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Mathematisch-technischer Software-Entwickler Tüfteln, tippen, programmieren

Mathematisch-technische Software-Entwickler – kurz "Matse"– entwerfen und programmieren Software für die unterschiedlichsten Zwecke. Sie erstellen Internetseiten und Datenbankanwendungen. Sie sind fit in vielen Programmiersprachen. Die Basis all ihrer Arbeit sind mathematische Modelle.

Stand: 04.01.2016

Immer nur Mathe und Computer: Wer jetzt das Bild vom kaffeetrinkenden "Nerd" vor sich hat, der im dunklen PC-Raum einsam die Nächte durcharbeitet, liegt gründlich daneben. Mathematisch-technische Software-Entwickler haben viel mit Kunden zu tun, müssen kommunikativ sein und darauf achten, dass ihre Programme auch für Laien verständlich und leicht zu bedienen sind. Sie beraten und schulen Benutzer, oft direkt vor Ort beim Kunden.

Mehr als programmieren

Matse legen den Grundstein für funktionierende Computersysteme: Sie lernen aber mehr, als nur zu programmieren. Sie beschäftigen sich stärker - als zum Beispiel der verwandte IT-Beruf "Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung" - mit der Umsetzung und Anwendung mathematischer Modelle und Methoden. Mit Hardware haben Matse kaum zu tun - ihr Schwerpunkt liegt auf der Software. Kenntnisse im Programmieren muss man nicht mitbringen: Die Grundlagen lernt man in der Berufsschule oder alternativ - wenn man Studium und Ausbildung kombiniert - an der Hochschule. Zur Theorie gehören zum Beispiel Programmsysteme und Datenschutz.

"Es ist so, dass die Kenntnisse, mit denen die Einsteiger hier beginnen, relativ unterschiedlich sind. Es gibt viele, die in ihrem Leben noch keine Zeile Programmcode geschrieben haben. Das ist aber überhaupt kein Problem. Wir beginnen wirklich bei Adam und Eva in der Programmierung. Das heißt: Es können sich auch Leute für die 'Matse'-Ausbildung bewerben, die völlig frei von bisherigen Kenntnissen in der Programmierung sind."

Benno Willemsen, Dozent

Bachelor und "Matse"

Wer gleichzeitig Studium und Ausbildung anpackt - das ist zum Beispiel in Rosenheim, Jülich, Aachen und Köln möglich - hat nach drei- bis viereinhalb Jahren gleich zwei Abschlüsse: als Bachelor "Scientific Programming" zum Beispiel und als fertiger Matse.

"Man muss technischer Verständnis haben. Man muss Probleme lösen können, denn die Technik ändert sich. Alle fünf Jahre haben sich 70-80% der Sachen geändert. Das heißt, eine gute Grundlage ist sehr wichtig, ein gutes Verständnis für die Technik. Und dann eben die Flexibilität, neue Sachen zu lernen und sich anzupassen und neue Sachen herauszufinden. Es gibt praktisch immer neue Probleme. Das ist also ein super Beruf."

Alexander Langer, Ausbilder

Kreativität ist sehr wichtig

Matse müssen auch mal querdenken, um Probleme zu lösen. Auch in verzwickten Situationen muss eine Lösung für ein Programmier-Problem her. Matse arbeiten viel im Team. Gutes Englisch hilft in der Ausbildung weiter - denn die meisten Programmiersprachen sind auf Englisch, ebenso wie die Fachliteratur. Die Karrierechancen sind richtig gut. Der Beruf ist deutschlandweit gefragt und bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten in allen möglichen Branchen und Firmen, ob bei Versicherungen, Banken, Softwarehäusern oder Hochschulen.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Mathematisch-technische/r Softwareentwickler/in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: dual (Betrieb und Berufsschule). Auch ein ausbildungsbegleitendes Studium (Kombination Betrieb und Hochschule) ist möglich. Dann entfällt die Berufsschul-Pflicht.
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Softwarefirmen, Hochschulen  und Forschungsinstitute, IT-Abteilungen von Unternehmen, z.B. Versicherungen oder Banken, Hochschulen
  • Zugang: Es ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis hat der Großteil der Azubis Abitur.
  • Eignung: großes mathematisch-technisches Interesse, Kreativität, Teamfähigkeit, Kundenorientierung, gute Auffassungsgabe, Englischkenntnisse
  • Perspektiven: Der "Matse" ist ein Nischenberuf - nur ein paar hundert Azubis in Deutschland erlernen ihn. Die Chancen am Arbeitsmarkt sind hervorragend, vor allem, wenn man seine Ausbildung schon mit einem Studium kombiniert hat und gleich zwei Abschlüsse mitbringt. Fertige Kräfte sind in vielen Branchen als IT-Spezialisten gefragt. Auch in der Forschung bieten sich spannende Arbeitsfelder und Karrierechancen.
  • Spezialisierung: Entwickler/-in, Projektleiter/-in , Studium, Selbstständigkeit

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Mathematik

Der mathematisch-technische Software-Entwickler unterscheidet sich von allen anderen IT-Berufen durch den Mathe-Schwerpunkt. Hier ist Mathematik Tag für Tag die Basis aller Dinge. Man sollte Mathe für diesen Beruf wirklich lieben und praktisch anwenden wollen.

Team

Teamarbeit ist wichtig: Weltfremde "Nerds", die stundenlang einsam vor dem PC hocken, sind in diesem Beruf fehl am Platz. Fast immer arbeiten Kollegen aus mehreren Abteilungen an einem Auftrag. Im Team lassen sich Probleme leichter und schneller lösen.


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