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Zweiradmechatroniker/-in Motorradtechnik Leidenschaft für heiße Öfen

Zweiradmechatroniker reparieren Motorräder, bauen sie nach Kundenwünschen um und rüsten sie mit Zubehör aus. Zudem beraten sie Kunden und verkaufen Fahrzeuge. Ursprünglich hieß der Beruf Zweiradmechaniker. Heute steckt in den Motorrädern jedoch viel Elektronik. Deshalb wurde der Beruf umbenannt und die Lehrinhalte angepasst. Die Ausbildung zum Zweiradmechatroniker dauert dreieinhalb Jahre.

Stand: 02.12.2014

Frauen gibt es nur wenige in diesem Beruf. "Noch", meint Nina Lenz. Mit ölverschmierten Händen steht die 19-Jährige in der Werkstatt und schraubt am Bremssattel eines  Motorrades. Die junge Frau fährt nicht nur gern Motorrad, sie interessiert sich auch für die Technik. Bereits als 12-Jährige schraubte Nina an den Mopeds ihrer Geschwister herum. Nina wird oft auf ihren Beruf angesprochen. Interessierten rät sie zu einem Praktikum. So hat sie es auch gemacht. Bereits am 2. Tag hatte sie den Ausbildungsvertrag in der Tasche. Ihr Chef verlangt handwerkliches Geschick von ihr und technisches Verständnis. Zudem ist ihm Sorgfalt wichtig.

Kundendienst und neue Reifen

Insbesondere im Frühjahr gibt es in den Werkstätten viel zu tun. Zu Beginn der Motorradsaison kommen viele zum Kundendienst oder brauchen neue Reifen. Die Arbeit im Stehen ist anstrengend und manchmal fallen auch Überstunden an.

"Also Muskelkater habe ich keinen, aber ich habe schon gemerkt, man wird auf alle Fälle abends schneller müde."

Nina Lenz (19) , 2. Lehrjahr

Veit Wettengel steht kurz vor der Abschlussprüfung. In der Berufsschule Straubing lernt er zusammen mit anderen Auszubildenden. Mehrmals im Jahr kommen sie zum Blockunterricht hierher. Wie bei einem Zirkeltraining wurden verschiedene Stationen aufgebaut. Veit muss an den Motorrädern Fehler entdecken und beheben. Nach der Abschlussprüfung will Veit als Geselle arbeiten und später seinen Meister machen. Motorräder faszinieren ihn. Also hat er sein Hobby zum Beruf gemacht.

"Na ja, es ist auf jeden Fall ein schönes Gefühl wenn man so einen Kundendienst gemacht hat. Und auf einmal gehen die Bremsen wieder viel besser. Oder das Fahrzeug läuft. Das sind schon schöne Momente."

Veit Wettengel (22), 4. Lehrjahr

Wer Mathe und Physik mag, zudem gern repariert und sich für Technik interessiert, eignet sich gut für die Ausbildung zum Zweiradmechatroniker.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Zweiradmechatroniker/-in (Fachrichtung: Motorradtechnik)
  • Ausbildungsdauer: dreieinhalb Jahre
  • Ausbildungsform: duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule
  • Prüfung: Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Werkstätten, Motorradhändler
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Die meisten Auszubildenden haben den Hauptschulabschluss bzw. einen mittleren Bildungsabschluss.
  • Eignung: Mathematik und Physik sollten einem leicht fallen. Handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und Sorgfalt sind in diesem Beruf wichtig.
  • Perspektiven: Es gibt viele Möglichkeiten sich weiter zu qualifizieren, z.B. als Meister und Techniker. Mit einer eigenen Werkstatt kann man sich auch selbstständig machen.
  • Alternativen: Zweiradmechatroniker Fachrichtung Fahrradtechnik, Kraftfahrzeugmechatroniker

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Technisches Verständnis

Zweiradmechatroniker beheben Fehler. Um die zu erkennen, muss man die Funktionsweise der Motorradkomponenten verstehen. Jedes Jahr kommen neue Zweiräder auf den Markt. Auch nach der Ausbildung heißt es daher: weiter lernen.  

Handwerkliches Geschick

Zweiradmechatroniker sollten gut mit Werkzeug umgehen können.

Kraft

Räder wechseln, Motorräder schieben, Ersatzteile holen - immer wieder müssen Zweiradmechatroniker in der Werkstatt zupacken. Zudem ist die Arbeit im Stehen anstrengend.  

Geduld

Die Fehlersuche kann manchmal lange dauern.  

Kommunikation

Zu den Aufgaben in einigen Betrieben gehört es auch, Kunden zu beraten oder Motorräder zu verkaufen. Deshalb sollten Zweiradmechatroniker gut mit Menschen umgehen können.


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