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Personaldienstleistungskaufmann/-frau Menschen und Arbeit zusammenbringen

Personaldienstleistungskaufleute werben Mitarbeiter an und betreuen sie, koordinieren deren Einsatz und vermitteln sie. Dabei muss eine Vielzahl an gesetzlichen Grundlagen beachtet werden. Wer diesen Beruf erlernen will, sollte zudem ein gutes Gespür für Menschen haben.

Stand: 12.11.2014

Hanna Weber macht eine Ausbildung zur Personaldienstleistungskauffrau bei Hofmann Personal in der Niederlassung Forchheim. Das Unternehmen hat sich unter anderem auf Zeitarbeit spezialisiert. Das heißt, es wirbt Mitarbeiter an, stellt sie ein und überlässt sie befristet anderen Firmen. Als Hanna Zeitnachweise in den Computer eingibt, klingelt plötzlich das Telefon. Ein Kunde braucht so schnell wie möglich zwei Mitarbeiter für die Produktion. Hanna geht die Bewerberprofile durch und gleicht sie mit den Anforderungen des Kunden ab. Dann kontaktiert sie die Arbeitnehmer, die in Frage kommen.

Kontakt mit Menschen

Hanna Weber macht eine Ausbildung zur Personaldienstleistungskauffrau.

"Bevor unsere Mitarbeiter zum ersten Mal beim Kunden eingesetzt werden, bereite ich sie darauf vor", erzählt die 28-Jährige. Dazu gehören Unterweisungen in den Bereichen Arbeit- und Gesundheitsschutz. "Schließlich sind wir für unsere Arbeitnehmer verantwortlich." Sie begleitet die Mitarbeiter auch am ersten Arbeitstag in die neue Firma.

"Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, weil für mich der Kontakt mit Menschen ganz wichtig ist. Ich darf schon in der Ausbildung viel Verantwortung übernehmen und kann mich in vielerlei Hinsicht ausprobieren. Das macht unheimlich Spaß, ist abwechslungsreich und deshalb kann ich sagen: Ich habe das gefunden, was ich machen will."

Hanna Weber (28), Auszubildende im 2. Lehrjahr

Gespür und Feingefühl

Personaldienstleister sind ständig auf der Suche nach Personal. Zu Hannas Aufgaben gehört es deshalb, Stellenausschreibungen zu erstellen. Außerdem akquiriert sie neue Kunden, also Unternehmen. In diesem Beruf muss man gerne mit Menschen zusammenarbeiten und Feingefühl dafür entwickeln, wie man mit den Leuten umgeht. Personaldienstleistungskaufleute arbeiten viel am Computer. Sie erstellen Lohnabrechnungen und Statistiken, schreiben Verträge und disponieren den Personaleinsatz.

40 Bewerber auf eine Stelle

Marie Herzog (Mitte) führt mit ihrer Chefin Silke Gatt (links) ein Vorstellungsgespräch mit einer Bewerberin.

Marie Herzog lernt im dritten Lehrjahr bei LEONI in Roth. "Wir suchen eine junge Frau oder einen jungen Mann, der ein duales Studium im Bereich Betriebswirtschaft machen möchte", erklärt die 20-Jährge. Auf die Stellenanzeige kamen mehr als drei Dutzend Bewerbungen. Marie hat sie gesichtet und in Absprache mit ihrer Chefin Silke Gatt fünf Bewerber eingeladen, darunter eine junge Frau aus Nürnberg.

"Herzlich willkommen in unserem Unternehmen. Haben Sie gleich hergefunden?", eröffnet Marie das Bewerbungsgespräch, das sie wortgewandt und freundlich führt. "Unter anderem will ich natürlich wissen, warum die Dame sich ausgerechnet bei uns beworben hat. Außerdem ist es für uns interessant, ob sie gerne mal ins Ausland möchte und wenn ja, wohin."

"Der Lernaufwand ist schon sehr groß. Vor allem in Sozialkunde und im Fach PP - also Personalwirtschaftliche Prozesse - geht vieles auch ins Detail. In der täglichen Arbeit kommt es dann schon öfter vor, dass ich in Gesetzbüchern nachschlagen muss. Auch nach der Ausbildung muss man sich ständig auf dem Laufenden halten, denn Tarifverträge und andere Regelungen ändern sich ständig."

Marie Herzog (20), Auszubildende im 3. Lehrjahr

In der Berufsschule haben die Auszubildenden unter anderem Sozialversicherungs- und Arbeitsrecht. Viele Unternehmen vertiefen das Wissen in internen Schulungen. "Ob Tarifverträge oder arbeitsrechtliche Grundlagen - da ändert sich ständig etwas", so Marie. Deshalb müssen Personalkaufleute sich immer auf dem Laufenden halten - ein (Arbeits-)Leben lang.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Personaldienstleistungskaufmann/-frau
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule. Dort findet der Unterricht oft in Blockform statt.
  • Zugang: Es ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis werden bevorzugt Bewerber mit (Fach-)Abitur eingestellt.
  • Eignung: Personaldienstleistungskaufleute müssen sich gut ausdrücken können und genau arbeiten. Organisationstalent ist genau so wichtig wie die Fähigkeit, sowohl selbstständig als auch im Team zu arbeiten.
  • Wichtige Schulfächer: Wer in Deutsch, Wirtschaft und Mathematik fit ist, bringt gute Voraussetzungen mit für eine erfolgreiche Ausbildung. Von Vorteil sind außerdem gute EDV-Kenntnisse, weil Personaldienstleistungskaufleute viel am Computer arbeiten.
  • Perspektiven: Nach der Ausbildung können Personaldienstleistungskaufleute eine Fortbildung zum/zur Personalfachkaufmann/-frau machen. Über die Position des/der Team-Assistenten/Assistentin ist es möglich, Niederlassungsleiter/-in zu werden. Andere qualifizieren sich weiter zum/zur Personal- oder Vertriebsdisponent/-in oder studieren.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Flexibilität

Ein Kunde braucht kurzfristig zwei Mitarbeiter in der Produktion, ein Arbeitnehmer meldet sich krank - in solchen Fällen müssen Personaldienstleistungskaufleute sofort reagieren, die aktuelle Arbeit unterbrechen und schnell nach einer Lösung suchen. Den Arbeitstag genau zu planen, ist in diesem Beruf so gut wie unmöglich.

Kontakt mit Menschen

Personaldienstleistungskaufleute müssen Spaß am Umgang mit Menschen haben und ein gutes Gespür für sie entwickeln. Die Arbeitnehmer kommen aus allen sozialen Schichten. Manchmal ist es angebracht, ein Auge zuzudrücken. Ein anderes Mal hilft nur ein klares Wort, im Extremfall eine Kündigung. Personaldienstleistungskaufleute dürfen solche Konfrontationen nicht scheuen.

Verdienstmöglichkeiten

Auszubildende bekommen für einen Verwaltungs- und Bürojob ein durchschnittliches Azubigehalt.


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