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Polster- und Dekorationsnäher/-in Träume aus Leder und Stoff

Sie nähen Polster für Sessel, Zwei- und Dreisitzer. Ob in den Werkstätten des Polstermöbelhandwerks oder in Fertigungshallen der Gardinenfabriken und der Möbelindustrie: Polster- und Dekorationsnäher verschönern das Umfeld des Kunden .

Stand: 20.07.2015

Handwerklich geschickt sein sollen die Auszubildenden schon: Zunächst lernen sie, gerade Nähte zu nähen. Und zwar nicht nur in leichtem Textil für Tischdecken oder Vorhangdekoration, sondern auch in schwerem Leder, beispielsweise für ein Patchwork-Kissen. Dann kommen Rundungen und Bögen dran, Raffnähte und Ziernähte. Dazu braucht es Konzentration! Polster- und Dekorationsnäher arbeiten meist an der Nähmaschine, und da ist ständig der Faden zu wechseln und auch immer wieder mal die Nadel einzusetzen. Auch Reißverschlüsse einnähen braucht Übung.

Sicherer Umgang mit verschiedenen Materialien

Qualitätsprüfung

Sie haben Gespür für gutes Material - und sollen räumliche Vorstellungskraft mitbringen: Allein ein Zweisitzer besteht aus rund 25 verschiedenen einzelnen Polsterteilen. Sie müssen nach Schablone zugeschnitten werden, mit Füllstoff unterfüttert, zusammengekettelt und dann korrekt aneinandergenäht werden! Da muss der Auszubildende genau wissen, welches Teil später wohin gehört. Sie sollen gern mit Material umgehen: Verarbeitet wird Kunstleder, Leder, Wollstoff, Cord und synthetische Fasern. Genäht wird meist an der Maschine, also immer im Sitzen! Und die Maschinen in den Fertigungshallen verursachen Lärm.

"Das war am Anfang schon schwer, und dann heißt es, komm, da ist eine kleine Rundung! Und dann denkst du: Oh Gott! Ich konnte grad noch irgendwie gerade nähen, und jetzt eine Rundung! Und so fängt das an, und irgendwann denkst du, das hat sich jetzt so schnell entwickelt, dass ich jetzt auf einmal ein rundes Kissen nähe..."

Sabrina Kapetanovic, 2. Lehrjahr

Mit Studium zum Produktdesigner

Berufsschule

Die Ausbildung zum Polster- und Dekorationsnäher dauert zwei Jahre. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten bringen den qualifizierenden Hauptschulabschluss mit. Sie lernen im Betrieb und in der Berufsschule (Blockunterricht). Nach der Gesellenprüfung können sie durch eine Aufstiegsweiterbildung im Betrieb weiterkommen, in einer möglicherweise verkürzten Ausbildung den Polsterer oder den Raumausstatter dazulernen oder auch Produktdesign studieren.

"Am liebsten nähe ich Stoff, weil es einfacher zu nähen ist, und man kann sich auch mal vernähen, sage ich jetzt mal, man kann nämlich den Stoff wieder auftrennen, bei dem man dann die Stiche nicht sieht! Bei Leder und Microfaser ist das schon wieder ein bisschen anders. Man sieht bei Leder dann die Stiche - also das heißt, man müsste das Teil dann neu schneiden lassen - und bei Stoff kann man einfach auftrennen und gleich wieder zunähen."

Sarah Nieman, 2. Lehrjahr

Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung

  • Offizielle Berufsbezeichnung: Polster- und Dekorationsnäher/-in
  • Ausbildungsdauer: 2 Jahre
  • Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule
  • Ausbildungsort: Polsterwerkstätten, Fertigungshallen der Gardinen- und Möbelindustrie
  • Prüfung: Handwerkskammer beziehungsweise IHK
  • Zugang: Kein besonderer Schulabschluss gefordert
  • Eignung: Handwerkliches Geschick, Räumliche Vorstellungskraft
  • Perspektiven: Aufstiegsweiterbildung in der Firma, Raumausstatter/Polsterer dazu lernen, Produktdesign studieren
  • Ausbildungsalternativen: Modenäher/-in, Polsterer/Polsterin, Änderungsschneider/-in, Raumausstatter/-in, Sattler/-in

Genaue Informationen finden Sie auf den Webseiten der Arbeitsagentur:

Die wichtigsten Infos zum Beruf

Geschick

Polster- und Dekorationsnäherinnen sollen handwerkliches Geschick mitbringen. Sie müssen teures Leder mit der elektrischen Schere zuschneiden, Einzelteile korrekt zusammennähen und Ziernähte anbringen.

Genauigkeit

Die Vorgaben und Schablonen sollen präzise nachgezeichnet und nachgeschnitten werden. Beim Nähen an der Maschine geht’s um Konzentration: Reißverschlüsse müssen exakt sitzen. Eine doppelte Ziernaht muss auf beiden Seiten genau den gleichen Abstand zur Mittelnaht haben.

Gefahr

Beim Nadelwechseln immer die Maschine ausschalten. Vorsicht Verletzungsgefahr! Wie schnell kommt der Fuß aufs Pedal, und die Nadel setzt sich ungewollt in Bewegung!


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