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Produktveredler/-in Textil Unser Outfit - schöner und robuster

Produktveredler arbeiten in der Färberei, Druckerei, Beschichtung oder Appretur. Sie richten Maschinen ein und kontrollieren den Produktionsprozess. Erst die Veredlung gibt den Textilien ihr endgültiges Gesicht.

Stand: 04.07.2016

Nicole Oelschlegel überprüft mit einer Stablampe die Stoffbahnen, die in der riesigen Waschmaschine gewaschen werden. Hier darf keine Naht gerissen sein: Einen Maschinenstillstand muss sie vermeiden. Nicole ist 20 Jahre alt und lernt im dritten Lehrjahr Produktveredlerin Textil - in der Firma Knopfs Sohn in Helmbrechts, einem Familienbetrieb. Sie arbeitet in drei Schichten: Ihr Job beginnt jeweils um 5.00 Uhr morgens, um 13.00 Uhr am Mittag oder um 21.00 Uhr abends. Die Schichtarbeit stört sie aber nicht: Da kann sie wenigstens mit dem Tag noch was anfangen, sagt sie.

"Was Spaß macht ist, dass ich hier sehe, was ich gearbeitet habe. Wenn man die Rohware sieht, die ist weiß - und dann färbt man und macht verschiedene Prozesse - und dann sehe ich das Ergebnis! Und wenn ich einen Pullover einkaufe, dann sehe ich, was mit dem Pullover gemacht wurde, dass der so ist, wie er im Laden hängt."

Nicole Oelschlegel (20), 3. Lehrjahr

Nicole im Farblabor

Nicole rührt auch Farblösungen an zum Färben der Stoffe. Mit Chemikalien werden die Textilien vorbehandelt - dabei ist Schutzkleidung nötig. Ihr Azubi-Kollege Christoph Schricker ist 24 Jahre alt und hat schon die Fachoberschule hinter sich. Er nimmt eine Stoffprobe und kontrolliert sie in der Musterstube, um sie abzustimmen mit der Vorgabe des Kunden. Genauigkeit ist das A und O in diesem Job - beim Färben, Beschichten und in der Appretur.

"Wirklich gute Momente in diesem Job gibt es in der Färberei, wenn dann die Farbe irgendwo mal passt - weil sie passt ja nie von Anfang an! Wenn man es dann endlich geschafft hat, dass der Farbton so ist, wie er sein soll."

Christoph Schricker (24), 3. Lehrjahr

Maximilian programmiert Stoffeinlauf und Druck

Produktveredler/-innen Textil werden auch in Betrieben eingesetzt, in denen mit Sieb-, Rotations- oder Digitaldruckverfahren gearbeitet wird. Waldemar Adrianov ist 20 Jahre alt, bringt den Hauptschulabschluss mit und lernt ebenfalls im dritten Ausbildungsjahr - ein bestimmter Schulabschluss ist für diesen Beruf nicht vorgeschrieben. Seine Firma in Konradsreuth bedruckt T-Shirts, Caps und Baumwolltaschen.

"Ich bin natürlich stolz drauf, dass wir hier in der Firma für ganz große Ereignisse drucken. Zum Beispiel die Weltmeisterschaft. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man im Fernsehen sieht: Die Weltmeister tragen bei der Pokalübergabe mit dem König genau die T-Shirts, die wir hier gedruckt haben."

Andre Lupp (19), Facharbeiter

Andre sucht nach dem richtigen Farbton

Beim Anrühren der Druckpasten braucht der Produktveredler Konzentration: Jedes Milligramm verändert den Farbton! Mathegrundkenntnisse sind gefragt, wenn eine Farbrezeptur angepasst oder verändert werden muss. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Nach der Abschlussprüfung vor der IHK können die frischgebackenen Facharbeiter aufsteigen: Den staatlich geprüften Textiltechniker draufsetzen, den Meister machen und dann sogar noch studieren.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Produktveredler/-in Textil
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: dual (Betrieb/Berufsschule)
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Textildruckerei, Veredlungsfirma
  • Vergütung:

1. Lehrjahr: 542 bis 723 Euro
2. Lehrjahr: 584 bis 770 Euro
3. Lehrjahr: 648 bis 856 Euro

  • Zugang: kein besonderer Schulabschluss
  • Eignung: handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
  • Perspektiven: Textiltechniker oder Meister, dann Studium


Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Genauigkeit

Produktveredler müssen fehlerfrei und genau arbeiten. Sie fertigen Druckpasten oder Farblösungen exakt nach Rezeptur. Auch beim Einrichten der Maschinen und bei der Warenkontrolle ist Genauigkeit gefragt.

Arbeitszeit

Maschinenstillstände sind kostspielig! Die Maschinen zum Färben, Walken und Bedrucken der Stoffe arbeiten deshalb rund um die Uhr. Das bedeutet für die Produktveredler Textil einen Drei-Schicht-Betrieb.


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