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21:00 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 02.09.2014

Dschihadisten enthaupten offenbar zweiten US-Reporter

Washington: Die Dschihadisten der Gruppe "Islamischer Staat" haben offenbar wieder einen US-amerikanischen Journalisten ermordet. Im Internet ist ein Video aufgetaucht, das die Enthauptung des Reporters Steven Sotloff zeigen soll. Es gibt zwar noch keine Bestätigung, dass das Band echt ist. Amerikanische Politiker gehen aber davon aus. Erst vor zwei Wochen war ein Video aufgetaucht, das die Enthauptung des Journalisten James Foley zeigt. Das jetzt aufgetauchte Band weist deutliche Parallelen auf. Wie Foley ist auch Sotloff mit einem orange-farbenen Overall bekleidet. Der maskierte Terrorist, der auf dem Video zu sehen ist, spricht nach einem Bericht der "Washington Post" mit demselben Londoner Akzent wie der Täter im ersten Film. Der Reporter Steven Sotloff war 2013 in Syrien entführt worden. Die Dschihadisten hatten angekündigt, ihn zu töten, falls die USA ihre Luftangriffe auf die IS-Milizen im Irak nicht einstellen. Jetzt drohten sie, als nächstes werde eine britische Geisel getötet.

EU-Kommission will morgen neue Sanktionen gegen Russland vorschlagen

Brüssel: Die EU-Kommission will morgen neue Sanktionen gegen Russland vorschlagen. Bis Ende der Woche solle darüber entschieden werden, sagte die designierte EU-Außenbeauftragte Mogherini in Brüssel. Ihren Worten zufolge ist Russland kein strategischer Partner des Westens mehr. Zugleich forderte Mogherini ein stärkeres Nato-Engagement in den osteuropäischen Ländern. Die russische Regierung erwägt nach eigenen Angaben, die Nato als militärische Bedrohung einzustufen. Russlands Außenminister Lawrow warf der Ukraine vor, eine friedliche Lösung in der Ostukraine durch ihr Bemühen um eine Nato-Mitgliedschaft zu untergraben. Die Bundeswehr hat unterdessen 20 verwundete Soldaten aus der Ukraine nach Deutschland ausgeflogen. Sie sollen in Bundeswehrkrankenhäusern behandelt werden.

Erstes Flugzeug mit Militärausrüstung für Kurden hebt übermorgen ab

Berlin: Die erste Maschine mit deutscher Militärausrüstung für die Kurden im Nord-Irak startet übermorgen. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, werden von Leipzig aus zunächst Gefechtshelme, Schutzwesten und Funkgeräte in die Region gebracht. Wann Deutschland die ersten Waffen liefert, steht noch nicht fest. Die Bundesregierung will die Kurden im Kampf gegen die Terror-Miliz "Islamischer Staat" unterstützen. Sie versucht im Norden des Irak die Oberhand zu gewinnen und geht dabei äußerst brutal vor. Die Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" spricht von Kriegsverbrechen und einer "ethnischen Säuberung".

Stamm will keine Sondersitzung zur Modellauto-Affäre

München: Nach dem Rücktriit von Staatskanzlei-Chefin Haderthauer gibt es Streit über die Sondersitzung des Landtags, die die Opposition beantragt hat. Landtags-Präsidentin Stamm von der CSU sagte, sie halte die Sitzung für unnötig; schließlich sei das Hauptanliegen des Antrags entfallen. Tatsächlich hatte die Opposition in ihrem Antrag Ministerpräsident Seehofer aufgefordert, Haderthauer zu entlassen. Die Opposition verlangt aber auch nach dem Rücktritt der Staatskanzleichefin weiter eine Sondersitzung. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rinderspacher sagte, nach einer 14 Monate dauernden Staatsaffäre sei das eine Selbstverständlichkeit.

GDL wirft Bahn Täuschung der Fahrgäste vor

München: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer wirft der Bahn vor, beim gestrigen Streik die Fahrgäste in Bayern getäuscht zu haben. Wie die GDL mitteilte, sind die Fahrgäste in einigen Bahnhöfen nicht, wie sonst üblich, auf den Anzeigetafeln über den Streik informiert worden. Stattdessen habe es etwa in Hof Durchsagen gegeben, wonach sich Reisende für Informationen über weitere Anschlussmöglichkeiten an die Streikenden wenden sollten. Diese hätten aber gar nicht die Möglichkeit besessen, Auskünfte zu geben. Wegen des bundesweiten Lokführerstreiks hatten gestern Abend Zehntausende Pendler und Fernreisende vergeblich auf ihre Züge gewartet.

Flüchtlingsstrom nach Zirndorf nimmt weiter zu

Zirndorf: Der Flüchtlingsstrom in der Zentralen Aufnahmeeinrichtung in Zirndorf reißt trotz des teilweisen Aufnahmestopps nicht ab. Wie der mittelfränkische Regierungsvizepräsident Ehmann dem Bayerischen Rundfunk sagte, kommen momentan 200 Menschen pro Tag in die Unterkunft. Allein auf dem Gelände in Zirndorf, das eigentlich für 650 Personen ausgerichtet ist, halten sich derzeit 1.600 Flüchtlinge auf. Wegen der extremen Überbelegung wurden am Wochenende in Nürnberg zwei Festzelte aufgestellt. Gegen die Unterbringung in diesen Zelten haben heute mehrere Dutzend Asylbewerber protestiert.

Gottfried John ist tot

München: Gottfried John ist tot. Wie der WDR mitteilte, starb der Schauspieler gestern im Alter von 72 Jahren. John erlag einem Krebsleiden. Zuletzt hatte er in Utting am Ammersee gelebt. Bekannt war John durch viele Rollen in Film und Fernsehen. Er spielte unter anderem in "Die Ehe der Maria Braun", "Berlin Alexanderplatz" und dem James Bond-Film "GoldenEye" mit.

Bastian Schweinsteiger ist neuer DFB-Kapitän

Düsseldorf: Bastian Schweinsteiger folgt auf Philipp Lahm als Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Das hat Bundestrainer Löw auf einer Pressekonferenz erklärt. Löw sagte, er habe großes Vertrauen zum Mittelfeld-Spieler des FC Bayern München. Beim Freundschaftsspiel am Mittwoch gegen Argentinien fehlt Schweinsteiger allerdings verletzungsbedingt. Für ihn wird Torwart Manuel Neuer die Kapitänsbinde tragen. Löw gab eine weitere Personalentscheidung bekannt. Ab Oktober ist Thomas Schneider sein neuer Co-Trainer. Der frühere Coach des VfB Stuttgart folgt auf Hansi Flick, der nach der Weltmeisterschaft in Brasilien auf den Posten des DFB-Sportdirektors wechselte.

Wetter: Bewölkt, im Süden Regen, Tiefstwerte 9 bis 12 Grad

Das Wetter in Bayern: Zwischen einen nordeuropäischen Hoch und tiefem Druck über Italien im Zustrom feucht-kühler Luftmassen lässt morgen der Tiefdruckeinfluss allmählich nach, zugleich strömt etwas wärmere Luft heran. In der Nacht bleibt es bewölkt, vor allem im Süden fällt gelegentlich Regen. Die Temperaturen erreichen 17 Grad am Alpenrand und bis zu 22 Grad am Main. Die Aussichten: Morgen ist es zunächst stark bewölkt, mit etwas Regen in Alpennähe; später am Tage sind vor allem in Franken sonnige Abschnitte möglich; die Temperaturen erreichen 17 bis 22 Grad. Ab Donnerstag an zeigt sich die Sonne öfter. Am Freitag entstehen örtliche Schauer und Gewitter. Die nächtlichen Tiefstwerte liegen zwischen 14 und 10 Grad, die Höchstwerte zwischen 20 und 24 Grad.


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