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20:00 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 29.08.2014

EU will neue Sanktionen gegen Russland verhängen

Mailand: Im Ukrainekonflikt stehen die Zeichen weiter auf Konfrontation. Die Europäische Union will weitere Sanktionen gegen Russland verhängen. Bei einem Treffen der 28 EU-Außenminister in Mailand bewerteten mehrere Politiker das Vorgehen Russlands in der Ukraine als Invasion. Die Bundesregierung sprach erstmals von einer militärischen Intervention. Die Staats- und Regierungschefs werden bei ihrem Gipfeltreffen morgen in Brüssel über die Lage in der Ukraine reden - auch über neue EU-Sanktionen. Russlands Präsident Putin kritisierte des ukrainische Militär unterdessen scharf. Er verglich das Vorgehen der Streitkräfte im Osten des Landes mit der Belagerung von Leningrad durch Nazi-Truppen Wie damals die Faschisten kessle die ukrainische Armee Dörfer und Städte ein und greife Wohngebiete an.

Laut UN geht es gefangenen Blauhelmen gut

Beirut: Den entführten UN-Blauhelmen geht es nach Angaben aus UN-Kreisen gut. Ein Vertreter der Vereinten Nationen in der libanesischen Hauptstadt sagte, es lägen Informationen vor, dass die Soldaten unversehrt geblieben seien. Derzeit liefen Verhandlungen für ihre bedingungslose Freilassung. Syrische Rebellen hatten gestern auf den Golanhöhen mehr als 40 UN-Blauhelme von den Fidschi-Inseln in ihre Gewalt gebracht. Bundespräsident Gauck verurteilte die Entführung scharf. In einem Telegramm an UN-Generalsekretär Ban sprach Gauck von einer eklatanten Verletzung des Völkerrechts.

Großbritannien hebt Terrorwarnstufe an

London: Wegen der Konflikte in Syrien und im Irak hat Großbritannien die nationale Terrorwarnstufe angehoben. Wie das Innenministerium mitteilte, wurde die Alarmbereitschaft zum ersten Mal seit Juli 2011 auf die zweithöchste Stufe erhöht. Hinweise auf einen konkret geplanten Anschlag gebe es aber nicht. Behörden und Regierungsvertreter hatten zuletzt mehrfach die Sorge geäußert, dass britische Staatsbürger aus Krisengebieten zurückkehren, um Anschläge in Großbritannien zu verüben.

Bei der Lufthansa drohen Streiks

Köln: Im Tarifkonflikt der Lufthansa droht die Piloten-Gewerkschaft Cockpit mit einem Streik in den nächsten Tagen. Cockpit wollte nicht ausschließen, dass die Arbeit auch bei der Lufthansa und deren Frachttochter Cargo niedergelegt wird. Ein solcher Schritt werde aber 24 Stunden im Voraus angekündigt, so die Gewerkschaft. Bisher hatten die Piloten nur bei der Konzern-Tochter Germanwings gestreikt. In den Tarifverhandlungen sind sich Lufthansa und Cockpit vor allem in der Frage uneinig, ob die Piloten weiter ab 55 Jahren in den Vorruhestand gehen dürfen. Bisher zahlte das Unternehmen in solchen Fällen 60 Prozent Bruttogehalts - bis zum regulären Rentenalter von 63 Jahren.

Im Senegal taucht erster Ebola-Fall auf

Dakar: Die Ebola-Epidemie breitet sich immer weiter und immer schneller aus. Auch aus dem Senegal wird jetzt ein erster Fall gemeldet. Damit sind fünf Länder in Westafrika betroffen. Neben dem Senegal sind das Liberia, Sierra Leone, Guinea und Nigeria. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO mitteilte, ist die Zahl der Infektionen in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Bislang sind mehr als 1.500 Menschen an dem Virus gestorben, die Sterblichkeit liegt bei 51 Prozent.

Belege für Sozialmissbrauch durch EU-Einwanderer fehlen

Berlin: Die Bundesregierung hat offenbar keine Belege für einen Missbrauch von Sozialleistungen durch EU-Zuwanderer. Das berichtete "Handelsblatt Online". Die Meldung bezieht sich auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Die Mehrzahl der EU-Bürger, die nach Deutschland zuzieht, hält sich demnach an die Regeln. Bundesweite Daten über Missbrauchsfälle gebe es nicht, da Daten der Finanzkontrolle nicht in die Polizeiliche Kriminalstatistik einfließen. Der Grünen-Innenexperte Beck wertete diese Aussagen als Offenbarungseid der Regierung. Er warf der Koalition eine, so wörtlich, "faktenbefreite, populistische Gesetzgebung vor."

Bayerische Flüchtlingsheime sind restlos überfüllt

München: Die Unterbringung von Flüchtlingen in Bayern wird immer schwieriger. Die Regierung von Mittelfranken schloss nicht aus, aus Not auch Sporthallen als Unterkünfte zu verwenden. Dieses Wochenende allein werden weitere 600 Menschen erwartet, so der Fürther Landrat Dießl. Er warf der Bayrischen Staatsregierung vor, Mittelfranken mit dem Problem alleine zu lassen. Die beiden Erstaufnahme-Einrichtungen in München und Zirndorf sind inzwischen restlos überfüllt. Bayern will zwar weitere Einrichtungen eröffnen, allerdings erst nächstes Jahr.

Island gibt nach Eruption Entwarnung für den Flugverkehr

Reykjavik: Der Vulkanausbruch in Island bedeutet nach Einschätzung der Behörden momentan keine Gefahr für den Flugverkehr. Am Nachmittag hat der Wetterdienst der Insel die Warnstufe wieder auf Orange gesenkt, nachdem er wenige Stunden zuvor die höchste Alarmstufe Rot ausgerufen hatte. Entscheidend für den Schritt war, dass keine Asche in der Luft festgestellt wurde. Die Partikel können im Extremfall Flugzeugtriebwerke lahmlegen. Die deutsche Bundesregierung hatte vorsorglich einen Fünf-Punkte-Plan in Kraft gesetzt. So steht ein Spezialflugzeug bereit, um die Aschekonzentration genau zu messen.

Von der Leyen ist "Sprachpanscher 2014"

Dortmund: Verteidigungsministerin von der Leyen ist mit dem Negativtitel "Sprachpanscher der Jahres 2014" ausgezeichnet worden. Wie der Verein Deutsche Sprache mitteilte, vermischt von der Leyen zwar nicht das Deutsche mit dem Englischen. Allerdings gebe es bei ihr fast noch eine schlimmere Absage an die deutsche Sprache, wenn sie auf Konferenzen trotz der Anwesenheit von Simultandolmetschern die Teilnehmer auf Englisch anspreche. Man könne nicht von Migranten Deutschtests verlangen, wenn gleichzeitig hochrangige Politiker deutlich machten, dass die eigentlich wichtige Sprache in Deutschland Englisch sei, so der Vereinsvorsitzende Krämer. Der Verein vergibt die Negativauszeichnung seit 1998 an Prominente und Organisationen, die Deutsch und Englisch vermischen.

Das Wetter in Bayern: teils freundlich, vereinzelt Regen oder Gewitter

In der Nacht teils klar, im Süden gebietsweise Regen, örtlich auch mit Gewitter. Auch in den fränkischen Mittelgebirgen lokale Schauer möglich. Tiefstwerte 10 bis 15 Grad. Die weiteren Aussichten: Morgen von den Alpen bis zum Bayerischen Wald örtliche Schauer oder Gewitter, sonst Sonne und Wolken. Maximal 19 bis 23 Grad. Am Sonntag bewölkt und gebietsweise Regen. Am Montag im Südosten etwas Regen, sonst teils bewölkt, teils freundlich. Nachts zwischen 8 und 14 Grad, tagsüber zwischen 15 und 20 Grad.


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