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Techn. Systemplaner/-in Alles nach Plan

Vom Bad im Eigenheim bis zum klimatechnischen Prüflabor – Technische Systemplaner zeichnen Pläne für den Einbau technischer Anlagen in den Bereichen Sanitär, Heizung, Lüftung, Klima, Brandschutz und Gebäudeautomation.

Stand: 18.05.2015

Planungsprogramm für die technische Systemplanung

Tanja Haug ist Auszubildende zur Technischen Systemplanerin Versorgungs- und Ausrüstungstechnik und arbeitet im zweiten Lehrjahr bei der Firma Caverion in München. Das Unternehmen versorgt Gebäude mit unter anderem mit Heizung, Klima- und Sanitäranlagen oder Brandschutzeinrichtungen.

Der Computer ist Tanjas wichtigstes Werkzeug. Mit einer speziellen Software erstellt sie technische Zeichnungen für den Einbau der Anlagen. Das Programm bietet ihr eine Vielzahl von Bauteilen. Tanja wählt das passende Element aus und fügt es an der richtigen Stelle in den Plan ein, zum Beispiel einen Lüftungskanal für eine Klimaanlage. Sie berechnet, wie groß, breit und hoch der Schacht sein muss, damit die Luft in der benötigten Menge und der richtigen Geschwindigkeit durch den Kanal strömen kann.

"Am Anfang ist so ein Plan schon verwirrend mit den ganzen Kanälen und die Dimensionen sind echt unvorstellbar.  Doch je öfter man so eine Zeichnung erstellt, umso besser kann man sich vorstellen, wie die Anlage in der Wirklichkeit aussieht und umso besser findet man sich darin zurecht."

Tanja Haug (20), 2. Lehrjahr

Technischer Systemplaner-Azubi Samuel bearbeitet einen Bauplan

Räumliches Vorstellungsvermögen ist in diesem Beruf außerordentlich wichtig. Denn beim Zeichnen bewegen sich die Technischen Systemplaner in virtuellen Entwürfen - oft in Grundrissen, die meist nur zwei Dimensionen haben. Samuel Flieger, im ersten Lehrjahr bei der Firma Schwender in Thurnau, geht daher gerne auch mal raus auf die Baustelle. Dort muss er im Laufe des Projekts immer wieder nachmessen, ob die Anlagen auch nach seinen Plänen eingebaut wurden, oder ob sich bei der Montage etwas geändert hat. Wenn er vor Ort die fertige Anlage sieht, schult das sein Vorstellungsvermögen und hilft auch, beim nächsten Plan Fehler zu vermeiden.

Nach dem ersten Lehrjahr wird Samuel neben der Ausbildung im Betrieb ein duales Studium an einer Hochschule beginnen. Er möchte Energie- und Gebäudetechnik studieren. Das duale Studium dauert zwar ein Jahr länger, dafür ist Samuel dann aber nicht nur Technischer Systemplaner, sondern hat auch einen Bachelor als Ingenieur und seinen Arbeitsplatz nach der Ausbildung sicher in der Tasche. Er kann dann Projekte von Anfang bis Ende eigenverantwortlich betreuen: den Auftrag planen, zeichnen, Kontakt mit dem Kunden halten und als Bauleiter die Montage begleiten.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Technische/r Systemplaner/-in Fachrichtung Versorgungs- und Ausrüstungstechnik
  • Ausbildungsdauer: Dreieinhalb Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in der Industrie
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Die Ausbildung erfolgt in Betrieb und Berufsschule und teilweise an weiteren überbetrieblichen Ausbildungsstätten
  • Zugang: Es ist rechtlich keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein.
  • Eignung: Technisches und mathematisches Verständnis, Interesse an Computerarbeit
  • Ausbildungsvergütung: deutlich über dem Durchschnitt aller Ausbildungsvergütungen
  • Perspektiven: Der Bedarf an diesem Beruf scheint groß. Seit der Neuordnung im Jahr 2011 - damals wurde der Vorgängerberuf "Technischer Zeichner" überarbeitet und in "Technischer Systemplaner" umbenannt - sind die Ausbildungszahlen gestiegen. Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du nach der Ausbildung studieren oder dich gleich für ein duales Studium bewerben.

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Räumliches Vorstellungsvermögen

Technische Systemplaner arbeiten beim Zeichnen am Computer oft auf der Grundlage von zweidimensionalen Grundrissen. Beim Planen berücksichtigen sie Zwischenwände und Deckenhöhen des jeweiligen Gebäudes und überlegen genau, ob die Anlage so auch wirklich gebaut werden kann. Dreidimensionale Ansichten des Entwurfs helfen dabei, aber dennoch ist räumliches Vorstellungsvermögen in diesem Job sehr wichtig.

Teamfähigkeit

Ob im Gespräch mit Ingenieuren, Projektleitern, Monteuren auf der Baustelle oder dem Kunden, der den Auftrag vergeben hat: Technische Systemplaner müssen teamfähig sein und auf andere Menschen eingehen können.


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