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Technischer Systemplaner - Elektrotechnische Systeme Durchgeplant

Mit der Hand an der Maus verbringt der Technische Systemplaner den größten Teil seines Tages: Ein Traumjob für Computerfreaks und Menschen mit räumlicher Vorstellungskraft.

Stand: 22.06.2017

Wenn Sören Jenkner Kilometermarkierungen und Signalanlagen mit der Computermaus in den virtuellen Streckenplan setzt, gerät er förmlich ins Schwärmen. Der 37-Jährige war als Soldat zwölf Jahre lang bei der Bundeswehr. Nun macht er eine Ausbildung zum Technischen Systemplaner in der Fachrichtung Elektrotechnische Systeme bei der Deutschen Bahn in München.

"An der Ausbildung an sich interessiert mich die elektronische Komponente. Bei der Bahn finde ich sehr interessant, dass man nochmal ein komplett anderes Tätigkeitsfeld hat und sich viel bahnspezifisches Wissen aneignen muss. Da kann man sich jahrelang mit beschäftigen, bis man da eingestiegen ist und das ist schon sehr interessant. Aber man muss natürlich auch die Lust drauf haben, sich da entsprechend einzuarbeiten. Das ist halt eine ganze eigene Welt."

Sören Jenkner (37), 2. Lehrjahr

Signale und Kilometermarkierungen, Magneten und Achszähler - damit der Zugverkehr reibungs- und gefahrlos laufen kann, ist an Bahnhöfen und Gleisanlagen einiges an Elektrotechnik installiert. Und die zeichnet Sören in verschiedenste Pläne, damit die Arbeiter draußen wissen, was wo verbaut werden soll. Signalübersichts- oder Kabellagepläne gestaltet er mit einer speziellen Planungssoftware am Computer. Die Planungssoftware gibt grafische Komponenten vor. Sören muss also nicht  jedes Signal selber zeichnen, sondern kann wie aus einem Baukasten verschiedene Elemente auswählen und an der Strecke einfügen.

"Die Pläne sind oft sehr unübersichtlich und man muss halt dann das Wesentliche herausarbeiten können aus den Plänen. Und man sollte eine gewisse Ausdauer haben, weil man lange mit diesen Plänen arbeitet und manchmal 100 oder auch 200  Signale in große Pläne einarbeiten muss. Und das dauert natürlich entsprechend lange."

Sören Jenkner (37), 2. Lehrjahr

Darüber hinaus gibt es an jedem Signal noch bestimmte Zugbeeinflussungssysteme wie Magneten, die z.B. die Geschwindigkeitssteuerung im Zug regeln können und dafür sorgen, dass ein Zug zum Stehen kommt, auch wenn der Zugführer ein Signal überfährt. Sören muss sorgfältig und genau arbeiten, damit alle Elemente im Plan an der richtigen Stelle stehen! Ein Job mit viel Verantwortung und genau das macht ihn für Sören so spannend.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Technische/r) Systemplaner/-in: Fachrichtung Elektrotechnische Systeme
  • Ausbildungsdauer: Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in der Industrie und im Handwerk.
  • Ausbildungsorte: Die Ausbildung erfolgt im Betrieb und in der Berufsschule. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr findet der Unterricht an der Berufsschule I in Regensburg, mit jeweils insgesamt elf Schulwochen pro Ausbildungsjahr, im Blockunterricht statt. Die Unterbringung auswärtiger Schüler in Wohnheimen ist möglich. Ausbildungsbetriebe sind Ingenieurbüros, Elektrounternehmen oder auch die Deutsche Bahn.
  • Prüfung: Bei der Industrie- und Handelskammer/Handwerkskammer
  • Zugang: Es ist rechtlich keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein.
  • Eignung: Technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Interesse an Computerarbeit
  • Ausbildungsvergütung: Nach Lehrjahren gestaffelt verdienst du monatlich zwischen rund 600 und 1.000 Euro. 
  • Perspektiven: Der Bedarf an diesem Beruf scheint groß. Seit der Neuordnung im Jahr 2011 – damals wurde der Vorgängerberuf "Technischer Zeichner" überarbeitet und in "Technischer Systemplaner" umbenannt - sind die Ausbildungszahlen gestiegen. Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du nach der Ausbildung studieren oder dich gleich für ein duales Studium bewerben.

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Teamfähigkeit

Architekten, Bauherren, Projektplaner und Handwerker: Bei einem Auftrag arbeiten viele Menschen als Team zusammen. Technische Systemplaner müssen immer wieder mit ihnen kommunizieren und sich abstimmen, z.B. wenn es Änderungen in den Plan einzuarbeiten gilt.

Mathematische Fähigkeiten

Wie viel Licht braucht ein Raum? Wie viel Energie benötigt das ganze Gebäude? Wie müssen elektrotechnische Anlagen abgesichert werden? Technische Systemplaner müssen ständig Werte berechnen. Und nicht jede Planungssoftware hat auch ein Berechnungsprogramm. Mathematische Fähigkeiten sind in diesem Job also unabdingbar.


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