ARD-alpha - Ich mach's!


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Segelmacher/-in Das perfekte Segel

Sie fertigen Segel für ganz unterschiedliche Boots- und Schiffstypen, stellen aber auch Zelte, Markisen und Bezüge her. Segelmacher schneiden, kleben und nähen - vieles in dem Beruf ist noch Handarbeit. Aber auch mit Computern und modernen Maschinen müssen sie umgehen können.

Stand: 18.09.2017

Simon kniet vor einem alten, löchrigen Segel. Der Kunde hat ein neues bestellt. Dafür nehmen der Azubi und sein Chef Jan Heinritz die Maße. Die müssen genau stimmen, sonst passt das Segel am Ende nicht.

Simon ist im 3. Lehrjahr. Als angehender Segelmacher baut er kaputte Segel eins zu eins nach, er entwirft aber auch neue. Die Maße gibt der Azubi in den Computer ein. Ein sogenannter Plotter schneidet dann vollautomatisch viele Einzelteile aus einem speziellen Kunststoffgewebe heraus.

"Das handwerkliche Zusammensetzen ist nachher auch ganz wichtig, dass man da nicht Kraut und Rüben zusammenklebt, sondern dass es am Strich längs ist und je genauer man klebt, je genauer man arbeitet, umso besser wird das Ergebnis."

Jan Heinritz, Segelmachermeister

Simon klebt die verschieden großen Teile sorgfältig wieder zusammen. Aber nicht irgendwie.

"Das Segel ist ja nicht glatt geschnitten, sondern ist leicht gewölbt und dadurch kann der Wind optimal im besten Fall daran vorbei fließen und dann entsteht ein Sog und somit fährt das Segelboot voran."

Simon, 3. Lehrjahr

Immer wieder kontrolliert er seine Arbeit. Wenn Simon alle Teile zusammengefügt hat, geht es an der Nähmaschine weiter. Das übernimmt Geselle Janik. Alle Seiten werden genäht, Verstärkungen angebracht, dann müssen noch die Metallringe dran. Das Segel muss bei starkem Wind viel aushalten; hohe Kräfte zerren daran. Das Nähen hat Janik zum ersten Mal in einem Praktikum ausprobiert.

"Irgendwann kommt die Routine rein. Nervig ist, wenn man was ausbügeln muss, was man selbst verdaddelt hat."

Janik, Geselle

Spannender Moment

Simon und Janik arbeiten auch immer wieder im Freien, zum Beispiel auf den Booten ihrer Kunden. Das ist dann auch immer ein spannender Moment: wenn sie ein Segel in stundenlanger Handarbeit gefertigt haben und sich dann überzeugen, dass alles passt.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung:

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Segelmacher/-in
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule. Die Azubis kommen mehrmals im Jahr zum Blockunterricht in der  Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck zusammen.
  • Prüfung: Handwerkskammer
  • Ausbildungsorte: Segelmacher-Betriebe; Firmen, die Abdeckplanen oder Zelte herstellen.
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Der Großteil der Azubis hat die Mittlere Reife.
  • Eignung: Segelmacher sollten handwerklich geschickt sein und technisches Verständnis mitbringen; räumliches Vorstellungsvermögen hilft beim Entwurf und bei der Herstellung von Segeln. Segelmacher brauchen auch gute Kenntnisse in Mathematik.
  • Perspektiven: Meister/-in, Techniker/-in, Selbstständigkeit, Studium
  • Alternativen: Technischer Konfektionär/-in, Polster/Polsterin, Seiler/Seilerin

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Info

Lehrstellen und Arbeitsplätze gibt es vor allem in Norddeutschland und in Betrieben an größeren Seen. Segelmacher haben aber auch die Chance, im Ausland Arbeit zu finden und dann zum Beispiel in Neuseeland Segel zu fertigen.

Geschick

Sie schneiden, kleben, nähen - dafür brauchen Segelmacher viel handwerkliches Geschick.

Kommunikation

Kundenberatung gehört zum Alltag eines Segelmachers - im Betrieb oder auf dem Boot der Kundschaft.


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