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Polsterer/Polsterin Sofas, Sessel, Stühle

Wir sitzen, liegen oder lümmeln darauf. Polsterer stellen sie her: Sofas, Sessel und Stühle für unsere Wohnungen. Sie beziehen Polstermöbel mit edlen Stoffen oder elegantem Leder und restaurieren Omas Couch. In modernen Sofas steckt inzwischen viel Technik: Auf Knopfdruck lässt sich ein Zweisitzer in eine Relaxliege verwandeln. Akku, Motor und Kabel zu installieren - auch das gehört heute zum Beruf des Polsterers.

Stand: 23.01.2017

Eine große, moderne Produktionshalle. Sebastian schiebt einen Wagen voller Einzelteile zu seinem Arbeitsplatz. Zuerst legt er das etwa zwei Meter lange Gestell einer Liege auf den höhenverstellbaren Tisch. Schritt für Schritt installiert er die Technik, die später einmal dafür sorgt, dass sich die Lehne auf Knopfdruck verstellen lässt. Sebastian macht eine Polstererlehre bei der Firma Koinor im oberfränkischen Michelau.

"Ich hab's ja auch nicht gekannt und hab dann Praktikum hier gemacht und da hab ich gesehen, dass da viel mit Technik zu tun ist und dass sich der Beruf sehr gewandelt hat und war positiv überrascht."

Sebastian Welzig, 17, 2. Lehrjahr

Ohne Falten und Kratzer

Überprüfung der Hydraulik

Der 17-Jährige arbeitet sorgfältig. Wenn er jetzt Fehler macht, funktioniert später die Technik nicht richtig, und er müsste sich auf Fehlersuche begeben. Das wäre sehr zeitaufwändig. Während der dreijährigen Ausbildung lernt Sebastian auch mit Nadel und Faden umzugehen und an der Nähmaschine zu arbeiten. Das gehört zum Handwerkszeug eines Polsterers. Wenn er die Vorarbeiten erledigt hat, kommt der Lederbezug an die Reihe. Sebastian wirft ihn gekonnt über das Gestell der Liege. Jetzt beginnt der anstrengendste Teil.

"Das Leder ist ziemlich fest und eng. Die Problematik ist eben, dass ich den Bezug drüber krieg', weil er sehr eng anliegt, und da ist jetzt ein bisschen Kraft erforderlich."

Sebastian Welzig, 17, 2. Lehrjahr

Stück für Stück zieht Sebastian das Leder über die Liege - dann hat er es geschafft: Ohne Falten und ohne Kratzer schmiegt sich der braune Bezug an die Liege.

Lohn nach Leistung

Die Liege ist bezogen

Nach der Ausbildung zahlen viele Unternehmen den so genannten Leistungslohn. Das heißt, der Polsterer sollte in einer bestimmten Zeit einen Auftrag fertig stellen. Ist er langsamer, verdient er weniger Geld. Wer schneller arbeitet, bekommt am Ende ein höheres Gehalt. Doch nur schnell zu sein genügt nicht. Die Möbel müssen am Ende gut aussehen und eine strenge Qualitätskontrolle bestehen. Viele Betriebe der Polsterindustrie, vor allem in Oberfranken, suchen händeringend geeignete junge Leute, die eine Polstererlehre absolvieren möchten.

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Polsterer, Polsterin
  • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule (Blockunterricht).
  • Prüfung: Industrie- und Handelskammer
  • Ausbildungsorte: Betriebe der Polsterindustrie und Unternehmen, die Matratzen herstellen. Kleinere Handwerksbetriebe.
  • Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit qualifizierendem Hauptschulabschluss und Mittlerer Reife ein.
  • Eignung: Polsterer brauchen Kraft und sollten körperlich fit sein. Handwerkliches Geschick und eine gewisse Fingerfertigkeit sind wichtig, außerdem brauchen sie ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen.
  • Perspektiven: Nach der Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung können Polsterer den Meister machen. Zudem besteht die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen oder sich auf Produktentwicklung zu spezialisieren.
  • Alternativen: Fahrzeuginnenausstatter/-in, Raumausstatter/-in, Sattler/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Kraft

Polsterer brauchen Kraft, denn tagtäglich heben sie schwere Möbel. Körperliche Fitness ist wichtig.

Geschick

Zwei linke Hände kann sich in dem Beruf niemand erlauben. Handwerkliches Geschick ist ein absolutes Muss.

Geld

Im Vergleich zu anderen Industrieberufen verdienen Polsterer-Azubis unter Durchschnitt. 2012 soll die Ausbildungsvergütung allerdings erhöht werden.


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