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Fachkraft für Wasserversorgung Wasser ist Leben

Fachkraft für Wasserversorgung ist ein vielseitiger Beruf mit breiten Einsatzgebieten vom Labor über das Wasserwerk bis hin zum Rohleitungsbau. Gewinnung, Aufbereitung, Speicherung und die Verteilung von Wasser bestimmen Ausbildung und Arbeit.

Stand: 08.02.2016

Markus Huntemann lernt im dritten Lehrjahr bei der Südwasser GmbH in Oberfranken. Das EON-Tochterunternehmen betreut unter anderem die Wasserversorgung der Stadt Rehau. Sein Arbeitstag beginnt im Büro. An der zentralen Leittechnik überprüft er gemeinsam mit dem Wassermeister Ulrich Moßner Brunnen, Leitungssystem und Pumpleistung und notiert alles exakt. Dann macht er sich auf den Weg. Die Brunnen und Quellen liegen oft im Wald oder in abgelegenen Wasserschutzgebieten. Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik müssen raus, bei Wind und Wetter, Regen und Schnee. Im Brunnen 7 muss der Wasserstand geprüft werden. Dafür benutzt Markus ein Lichtlot. Das lässt er in das Brunnenrohr hinunter. Wenn die Spitze des Lots die Wasseroberfläche berührt, dann bekommt er ein Lichtsignal und kann erkennen, wie tief der Wasserstand gesunken ist.

Grundkenntnisse in Elektronik und Elektrotechnik

Der zweite Schritt: Die Wasseraufbereitung. Das machen Aufbereitungsanlagen, die Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik überwachen. Markus muss sich auch an den Steuerungen zurechtfinden. Dafür braucht er Grundkenntnisse in Elektronik und Elektrotechnik. In der Ultrafiltration läuft das Wasser durch diverse Filter, etwa Aktivkohle und Kiesfilter. So werden unschöne Schwebstoffe und schädliche Bestandteile entfernt.

Mikrobiologische und chemische Kontrolle

Mikrobiologische und chemische Kontrolle

Markus bestimmt den pH-Wert des Wassers. Wer Fachkraft für Wasserversorgungstechnik werden will, sollte sich in der Schule für Mathematik, Physik, Biologie und Chemie interessieren. Die meisten Azubis haben mindestens den Qualifizierenden Hauptschulabschluss. Beim Blockunterricht im Chemiesaal in der Berufsschule in Lauingen an der Donau geht es darum, den mikrobiologischen und chemischen Zustand des Wassers zu ermitteln. Also, befinden sich schädliche Bakterien im Wasser? Wie hoch sind Sauerstoffgehalt und Leitfähigkeit? Die Azubis bestimmen das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht des Wassers. Sie wollen wissen, ob das Wasser die Leitungen angreifen könnte, ob sich Kalk ablagert oder ob das Wasser neutral in den Leitungen fließt.

"Wir haben mit Trinkwasser zu tun und das ist ein Lebensmittel. Deswegen müssen wir uns streng an die Vorschriften der Trinkwasserverordnung halten."

Markus Huntemann, Auszubildender

Der dritte Schritt der Ausbildung: Die Wasserspeicherung. Im Hochbehälter wird das aufbereitete Wasser gesammelt. Der Hochbehälter füllt sich über Nacht, wenn wenig Wasser verbraucht wird, und stellt tagsüber sicher, dass Verbrauchsspitzen nicht dazu führen, dass der Wasserdruck in der Leitung absinkt. Markus muss hier regelmäßig Kontrollgänge machen.

Instandhaltung der Wasserversorgung

Instandhaltung der Wasserversorgung

Der vierte Teil der Ausbildung: Die Wasserverteilung. Rohrleitungen müssen gewartet, gespült und überprüft werden. Fachkräfte für Wasserversorgung wechseln Wasseruhren aus und spüren unterirdische Wasserrohrbrüche auf. Viele Fachkräfte haben Rufbereitschaft am Abend und an Wochenenden, denn die Wasserversorgung muss rund um die Uhr sichergestellt werden. Deshalb sind Fachkräfte für Wasserversorgung in vielen Fällen im öffentlichen Dienst beschäftigt.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Fachkraft für Wasserversorgungstechnik
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in der Berufsschule und in Wasserwerken - meist betrieben von der Öffentlichen Hand.
  • Zugang: Grundsätzlich braucht man für die Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik keine bestimmte schulische oder berufliche Voraussetzung. Erwartet wird jedoch mindestens ein guter Hauptschulabschluss.
  • Eignung: Fachkräfte für Wasserversorgung müssen vielseitig sein. Sie müssen sich mit vielen naturwissenschaftlichen Fächern auskennen und gerne auch mal anpacken. Sie kümmern sich um die Wasserversorgung von der Wassergewinnung über die Wasseraufbereitung und -speicherung bis hin zur Wasserverteilung.
  • Weiterbildung: Wassermeister, Wasserwerkleiter, technischer Betriebswirt, Ingenieurstudium

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kraft

Fachkräfte für Wasserversorgung müssen anpacken können. Gerade die Arbeit am Rohrnetz erfordert Einsatz, etwa wenn es darum geht eine Wasseruhr auszutauschen oder Schieber und Rückschlagventile zu warten.

Gefahr

Bei Arbeiten im Straßenverkehr lauern Gefahren. Arbeitssicherheit ist deshalb ganz wichtig - auch im Labor, wenn die Fachkräfte mit Chemikalien hantieren.

Genauigkeit

Genauigkeit ist wichtig, denn die Trinkwasserverordnung schreibt genau vor wie mit dem Lebensmittel "Wasser" umgegangen werden muss.

Info

Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik müssen bei Wind und Wetter, bei Kälte und Regen draußen arbeiten. Akute Probleme - etwa ein Wasserrohrbruch - müssen sofort behoben werden.


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