Bayerisches Fernsehen - Münchner Runde

Moderator Sigmund Gottlieb

Sigmund Gottlieb ist Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens. Die Münchner Runde moderiert er im Wechsel mit Ursula Heller. Hier stellt er sich Ihnen vor.

Stand: 30.08.2011
Bilder von Sigmund Gottlieb | Bild: BR

Geboren wurde ich in Franken, genauer gesagt in Nürnberg - und zwar im Jahr 1951. Lange vor dem Abitur brach sich der journalistische Trieb in mir Bahn: Als freier Mitarbeiter schrieb ich Artikel für diverse Zeitungen. Das große journalistische Vorbild war damals, und ist es bis heute: Peter Scholl-Latour.

Während meines Studiums der Politischen Wissenschaften, Neuen Geschichte und Germanistik erhielt ich mir die Leidenschaft zum Schreiben und wurde u.a. Kommentator der "Nürnberger Zeitung". Nach wie vor glaube ich, dass es für einen Fernsehjournalisten eine gute, ja unverzichtbare Sache ist, wenn er vorher das Zeitungshandwerk lernt. Das habe ich getan. Nach dem Staatsexamen an der Universität Erlangen-Nürnberg wurde ich erst Volontär, dann Redakteur beim "Münchner Merkur".

Bald darauf entdeckte ich das Fernsehen. Zuerst als Redakteur des ZDF in München, bis ich 1986 als Korrespondent für das Zweite Deutsche Fernsehen nach Bonn wechselte. Für einen politischen Journalisten konnte es kaum eine spannendere Aufgabe geben: Die ersten Live-Auftritte vor dem Kanzleramt, Koalitionsverhandlungen bis spät in die Nacht, Hintergrundzirkel und Reisen mit Ministern, Kanzler und Bundespräsident um die ganze Welt. 

1988 bekam ich eine neue Chance. ZDF-Intendant Dieter Stolte machte mich zum Vize-Chef und Moderator des Heute-Journals. An dieser Stelle erlebte und begleitete ich den Zusammenbruch der DDR, die Wiedervereinigung und wenig später den ersten Golfkrieg. In dieser Zeit sagte ich öfter einmal, dass diese Ereignisse wohl die Höhepunkte meines Journalistenlebens darstellten, egal was der Beruf danach noch für mich bereithalte.

Weit gefehlt. 1991 kehrte ich zurück nach München, zum Bayerischen Fernsehen, als Stellvertreter des Chefredakteurs. Seit 1995 bin ich Chefredakteur und seit 2001 stellvertretender Fernsehdirektor.

Gemeinsam mit einem Team professioneller und hoch motivierter Kolleginnen und Kollegen versuche ich, ein Informationsprogramm anzubieten, das Orientierung bietet in einer Zeit zunehmender Verunsicherung der Menschen. Es ist ganz selbstverständlich, dass es mir meine Tätigkeit nur mehr begrenzt erlaubt, selber journalistisch aktiv zu sein.

Natürlich freue ich mich, wenn ich den Kommentar für die ARD-Tagesthemen spreche, einen Spitzenpolitiker interviewen oder im Ersten einen "Brennpunkt" moderieren kann. Erfreulich finde ich es, dass unsere Arbeit Anklang findet und mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet wurde, wie etwa mit dem "Bayerischen Fernsehpreis 1999" für die Berichterstattung des Bayerischen Fernsehens im Kosovo-Krieg.

Privates

Ich bin verheiratet mit der Berlinerin Gisela und habe zwei Kinder, Natascha und Frank. Meine Frau ist meine ehrlichste und intelligenteste Kritikerin. Meine Tochter ist Redakteurin bei der "Bild". Mein Sohn studiert Jura. Dreimal pro Woche versuche ich, mir das Übergewicht von den Rippen zu laufen - und was dann noch drauf ist, soll das Tennisspiel richten. Jeden Morgen freue ich mich aufs Neue, dass ich in der schönsten Stadt der Welt leben und arbeiten darf.