer.


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