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17:00 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 22.10.2014

Mann schießt offenbar im kanadischen Parlament um sich

Ottawa: Mitten im Regierungsviertel der kanadischen Hauptstadt ist ein Soldat niedergeschossen worden. Der Mann habe an einem Kriegerdenkmal in Ottawa Ehrenwache gestanden, als er von einem Unbekannten angegriffen worden sei, teilte die Polizei mit. Augenzeugen berichteten, der Mann sei anschließend auf den Parlamentshügel zugelaufen - danach seien mehr als 20 Schüsse im Parlament abgefeuert worden. Das Gebäude wurde sofort abgeriegelt und wird nun durchsucht. Premierminister Harper sei in Sicherheit gebracht worden. - Erst am Montag hatte ein möglicherweise islamisch radikalisierter Mann einen kanadischen Soldaten getötet und einen zweiten verletzt. Der 25-jährige mutmaßliche Täter wurde nach einer Verfolgungsjagd von Polizisten erschossen.

EU-Kommission kann Arbeit im November beginnen

Straßburg: Die neue EU-Kommission kann ihre Arbeit wie geplant am 1. November aufnehmen. Eine breite Mehrheit von 423 Abgeordneten votierte heute im Europaparlament für Kommissionspräsident Juncker und sein Team. 209 Parlamentarier stimmten mit Nein, 67 enthielten sich. Gewählt wurde die neue EU-Kommission vor allem von Christdemokraten und Sozialdemokraten. Unter anderem die Grünen verweigerten ihre Zustimmung. Ihrer Meinung nach setzt die neue Kommission falsche Schwerpunkte. Juncker will noch vor Weihnachten ein 300 Milliarden Euro schweres Investitionspaket zur Konjunkturankurbelung auf den Weg bringen. Finanziert werden soll es teils mit öffentlichen, teils mit privaten Geldern.

US-Außenminister Kerry würdigt Partnerschaft mit Deutschland

Berlin: Der amerikanische Außenminister Kerry hat die Führungsrolle Deutschlands bei der Lösung der internationalen Krisen gewürdigt. Dies gelte insbesondere für die Rolle von Kanzlerin Merkel und Außenminister Steinmeier im Ukraine-Konflikt, sagte Kerry nach einem Treffen mit Steinmeier in Berlin. Beide Politiker appellierten an Moskau, sich an die Vereinbarungen von Minsk zu halten und Kämpfer sowie Waffen aus der Pufferzone abzuziehen. Steinmeier erklärte, 25 Jahre nach dem Fall der Mauer dürfe nicht wieder eine neue Spaltung Europas zugelassen werden. Die Einheit der Ukraine müsse gewährleistet bleiben. Zuvor hatte Kerry anlässlich des 25. Jahrestags des Mauerfalls die Gedenkstätte in Berlin besucht. Am Nachmittag trifft der amerikanische Außenminister mit Bundeskanzlerin Merkel zusammen.

Bundesregierung stellt fünf Millionen Euro für Ebola-Forschung zur Verfügung

Berlin: Die Bundesregierung stellt kurzfristig fünf Millionen Euro für die Ebola-Forschung zur Verfügung. Bundesbildungsministerin Wanka sagte, mit dem Geld sollten dringend benötigte Diagnose- und Behandlungsmethoden entwickelt werden. Besonders im Fokus steht dabei die Entwicklung eines Schnelltests zum Nachweis der Krankheit, der auch unter den schwierigen Bedingungen im westafrikanischen Epidemiegebiet gut funktioniert. Ein solches Projekt besteht bereits am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung in Hamburg. Die USA wollen wegen der Ebola-Epidemie ihre Reisebeschränkungen und Kontrollen verschärfen. Passagiere aus Westafrika müssen demnach an einem von fünf Flughäfen landen, wo Untersuchungen auf Ebola-Symptome möglich sind.

Deutschland übernimmt Vorsitz im UN-Menschenrechtsrat

Genf: Deutschland wird im nächsten Jahr den Vorsitz des UN-Menschenrechtsrates übernehmen. Die Länder der westlichen Gruppe einigten sich auf die Nominierung des deutschen Botschafters bei den Vereinten Nationen in Genf, Joachim Rücker, als Chef des Rates. Rücker hatte vor seiner Nominierung betont, er wolle den 2006 gegründeten Menschenrechtsrat stärken. Das Gremium setzte in den vergangenen Jahren mehrere Untersuchungskommissionen ein, etwa um gegen Gewalttäter in Syriens Bürgerkrieg zu ermitteln.

Eltern scheitern mit Entschädigungsprozess nach Tod einer Gorch Fock-Kadettin

Aachen: Im Prozess um den Tod einer Kadettin auf dem Segelschulschiff Gorch Fock sind die Eltern mit einer Entschädigungsklage gegen die Bundesrepublik gescheitert. Das Verwaltungsgericht Aachen wies die Klage auf 40.000 Euro in erster Instanz ab. Die damals 18-jährige Marinesoldatin Jenny Böken war im September 2008 während einer Nachtwache in die Nordsee gestürzt und ertrunken. Die genauen Todesumstände sind bis heute ungeklärt. Die Eltern hatten ihre Klage darauf gestützt, dass Hinterbliebenen eine Entschädigung zusteht, wenn ein Soldat bei der Dienstausübung unter besonderer Lebensgefahr stirbt. Eine solche Situation habe auf der Gorch Fock aber nicht vorgelegen, so das Verwaltungsgericht in seinem Urteil.

Atomreaktor von Fukushima wird zurückgebaut

Fukushima: Dreieinhalb Jahre nach den Kernschmelzen im japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat der Betreiber Tepco mit dem sogenannten Rückbau begonnen: Mit einem ferngesteuerten Spezialkran wird die provisorische Abdeckung des Reaktors 1 durchlöchert. Durch die Öffnungen werden dann 4.000 Liter Bindemittel gegossen, damit keine radioaktiven Partikel aufgewirbelt werden. Von März an soll die Dachkonstruktion abgebaut werden. Anschließend sollen die Trümmerteile im Inneren des Gebäudes beseitigt werden. Die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe könne jedoch frühestens 2020 beginnen, hieß es. Tepco hat zudem immer noch Probleme mit den gewaltigen Massen an radioaktiv belastetem Wasser. Tausende Tonnen Wasser drohen, ins angrenzende Meer zu sickern.

Erster Herbststurm bringt auch erste Schneeunfälle mit sich

Oberstdorf: Der erste Herbststurm in diesem Jahr hat in höheren Lagen auch den ersten Schnee mit sich gebracht. Im Allgäu kam es zu einigen Rutschunfällen, weil viele Autofahrer noch mit Sommerreifen unterwegs sind. Vor allem auf der B19 von Oberstdorf ins Kleinwalsertal blieben etliche Autos auf der schneebedeckten Straße liegen. Insgesamt hat der Sturm in der letzten Nacht in Bayern Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Besonders schwer traf es Oberbayern. Im Landkreis Starnberg wurde eine Autofahrerin von einem umstürzenden Baum verletzt. Im Stadtgebiet München musste die Feuerwehr 180 Einsätze fahren, in Nürnberg mehr als 50. Dort zerstörte der Sturm zwei Zelte, in denen Flüchtlinge untergebracht waren.

Landtag debattiert Drogenskandal bei der Kemptener Polizei

München: Nach dem Drogenskandal bei der Kemptener Polizei hat die Opposition im Landtag schwere Vorwürfe gegen die Vorgesetzten des Beamten erhoben. Der SPD-Politiker Gantzer sagte, die Vorgesetzten hätten im Wege der Kumpanei nicht richtig hingeschaut. Zudem sei der Verdacht noch nicht ausgeräumt, dass der Beamte Beziehungen zur örtlichen Mafiaszene gehabt habe. Landespolizeipräsident Schmidbauer sagte dagegen vor dem Innenausschuss des Landtags, nach umfangreichen Nachforschungen sei ein Zusammenhang mit der organisierten Kriminalität nicht zu beweisen. Die Herkunft des Kokains bleibe unklar, so Schmidbauer. Beim Leiter der Kemptener Drogenfahndung waren im Februar 1,8 Kilogramm Heroin gefunden worden. Er wurde wegen Drogenbesitzes, gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung seiner Ehefrau angeklagt.

Das Wetter in Bayern: Bewölkt und zeitweise Regen bei 3 bis 9 Grad

Meist bewölkt und zeitweise Regen, dabei ziemlich windig. - Der Deutsche Wetterdienst warnt weiterhin vor ergiebigem Dauerregen oder Schneefall am Alpenrand und Orkanböen auf den Alpengipfeln. - Höchstwerte zwischen 3 und 9 Grad. - In der Nacht weitere Regenfälle, Tiefstwerte bei 5 Grad. - Auch morgen bewölkt und besonders in Südbayern Regen, Höchstwerte 5 bis 12 Grad. Ab Freitag Sonne und Wolken, Höchstwerte 7 bis 13 Grad.


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