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Wärme-, Kälte- Schallschutzisolierer/-in Aktiv im Klimaschutz

Isolierer kommen dann, wenn der Heizungs- und Lüftungsbauer mit der Installation fertig ist. Ihre Spezialität ist es Rohrleitungen gegen Wärme- und Kälteeinflüsse zu schützen. Außerdem sind Isolierer Experten beim vorbeugenden Brandschutz.

Stand: 12.02.2013

Großbaustelle. Andreas Braatzsch bereitet mit seinem Auszubildenden Andreas Lehmann die Isolierung der Lüftungsleitungen vor. Der schwarze synthetische Kautschuk kommt auf alle Leitungen durch die kalte Luft strömt, also Frischluftleitungen und Leitungen von Klimaanlagen. Ohne Isolierung bildet sich Schwitzwasser, das wiederum führt zu Feuchtigkeit am Boden und eventuell zu Roststellen am Lüftungskanal. Isolierer sind viel unterwegs, oft auch die ganze Woche weg von zu Hause. Jetzt muss es fix gehen, denn der Kleber bindet ganz schnell ab und dann war die Arbeit umsonst. Beim Ankleben müssen die beiden ganz exakt arbeiten. Denn sobald die eingestrichene Seite des Kautschuks die Lüftungsleitung berührt hält, geht nichts mehr. Im Bildungszentrum der Bauinnung Donau-Ries in Nördlingen durchlaufen alle Isolierer-Azubis ihre überbetrieblichen Lehrgänge. Jeder bayerische Azubi verbringt zwischen sieben und elf Wochen pro Lehrjahr hier in der Werkstatt in Nördlingen und zwischen zehn und 13 Wochen pro Lehrjahr in der Berufschule in Lindau.

Räumliches Denkvermögen

Isoliertes Rohr

Bei der Blechbearbeitung gibt es sechs Arbeitsschritte. Am Anfang steht das Aufmessen des Werkstücks und dann das Übertragen der Daten auf das Blech. Dafür brauchen Isolierer räumliches Vorstellungsvermögen und hilfreich sind auch Kenntnisse im technischen Zeichnen. Dann wird das Blech zugeschnitten. Mit der Blechschere oder am großen Schneidetisch. Als nächster Arbeitsschritt in der Blechbearbeitung kommt das Runden. Speziell gelagerte Rollen helfen dabei. Die Ausbildungsmeister haben alle Azubis im Auge und giben wenn notwendig Hilfestellungen. Vor dem Zusammenbauen brauchen die Blechteile noch Sicken, kleine Nuten an den Rändern. Damit die Blechteile besser zusammenhalten und kein Wasser in die Isolierung eindringen kann.

"Ich habe einen schönen Job. Wir sind nur auf Reisen, wir sind viel auf Montage, die Bezahlung ist auch nicht schlecht. Passt alles bisher."

Daniel Jäger, Azubi

Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisolierer ist fast ein reiner Männerberuf, nur Industriebetriebe nehmen manchmal junge Frauen. Bei Handwerkern, die von Baustelle zu Baustelle ziehen werden meist keine Frauen eingestellt, weil am Bau oft nur sanitäre Anlagen für Männer zur Verfügung stehen.

Lebensretter Brandschutz

Hält der Brandschutz?

Im Bildungszentrum der Bauinnung gibt es auch ein sogenanntes Brandschutzzentrum. Die Klasse testet einen Brandschutzanstrich. In vielen Bauten müssen bestimmte Brandschutzklassen eingehalten werden. Isolierer lernen, wie sie Baustoffe schützen können, damit bei Feuer etwa für Bewohner genügend Zeit bleibt das Gebäude zu räumen. Um Mauerdurchlässe für den Brandfall sicher zu schließen, gibt es speziellen Brandschutzmörtel. Andreas säubert das das Loch vom Staub, damit der Mörtel ordentlich haftet. Hinter der Mauer befindet sich das Treppenhaus, also der Fluchtweg. Andreas muss sicherstellen, dass bei einem Brand, kein Rauch in den Fluchtweg dringt. Der Mörtel quillt bei Hitze auf. Er schließt dann das Loch, das die verbrannte Leitung hinterlässt. Auf Dauer entzieht der Mörtel der Haut sehr viel Feuchtigkeit, deshalb trägt Andreas Schutzhandschuhe. Sicherheitsschuhe sind auf der Baustelle sowieso Pflicht. Einen Helm braucht er so gut wie nie.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisolierer/-in
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule.
  • Ausbildungsorte: Im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
  • Zugang: keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung rechtlich vorgeschrieben, Hauptschüler auch ohne Quali haben Chancen, oft wird aber auch Quali oder mittlere Reife verlangt.
  • Eignung: Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisolierer sollten handwerkliches Geschick mitbringen. Grundkenntnisse im technischen Zeichnen sind hilfreich. Mathematikkenntnisse für die Winkelberechnung sind unbedingt notwendig.
  • Weiterbildung: Nach der Meisterprüfung stehen weitere Optionen offen: Die Fortbildung zum Gebäudeenergieberater, der Betriebswirt des Handwerks und Weiterbildungen im Qualitätsmanagement.
  • Perspektiven: Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzisolierergesellen können die Meisterprüfung und sich danach selbständig machen. Auch eine Zusatzausbildung zum staatlich geprüften Bautechniker ist möglich.
  • Ausbildungsalternativen: Industrie-Isolierer/Industrie-Isoliererin, Trockenbaumonteur/Trockenbaumonteurin, Bauwerksabdichter/Bauwerksabdichterin

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Verdienstmöglichkeiten

Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer verdienen durchschnittlich, wie andere Arbeiter am Bau auch. In der  Ausbildung gibt es für die Isolierer allerdings etwas mehr als etwa für Maurer und Straßenbauer. Und auf Montage zahlt der Arbeitgeber natürlich Spesen.

Genauigkeit

Genauigkeit ist Pflicht. Fehler summieren sich. Und am Ende sind etwa die Blechabdeckungen nicht dicht und die Isolierung nimmt durch eindringende Feuchtigkeit Schaden.

Gefahr

Isolierer hantieren mit scharfen Werkzeugen. Da lauert Verletzungsgefahr. Außerdem arbeiten Isolierer auf hohen Leitern und Gerüsten.

Geschicklichkeit

Sowohl bei der Blechverarbeitung als auch beim Schneiden und Montieren von Dämmmaterial brauchen Isolierer eine ganze Menge handwerkliches Geschick.


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